Beobachtetes Signal · 11. Juni 2026 · Earnings Report · Quelle: Manager Magazin · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Positiv
Schwarz-Gruppe steigert Umsatz auf 185,6 Milliarden Euro und expandiert
Die Schwarz-Gruppe – Mutterkonzern von Lidl und Kaufland – hat im Geschäftsjahr 2025/26 einen Gesamtumsatz von 185,6 Milliarden Euro verzeichnet, was einem Wachstum von 5,8 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Das Unternehmen eröffnete 300 neue Filialen und betreibt weltweit rund 14.500 Standorte in 33 Ländern. Während Lidl etwa 140 Milliarden Euro (+6,1 %) und Kaufland 36,7 Milliarden Euro (+4,3 %) erwirtschafteten, stagnierte der E-Commerce-Umsatz bei 1,7 Milliarden Euro. Im Digital- und IT-Bereich wuchs Schwarz Digits um rund 16 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, angetrieben durch die Cloud-Nachfrage und geplante Rechenzentrumsinvestitionen in Brandenburg. Insgesamt steigerte die Gruppe ihre Investitionen auf rund 9 Milliarden Euro und plant für das laufende Jahr Ausgaben von über 10 Milliarden Euro.
Das Umsatzwachstum, die Filialexpansion sowie die massiven Investitionen in Cloud-Infrastruktur und Digitalisierung der Schwarz-Gruppe beeinflussen maßgeblich die Marktanteile im Handel, bieten neue Potenziale im Bereich Retail Media und eröffnen strategische Partnerschaften für AdTech- und Datendienstleister.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Gesamtumsatz der Schwarz-Gruppe 2025/26: 185,6 Milliarden Euro (+5,8 %).
- Eröffnung von 300 neuen Filialen; Gesamtnetz umfasst rund 14.500 Standorte in 33 Ländern.
- Lidl-Umsatz: rund 140 Milliarden Euro (+6,1 %); Kaufland-Umsatz: 36,7 Milliarden Euro (+4,3 %).
- Kombinierter E-Commerce-Umsatz von Lidl und Kaufland stagnierte bei 1,7 Milliarden Euro.
- Schwarz Digits wächst um rund 16 % auf 2,2 Milliarden Euro dank steigender Nachfrage nach Cloud-Lösungen und Rechenzentrumsprojekten.
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Schwarz Gruppe forciert Automatisierung und E-Mobilität in der Logistik
Die Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland) beschleunigt die Automatisierung, Elektrifizierung und digitale Vernetzung ihrer Supply Chain. Auf dem zweiten Future Day im Kaufland-Logistikzentrum Geisenfeld diskutierten über 650 Branchenexperten über autonome Transporte, KI-gestützte Lagerprozesse, E-Mobilität und Kreislaufwirtschaft. Als Novum im deutschen Lebensmitteleinzelhandel testet Lidl gemeinsam mit Einride einen kabinenlosen, autonomen E-Lkw auf öffentlichen Straßen. Im Standort Geisenfeld sind bereits 80 Prozent der Lebensmittelkommissionierung automatisiert; Roboter übernehmen 70 Prozent der Depalettierung. Die hauseigene Cloud-Plattform STACKIT von Schwarz Digits sichert dabei die digitale Souveränität und Datenintegration. Neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur begegnet der Konzern dem Fachkräftemangel durch Automatisierung, wodurch sich Mitarbeiterrollen hin zu Überwachung und Steuerung verlagern. Die Initiative unterstreicht das strategische Verständnis von Logistik als integrierte Technologie- und Infrastrukturaufgabe.
Schwarz-Gruppe plant Rechenzentrum für 5,6 Milliarden Euro bei Rostock
Die Schwarz-Gruppe investiert bis zu 5,6 Milliarden Euro in den Bau eines Großrechenzentrums im Industriegebiet Dummerstorf im Landkreis Rostock, angeführt von CEO Gerd Chrzanowski. Die Anlage zielt auf eine anfängliche Kapazität von 240 MW bis 2033 ab, mit einer potenziellen Erweiterung auf 1 GW bis 2045. Das Projekt soll das digitale Ökosystem der Gruppe, einschließlich Schwarz Digits, als europäische, souveräne Cloud- und KI-Alternative nach deutschem Recht hosten, um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu unterstützen. Der Standort wurde aufgrund seines Hochspannungsnetzanschlusses sowie des Zugangs zu On- und Offshore-Windkraft ausgewählt; der Betrieb soll ausschließlich mit erneuerbarem Strom erfolgen und die Abwärme über eine Fernwärmekooperation mit den Stadtwerken Rostock nutzen. Der Bau voraussichtlich Tausende Arbeitsplätze sowie rund 120 dauerhafte, hochqualifizierte Stellen schaffen; Schwarz Digits verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro (ein Plus von 16 Prozent).
Schwarz Digits: Co-Chef Rolf Schumann verlässt die Lidl-Mutter
Christian Müller (49) übernimmt die alleinige Leitung von Schwarz Digits, der Digitalsparte der Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland). Co-Chef Rolf Schumann (51) verlässt das Unternehmen nach sieben Jahren mit sofortiger Wirkung. Schumann kam 2019 als Chief Digital Officer und wurde im Frühjahr 2020 in die Geschäftsführung berufen; gemeinsam etablierten sie Loyalty-Programme wie Lidl Plus und die Kaufland Card mit über 100 Millionen Nutzern. Schwarz Digits skaliert derzeit zu einer europäischen Alternative zu großen Cloud-Anbietern und positioniert sich als Hyperscaler für externe Kunden. Flankiert wird dies von einem milliardenschweren Investitionsprogramm, zu dem unter anderem ein elf Milliarden Euro teures Rechenzentrumsprojekt im brandenburgischen Lübbenau im Spreewald gehört.
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