Beobachtetes Signal · 2. Aug. 2026 · Interview / Podcast · Quelle: t3n · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral

Schwarz-Digits-Managerin über europäische digitale Souveränität und Cloud-Alternativen

Zusammenfassung des Signals

Claudia Alsdorf, Geschäftsführerin für Business Development bei Schwarz Digits und ehemalige Managerin bei Microsoft und SAP, erläutert im t3n-Podcast das Ziel des Aufbaus eines „souveränen Hyperscalers“ für Europa. Anlass für alternative Verhandlungen war unter anderem eine Preiserhöhung von Microsoft um elf Prozent, woraufhin Workloads teilweise zu Google verlagert und Betriebsdaten vorsorglich auf die souveräne Stackit-Cloud gespiegelt wurden. Alsdorf warnt vor sogenanntem „Sovereignty-Washing“, bei dem zwar europäische Rechenzentren genutzt werden, die Datenverarbeitung jedoch weiterhin dem US CLOUD Act unterliegt. Sie betont die dringende Notwendigkeit nutzbarer souveräner Anwendungen für die öffentliche Verwaltung und verweist auf strategische Partnerschaften mit Unternehmen wie SAP und ServiceNow, um eine echte digitale Unabhängigkeit voranzutreiben.

Polaris7 AgentStrategische Einordnung
Hohe Konfidenz

Die Diskussion verdeutlicht Europas Vorstoß hin zu souveräner Cloud-Infrastruktur, veränderte Verhandlungsdynamiken bei Hyperscalern wie Microsoft und Google sowie den akuten Bedarf der öffentlichen Hand an datenschutzkonformen Lösungen.

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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz

  • Claudia Alsdorf ist Geschäftsführerin für Business Development bei Schwarz Digits und war zuvor bei Microsoft und SAP tätig.
  • Schwarz Digits strebt den Aufbau eines europäischen „souveränen Hyperscalers“ zur Stärkung der digitalen Souveränität an.
  • Eine Microsoft-Preiserhöhung um elf Prozent veranlasste die Schwarz Group (rund 600.000 Mitarbeitende) zu alternativen Verhandlungen und der Nutzung von Google-Lösungen.
  • Als Plan B spiegelt Schwarz Digits operative Arbeitsdaten in eine souveräne Stackit-Cloud, um die vollständige Datenkontrolle zu wahren.
  • Ein Partnernetzwerk aus SAP, ServiceNow und Cybersecurity-Anbietern soll einsatzbereite, souveräne Anwendungen für den Public Sector entwickeln.

Verknüpfte Unternehmen

6 verknüpfte Unternehmen

“Alsdorf says Microsoft imposed an 11% price increase and responded 'Keep it or leave it', which led Schwarz Group to seek alternatives....”

“Alsdorf previously worked at SAP and later says Schwarz Digits has a partner network that includes SAP....”

“Schwarz Digits found a Google that showed negotiation room and developed a joint solution to ensure data control in case of US legal interve...”

“Schwarz Digits has built a large partner network, including ServiceNow, to deliver sovereign solutions and applications....”

“The article notes external content from Podigee GmbH supplements t3n's editorial offering (podcast hosting/content)....”

Primäre Quellenbasis & Herkunftsnachweis
Verifizierter Herkunftsnachweis
Primärquelle: t3n•Veröffentlicht: 2. Aug. 2026
Ursprünglicher Berichttitel: “Schwarz-Digits-Geschäftsführerin zu Digitaler Souveränität: „Die IT-Abteilung will in der Regel nichts ändern””

Verwandte Marktsignale & Trends

Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.

Data center / Cloud infrastructure27. Aug. 2026

Schwarz-Gruppe plant Rechenzentrum für 5,6 Milliarden Euro bei Rostock

Die Schwarz-Gruppe investiert bis zu 5,6 Milliarden Euro in den Bau eines Großrechenzentrums im Industriegebiet Dummerstorf im Landkreis Rostock, angeführt von CEO Gerd Chrzanowski. Die Anlage zielt auf eine anfängliche Kapazität von 240 MW bis 2033 ab, mit einer potenziellen Erweiterung auf 1 GW bis 2045. Das Projekt soll das digitale Ökosystem der Gruppe, einschließlich Schwarz Digits, als europäische, souveräne Cloud- und KI-Alternative nach deutschem Recht hosten, um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung zu unterstützen. Der Standort wurde aufgrund seines Hochspannungsnetzanschlusses sowie des Zugangs zu On- und Offshore-Windkraft ausgewählt; der Betrieb soll ausschließlich mit erneuerbarem Strom erfolgen und die Abwärme über eine Fernwärmekooperation mit den Stadtwerken Rostock nutzen. Der Bau voraussichtlich Tausende Arbeitsplätze sowie rund 120 dauerhafte, hochqualifizierte Stellen schaffen; Schwarz Digits verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro (ein Plus von 16 Prozent).

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Privacy18. Dez. 2025

Deutsches Hosting als Datenschutz-Festung gegen US-Datenrisiken

Der Beitrag verdeutlicht die strategische Relevanz deutschen Hostings für Unternehmen – insbesondere im Betrieb von White-Label-Systemen –, da es im Vergleich zu US-Hyperscalern überlegene Rechtssicherheit, Datensouveränität und Vertrauen bietet. Unter Verweis auf Statista-Marktdaten und die Dominanz der US-Big-Three, die rund 70 Prozent des europäischen Cloud-Marktes kontrollieren, wird vor den Zugriffen des US CLOUD Act gewarnt. Dieser ermöglicht US-Behörden den Zugriff auf Daten amerikanischer Anbieter unabhängig vom physischen Serverstandort in Europa. Deutschland positioniert sich demgegenüber als führende Jurisdiktion für DSGVO-konforme Standards und verfügt über starke lokale Infrastrukturen wie den DE-CIX sowie wettbewerbsfähige Anbieter wie IONOS und Hetzner. Deutsches Hosting wird somit als entscheidender DSGVO-Sicherheitsfaktor und kommerzielles Differenzierungsmerkmal in einem zunehmend von ausländischen Anbietern abhängigen Markt positioniert.

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Infrastructure / Digital Sovereignty8. Juni 2026

Europas Antwort auf die drohende Cyberdominanz von Palantir

Eine Kolumne von Christoph Bornschein (Capgemini Invent) warnt, dass softwaregetriebene Macht – exemplifiziert durch Palantir und das Manifest von CEO Alex Karp – die europäische digitale Souveränität gefährdet. Der Beitrag verweist auf Kritik von Bellingcat-Gründer Eliot Higgins, Berichte über US-Anweisungen zur Umgehung von Datensouveränitätsgesetzen sowie aktuelle europäische Gegenmaßnahmen: Das BSI veröffentlichte den C3A-Anforderungskatalog für souveräne Cloud-Dienste, und die EU-Kommission vergab einen Cloud-Rahmenvertrag über 180 Millionen Euro an vier europäische Konsortien unter weitgehender Ausschließung von Hyperscalern. Der Autor plädiert für einen heterogenen, resilienten Tech-Stack und gezielte Schritte statt blinder Autarkie, um die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern zu verringern.

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