Beobachtetes Signal · 4. Juli 2025 · Policy Update · Quelle: Trending Topics · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
Europäische CEOs fordern zweijährigen Aufschub des EU AI Act
Knapp 50 führende europäische CEOs, darunter Eric Demuth (Bitpanda), Arthur Mensch (Mistral) und Mati Staniszewski (ElevenLabs), fordern in einem offenen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein zweijähriges Moratorium für den AI Act. Die Unterzeichner argumentieren, dass die aktuelle Regulierung das Gleichgewicht zwischen Innovation und Governance gefährde und Europas Wettbewerbsfähigkeit im KI-Sektor schwäche. Sie kritisieren unklare, überlappende und komplexe EU-Vorgaben, die europäische KI-Champions ausbremsen. Konkret verlangt die Initiative einen Umsetzungsstopp, bevor die Kernpflichten für General-Purpose-AI-Modelle (August 2025) und Hochrisiko-KI-Systeme (August 2026) in Kraft treten. Die Pause soll Unternehmen Implementierungszeit verschaffen und der Kommission Raum zur Vereinfachung geben. EU-Kommissions-Vizepräsidentin Henna Virkkunen stellte eine Entscheidung über einen möglichen Aufschub bis Ende August in Aussicht, abhängig von der Finalisierung eines Code of Conduct.
Bedeutende regulatorische Weichenstellung der EU mit direkten Auswirkungen auf KI-Modell-Deployments und Compliance für alle Tech-, AdTech- und MarTech-Unternehmen im europäischen Markt.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Fast 50 europäische CEOs fordern in einem offenen Brief an Ursula von der Leyen eine zweijährige Aussetzung des AI Act.
- Der Appell verlangt einen Umsetzungsstopp vor Inkrafttreten der Verpflichtungen für General-Purpose-AI (August 2025) und Hochrisiko-KI (August 2026).
- EU-Kommissions-Vizepräsidentin Henna Virkkunen will bis Ende August über einen potenziellen Aufschub entscheiden.
- Zu den Unterzeichnern zählen CEOs von Adyen, Airbus, ASML, Axa, Bitpanda, Mistral, ElevenLabs, Mercedes-Benz, Publicis und Siemens Energy.
- Die Bundesnetzagentur hat ein KI-Service-Desk eingerichtet, um Unternehmen bei der Compliance zu unterstützen.
Verknüpfte Unternehmen
25 verknüpfte Unternehmen“Eric Demuth (Bitpanda) signed the open letter....”
“Mati Staniszewski (ElevenLabs) signed the open letter....”
“Arthur Mensch (Mistral) signed the open letter....”
“Ingo Uytdehaage, Adyen NV, signed the open letter....”
“Christophe Fouquet, ASML, signed the open letter....”
“Thomas Buberl, Axa, signed the open letter....”
“Ola Källenius, Mercedes-Benz, signed the open letter....”
“Bastian Nominacher, Celonis, signed the open letter....”
“Christian Gisy, OLX Group, signed the open letter....”
“Maurice Lévy, Publicis, signed the open letter....”
“Hanno Renner, Personio, signed the open letter....”
“Harold Goddijn, TomTom, signed the open letter....”
“Philippe Corrot, Mirakl, signed the open letter....”
“Ilkka Paananen, Supercell, signed the open letter....”
“Jean-Laurent Bonnafé, BNP Paribas, signed the open letter....”
“Alexandre Bompard, Carrefour, signed the open letter....”
“Michał Borkowski, Brainly, signed the open letter....”
“Fabricio Bloisi, Prosus, signed the open letter....”
“Ralph Dommermuth, United Internet, signed the open letter....”
“Robin Rombach, Black Forest Labs, signed the open letter....”
“Malte Kosub, Parloa, signed the open letter....”
“Patrick Pouyanné, TotalEnergies, signed the open letter....”
“Dr. Daniel Gebler, Picnic, signed the open letter....”
“Daniel Krauss, Flix, signed the open letter....”
“Roy Jakobs, Philips, signed the open letter....”
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Ecosia wechselt von Mistral zu chinesischen Open-Source-KI-Modellen
Die europäische Suchmaschine Ecosia hat ihren KI-Anbieter vom französischen Startup Mistral auf offene Modelle umgestellt, darunter chinesische wie Alibabas Qwen, Z.ais GLM und Moonshot AIs Kimi. CEO Christian Kroll zeigte sich enttäuscht von der Qualität der Mistral-Modelle, die etwa ein Jahr hinter der Konkurrenz zurückliegen sollen, sowie von häufigen Serverüberlastungen. Ecosia nutzt nun Modelle über die deutsche Plattform Melious, die offene KI-Modelle auf Servern in der EU betreibt, was die KI-Kosten halbierte und die Leistung verbesserte. Der Wechsel erfolgt, während Mistral Large 4 vorstellt, das stärkste Modell, das in Europa trainiert wurde und dessen Gewichte Ende Oktober veröffentlicht werden sollen. Trotz 38,4 Punkten im Intelligence Index belegt es Platz acht unter offenen Modellen, hinter sieben chinesischen Modellen. Der Fall verdeutlicht das Dilemma der europäischen KI-Souveränität: Top-Open-Modelle stammen überwiegend aus China, auch wenn sie auf europäischen Servern laufen. Mistral hostet selbst chinesische Modelle wie GLM auf seiner Neocloud-Plattform, während CEO Arthur Mensch die Stärken von Large 4 etwa bei der Cyberabwehr betont.
Ecosia wechselt von Mistral zu chinesischen KI-Modellen
Die Berliner Suchmaschine Ecosia hat den französischen KI-Anbieter Mistral fallen gelassen und setzt nun auf offene Modelle, darunter chinesische wie Qwen (Alibaba), GLM (Z.ai) und Kimi (Moonshot AI), wie Politico berichtet. Ecosia-Chef Christian Kroll zeigte sich Berichten zufolge enttäuscht von der Qualität der Mistral-Modelle, die der Konkurrenz rund ein Jahr hinterherhinken, und stellte auch Mistrals Souveränität wegen internationaler Investoren infrage. Die neuen Modelle bezieht Ecosia über die deutsche Plattform Melious, die offene KI-Modelle auf Servern in acht EU-Ländern betreibt; dadurch halbierten sich die KI-Kosten bei gestiegener Leistung. Mistral hat derweil Large 4 veröffentlicht, ein Modell mit einer Billion Parametern, das in europäischen Rechenzentren trainiert wurde, aber im Ranking offener Modelle nur Platz 8 erreicht – alle sieben Modelle davor stammen aus China. Dies verdeutlicht das Souveränitäts-Dilemma: Selbst Mistral hostet inzwischen chinesische Modelle wie GLM in seiner Neocloud.
Endeavor Catalyst sammelt 320 Mio. USD für Gründer außerhalb der Tech-Zentren
Endeavor Catalyst, die Venture-Abteilung der globalen Non-Profit-Organisation Endeavor, hat ihren fünften Fonds mit 320 Millionen US-Dollar an Kapitalzusagen abgeschlossen und das verwaltete Vermögen auf über 850 Millionen US-Dollar erhöht. Der Fonds zielt auf Gründer außerhalb großer Tech-Zentren wie dem Silicon Valley ab, um übersehene Unternehmer weltweit zu unterstützen. Das Unternehmen plant jährlich 40-50 Investitionen, mit Schecks üblicherweise zwischen 1 und 3 Millionen US-Dollar, die 10 % einer Runde nicht überschreiten. Endeavor Catalyst hat bisher 437 Unternehmen in 44 Märkten unterstützt, mit 83 Einhörnern, 39 Exits und 11 Börsengängen. Zu den bemerkenswerten Beteiligungen gehören ElevenLabs, Bending Spoons, Reflection AI, Checkout.com, Flutterwave und Replit. Der neue Fonds hat 400 Limited Partner, darunter Reid Hoffman, Bill Ackman und Prosus. Etwa 90 % der Investitionen erfolgen außerhalb der USA, wobei Europa die am schnellsten wachsende Region ist. Wiederholungsgründer werden zunehmend fokussiert und sollen 20 % des Fonds ausmachen.
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