Beobachtetes Signal · 23. Juni 2026 · Policy Update · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
SRG: Neue konzernweite KI-Richtlinie für den Schweizer Public Service
Das Schweizer öffentlich-rechtliche Medienhaus SRG hat ein 17-seitiges internes KI-Reglement verabschiedet, das am 1. Juni 2026 in Kraft tritt. Die von Generaldirektorin Susanne Wille unterzeichnete Richtlinie zentralisiert die KI-Governance über alle Unternehmenseinheiten hinweg und verankert den KI-Einsatz auf strategischer Ebene. Sie fordert eine Kennzeichnungspflicht, sobald KI Inhalte wesentlich beeinflusst, warnt jedoch vor übertriebenem Labelling. Während KI-generierte Bilder für interne Prozesse zulässig sind, ist die Veröffentlichung fotorealistischer KI-Bilder oder -Videos realer Situationen strikt untersagt. Im Branchenvergleich bemerkenswert: Das Reglement integriert explizite Umweltziele zur Reduktion von Ressourcenverbräuchen durch effiziente Modelle und forciert Accessibility-Anwendungen wie automatische Untertitelung. Operations-Direktor Moritz Stadler sieht KI primär als Hebel zur Prozessautomatisierung. Das Regelwerk gilt als „lebendes Dokument“ und wird halbjährlich durch den Bereich Data & AI Business überprüft.
Ein nationaler öffentlich-rechtlicher Sender setzt verbindliche Standards für KI-Governance, Content-Transparenz und ökologische Nachhaltigkeit, was als Benchmark für Medienhäuser und Content Trust dient, aber geringe direkte Auswirkungen auf die globale AdTech-Infrastruktur hat.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die SRG führt zum 1. Juni 2026 ein 17-seitiges „Reglement zur Nutzung Künstlicher Intelligenz“ ein.
- Das Dokument wurde von Generaldirektorin Susanne Wille unterzeichnet und zentralisiert die KI-Governance für SRF, RTS, RSI und RTR.
- Kennzeichnungspflicht gilt bei wesentlichem KI-Einfluss auf Inhalte; vor übertriebenem Labelling wird gewarnt.
- Die Veröffentlichung fotorealistischer KI-generierter Bilder oder Videos realer Situationen ist verboten; interne Prozessnutzung bleibt erlaubt.
- Das Reglement verankert verbindliche Umweltkriterien, fördert Accessibility (z. B. automatische Untertitelung) und wird halbjährlich evaluiert.
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SRG-Archiv soll Schweizer KI-Modelle trainieren
Das Archiv der SRG soll Schweizer Hochschulen in Zürich und Lausanne zur Verfügung gestellt werden, um das Training eines nationalen KI-Sprachmodells zu unterstützen. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille befürwortet die Freigabe der Bestände für die Universitäten. Entwickler des Sprachmodells Apertus betonen, dass das SRG-Audiomaterial dem Modell ermöglichen würde, sämtliche Landessprachen und Dialekte präzise abzubilden und um journalistisch verifiziertes Wissen über die Schweiz zu ergänzen. HSG-Professor Damian Borth bezeichnete die Kooperation als strategisch klug, da die Trainingsdaten damit unter Schweizer Datensouveränität verbleiben. Während urheberrechtliche und rechtliche Rahmenbedingungen noch final geklärt werden müssen, hält Mitentwickler Imanol Schlag eine operative Umsetzung innerhalb weniger Monate für realisierbar.
Schweizer Medienbranche verabschiedet gemeinsamen KI-Kodex
Der Verlegerverband Schweizer Medien (VSM) hat gemeinsam mit führenden Branchenorganisationen einen branchenweiten KI-Kodex für den Journalismus veröffentlicht. Das Regelwerk setzt auf Selbstregulierung und definiert verbindliche Leitlinien für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Schwerpunkte bilden Transparenzpflichten, die Kennzeichnung von Deepfakes und vollautomatisierten Inhalten, Mitarbeiterschulungen sowie Schutzmechanismen gegen KI-gestützte Desinformation bei Wahlen und Abstimmungen. Organisatorisch greift ein zweistufiges Meldewesen aus betriebsinternen Meldestellen und einer unabhängigen KI-Ombudsstelle, die Empfehlungen ausspricht und jährliche Transparenzberichte vorlegt; formelle Sanktionen sind nicht vorgesehen. Parallel dazu hat die WEMF die Einführung eines Zertifizierungs- und Qualitätslabels namens 'Responsible AI-Audit' für Schweizer Medienhäuser angekündigt.
SRG verabschiedet neues Leitbild für Vision, Mission und Kernwerte
Das Schweizer öffentlich-rechtliche Medienhaus SRG hat seine Unternehmensstrategie überarbeitet und eine neue Vision, Mission sowie sechs Kernwerte veröffentlicht. Der von Generaldirektorin Susanne Wille initiierte Prozess wurde im Juni vom Verwaltungsrat genehmigt und ersetzt das Leitbild von 2019. Die operative Projektleitung lag bei Larissa Bieler (Swissinfo) und Pascal Crittin (RTS). Bis zum Jahresende soll die Neuausrichtung im Gesamtunternehmen verankert werden. Inhaltlich legt das neue Leitbild einen verstärkten Fokus auf Publikumsnähe, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Transparenz, welche neu als eigener Kernwert geführt wird. Zudem wurde die redaktionelle und unternehmerische Unabhängigkeit neu gefasst: Sie schützt die Organisation nun explizit nicht mehr nur vor externer politischer oder wirtschaftlicher Einflussnahme, sondern auch vor internen institutionellen Interessen.
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