Beobachtetes Signal · 8. Aug. 2024 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 5/5 · Sentiment: Neutral
Google beendet Third-Party-Cookies nicht: Reaktionen aus der AdTech-Branche
Googles Chrome wird die Unterstützung für Third-Party-Cookies entgegen früherer Ankündigungen und mehrfacher Verschiebungen (2022, 2023, 2025) nun doch nicht einstellen. Diese Kehrtwende zwingt die AdTech-Branche dazu, konsequent auf datenschutzkonforme First-Party-Data-Strategien zu setzen. Die Reaktionen im Ökosystem fallen gemischt aus: Während Adform die Entscheidung vor dem Hintergrund laufender US-Kartellverfahren begrüßte, kritisierte Piwik PRO den Rückzieher scharf. Teads betonte hingegen, dass bereits über 80 Prozent der Kampagnen ohne Cookies laufen und verweist auf bestehende Lösungen für Safari- und Firefox-Umgebungen. Elaboratum und Triplelift werten den Schritt zwar als kurzfristige Entlastung, mahnen jedoch an, dass Retargeting und Identity Management weiterhin Innovationen erfordern. Auch der BVDW fordert mehr Planbarkeit und drängt auf den Ausbau zukunftssicherer Messverfahren.
Grundlegende politische Kursänderung einer dominanten Plattform (Google) mit weitreichenden Konsequenzen für die gesamte AdTech- und MarTech-Landschaft sowie die digitale Werbeplanung.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das geplante Aus für Third-Party-Cookies in Chrome wurde mehrfach verschoben und nun komplett verworfen.
- Adform begrüßte das Ergebnis und verwies auf laufende US-Kartellverfahren gegen Google im Suchmarkt.
- Piwik PRO kritisierte den Schritt als Rückschlag und forderte den Fokus auf First-Party-Data.
- Teads gab an, dass bereits rund 80 Prozent der Kampagnen cookieless ausgespielt werden.
- Der BVDW fordert weiterhin klare Meilensteine und den Ausbau datenschutzkonformer Messlösungen.
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Google bringt agentische KI in Gemini für Unternehmen
Bei einer Google-Cloud-Veranstaltung am Donnerstag kündigte Google an, seine Gemini-KI ins agentische Zeitalter zu führen. Ein einheitlicher Agent kann nicht nur Fragen beantworten, sondern Aufgaben eigenständig planen und ausführen. Zunächst für Unternehmen gedacht, kann der Agent mit internen Systemen verbunden werden, benutzerdefinierte Fähigkeiten nutzen und sogar Modelle von Drittanbietern wie Anthropics Claude auswählen. Er verfügt über ein eigenes Workspace-Konto mit E-Mail-Adresse und schreibt ein eigenes Audit-Protokoll. Zu den frühen Testern gehören On, Shopify und PayPal. Gemini hat über 1 Milliarde monatlich aktive Nutzer, und fast 90% der Fortune-100-Unternehmen nutzen Gemini Enterprise.
US-Regierung schließt Microsoft von Visa-Programm aus
Die US-Regierung hat Microsoft von der Beantragung dauerhafter Aufenthaltsgenehmigungen für ausländische Fachkräfte mit H-1B-Visa ausgeschlossen und wirft dem Unternehmen Missbrauch des Programms vor. Vizepräsident JD Vance erklärte, Microsoft habe im vergangenen Jahr 6.000 amerikanische Mitarbeiter entlassen, aber von 6.300 H-1B-Visainhabern profitiert. Das Arbeitsministerium unter Keith Sonderling wird keine neuen Anträge von Microsoft, mehreren Beratungsunternehmen und Adobe annehmen. Dieser Schritt erfolgt wenige Wochen vor den Parlamentswahlen und spiegelt die Kritik der Trump-Regierung am H-1B-Programm wider, das angeblich amerikanische Arbeiter benachteiligt. Microsoft hat noch nicht reagiert. Der Schritt könnte die Fähigkeit der Tech-Branche beeinträchtigen, qualifizierte ausländische Talente zu halten.
US sperrt Microsoft, Adobe und IT-Giganten von Green-Card-Programm aus
Die Trump-Administration hat Microsoft, Adobe und sechs weitere große Technologieunternehmen von einem US-Programm ausgesetzt, das qualifizierten ausländischen Arbeitskräften die dauerhafte Aufenthaltserlaubnis (Green Card) erleichtert, und wirft den Unternehmen Betrug vor. Vizepräsident JD Vance kündigte die Sperre an, die auch Capgemini, Cognizant, HCL, Infosys, Tata und Wipro betrifft. Das Arbeitsministerium wird keine neuen oder laufenden Anträge auf dauerhafte Arbeitszertifizierung dieser Unternehmen mehr annehmen. Die Unternehmen gehören zu den größten Nutzern von H-1B-Visa, die für hochqualifizierte Positionen gedacht sind, die von US-Arbeitern möglicherweise nicht besetzt werden können. Microsoft reagierte mit der Aussage, dass die meisten seiner US-Mitarbeiter Amerikaner seien und seine H-1B-Anträge größtenteils für bestehende Mitarbeiter und nicht für Neueinstellungen gelten. Die Regierung will außerdem neun Universitäten, darunter Harvard, Yale und Stanford, wegen mutmaßlichen Missbrauchs von Studentenvisumprogrammen untersuchen.
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