Beobachtetes Signal · 8. Juli 2026 · Policy Update · Quelle: Adweek · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
Publisher bereiten sich auf den Ausschluss aus Google Search vor
Cloudflare hat neue Regeln für sogenannte mixed crawlers veröffentlicht – Bots, die sowohl für die Websuche als auch für KI-Training oder agentenbasierte Aufgaben eingesetzt werden. Ab dem 15. September greifen Standardeinstellungen, die die Suche erlauben, aber das KI-Training sowie die Agentennutzung auf werbefinanzierten Seiten blockieren. Dieser Schritt spiegelt die Verschiebung im Ökosystem wider, bei dem CDN-Anbieter, Publisher und Start-ups wie Ceramic mit transparenten, bezahlten Zugangsmodellen experimentieren, um Publisher pro Snippet zu vergüten. Gleichzeitig warnen Experten, dass ein beträchtlicher Teil des Traffics durch Stealth-Scraper generiert wird, die menschliches Verhalten imitieren und Infrastrukturkontrollen umgehen. Die Entwicklung könnte frei scrapable Inhalte drastisch reduzieren und die kommerziellen sowie regulatorischen Dynamiken zwischen Publishern, Suchmaschinenbetreibern und KI-Unternehmen nachhaltig verändern.
Weitreichende CDN-Standardänderungen und die Bereitschaft von Publishern, sich aus der Google Search zu entfernen, könnten das Web-Discovery, den Publisher-Traffic sowie die kommerziellen Dynamiken beim KI-Training und der Lizenzierung fundamental verändern.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Cloudflare hat neue Regeln für 'mixed crawlers' eingeführt, die ab dem 15. September standardmäßig die Suche erlauben, aber KI-Training und Agentennutzung auf werbefinanzierten Seiten blockieren.
- Das Update folgt auf frühere Standardänderungen von Cloudflare vor rund einem Jahr, die es Publishern erleichterten, KI-Crawler auszusperren.
- Ceramic, ein von der ehemaligen Google-Vizechefin Anna Patterson gegründetes Unternehmen, kooperiert mit Cloudflare an einer Premium Search API, die Publisher für Snippets bezahlt.
- Ceramic gibt an, dass konventionelle Such-APIs 5 bis 14 US-Dollar pro 1.000 Abfragen kosten, während die eigene Infrastruktur bei rund 0,05 US-Dollar pro 1.000 Abfragen liegt.
- Frederick Jahn von Centinel Analytica schätzt, dass 20 bis 30 Prozent des Traffics großer Nachrichtenmarken von identifizierten Crawlern stammen und etwa ein Viertel 'Stealth'-Crawler sind.
Verknüpfte Unternehmen
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Ontologie & Marktkonzepte
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Publisher distanzieren sich von Google AI Search, während Creator auf KI setzen
Publisher und Creator reagieren unterschiedlich auf den Aufstieg der KI-gesteuerten Suche: Zahlreiche Medienhäuser bereiten vor, Crawler für die Suchindexierung und das KI-Training zu blockieren, während einige Creator auf Sichtbarkeit durch AI Search setzen. Ab dem 15. September blockiert die Sicherheitssoftware von Cloudflare derartige Crawler für Neukunden und Free-Tier-Nutzer standardmäßig; zu den Cloudflare-Kunden zählen der Financial Times, Condé Nast und The Atlantic. USA Today und das Creator-Netzwerk Beehiiv gaben an, ebenfalls Schritte gegen Google vorzubereiten. Google treibt seine KI-Investitionen voran, während der Such- und AdTech-Bereich wächst, meldete jedoch einen negativen Free Cashflow von rund 5,9 Milliarden US-Dollar. Studien zeigen, dass Publisher nur einen geringen Anteil an AI-Referral Traffic erhalten, weshalb Unternehmen wie OpenAI und Microsoft zunehmend Publisher-Content lizenzieren.
Publisher drohen Google mit Crawling-Sperre wegen KI-Suche
Publisher erwägen erneut, Google-Crawler zu blockieren und sich aus dem Index zu nehmen, da KI-gestützte Suchfunktionen Anfragen zunehmend direkt auf der Plattform beantworten. Dies führt zu sinkendem Referral-Traffic und einem schrumpfenden Ad Supply. Während einige Verlage ein Leben ohne Google durch Abos oder diversifizierten Traffic modellieren, bleibt die Mehrheit abhängig und fürchtet massive Umsatzverluste. Historische Präzedenzfälle wie Axel Springer im Jahr 2014 zeigen rasche Traffic-Einbrüche nach solchen Einschränkungen. Reuters evaluiert die Situation kontinuierlich. Zugleich hat Google zugestimmt, einer Vorgabe der britischen Wettbewerbsbehörde CMA zu folgen und Publishern einen Opt-out für KI-Features bei gleichzeitigem Verbleib in den Suchergebnissen zu ermöglichen – die Umsetzung ist für das kommende Jahr geplant. Branchen- und Marktdaten verdeutlichen den Druck auf die Publisher-Ökonomie.
Google erwägt Opt-out-Option für AI Overviews und AI Mode
Google prüft Berichten zufolge einen Opt-out-Mechanismus für Inhalte in AI Overviews und AI Mode, der es Publishern ermöglichen könnte, ihre Websites von KI-basierten Suchergebnissen auszuschließen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund regulatorischer Untersuchungen durch die britische Wettbewerbsbehörde CMA, die eine stärkere Kontrolle der Publisher über KI-generierte Inhalte fordert. Google signalisiert entsprechende Anpassungen, betont jedoch, dass die Nützlichkeit der Suche nicht beeinträchtigt werden darf. Die Diskussion verdeutlicht den Spagat zwischen dem Schutz von Content vor KI-Nutzung und dem Risiko einer vollständigen Deindexierung. Dabei werden Cloudflare-Schutzmechanismen, Vorschläge für Pay-per-Crawl-Modelle sowie die Content Signals Policy ins Spiel gebracht, um Inhalte gezielt von KI-Diensten auszuschließen. Ein solcher Schritt könnte weitreichende Auswirkungen auf Traffic, Impressionen und Klicks für Publisher haben.
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