Seattle verbietet Surveillance Pricing im Lebensmitteleinzelhandel per Gesetz
Als erste US-Stadt verbietet Seattle den Einsatz von Surveillance Pricing im Lebensmittelhandel. Der Stadtrat verabschiedete den Fair Pricing and Transparency Act mit 7 zu 2 Stimmen. Das Gesetz untersagt großen Lebensmitteleinzelhändlern – sowohl online als auch im stationären Geschäft –, individuelle Preise auf Basis von KI-Analysen und personenbezogenen Daten wie Browserverlauf, Standort, geschätztem Einkommen oder Familiengröße festzulegen. Herkömmliche Rabatte und Coupons bleiben weiterhin zulässig. Anlass boten unter anderem Untersuchungen von Consumer Reports, die bei Instacart Preisunterschiede von bis zu 23 % für identische Produkte feststellten, was Mehrkosten von über 1.200 US-Dollar pro Haushalt jährlich bedeuten kann. Nach Maryland, Connecticut und New Jersey setzt Seattle damit die bislang strengsten lebensmittelspezifischen Restriktionen durch. Inkrafttreten und Strafen stehen noch aus, während die EU parallel den Digital Fairness Act zur Regulierung ähnlicher Personalisierungspraktiken vorbereitet.
- •Der Stadtrat von Seattle verabschiedet den Fair Pricing and Transparency Act mit 7 zu 2 Stimmen.
- •Nutzung von Browserverläufen, Standortdaten, Einkommen und Familiengröße zur individuellen Preisgestaltung wird untersagt.
- •Consumer Reports belegte Preisabweichungen von bis zu 23 % für identische Artikel auf Plattformen wie Instacart.
