Beobachtetes Signal · 4. Sept. 2026 · Earnings Report · Quelle: DWDL · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Neutral
Deutsches Pay-TV- und VoD-Wachstum stagniert bei 5,5 Milliarden Euro
Der deutsche Privatmedienverband VAUNET hat neue Marktzahlen vorgelegt, wonach die Umsätze im Pay-TV- und VoD-Markt nach jahrelangem dynamischen Wachstum im Jahr 2025 bei 5,5 Milliarden Euro stagnieren; die bisherige Prognose lag bei 5,8 Milliarden Euro. Für 2026 rechnet der Verband mit einem leichten Anstieg auf 5,6 Milliarden Euro, der ausschließlich vom SVoD-Segment getragen wird, während klassische Pay-TV-Kanäle leichte Rückgänge verzeichnen. Trotz der Umsatzstagnation steigt die Zahl der Abonnements weiter: Pay-TV-Abos wuchsen auf 15,8 Millionen, und SVoD-Abonnements werden 2026 voraussichtlich die Marke von 26 Millionen überschreiten. VAUNET-Geschäftsführer Frank Giersberg führte die verfehlte Prognose auf ein verändertes Marktumfeld zurück und erneuerte die Forderung nach fairen Wettbewerbsbedingungen gegenüber Big Tech sowie gegen Werbeeinschränkungen. Am Rande bestätigten Führungskräfte von RTL und ProSiebenSat.1 laufende Gespräche über die künftige Content-Distribution, während Branchenbeobachter die strategischen Konsequenzen für die großen Medienhäuser analysieren.
Zentrale Branchendaten zum deutschen Pay-TV- und Streaming-Markt verdeutlichen eine spürbare Wachstumsverlangsamung und erfordern strategische Anpassungen der großen Marktteilnehmer angesichts des veränderten Wettbewerbsumfelds.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- VAUNET meldet Stagnation des deutschen Pay-TV- und VoD-Umsatzes bei 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 (unter der früheren Prognose von 5,8 Milliarden Euro).
- VAUNET prognostiziert für 2026 einen leichten Anstieg auf 5,6 Milliarden Euro, wobei das Wachstum allein von SVoD getragen wird.
- Die Abonnements für klassisches Pay-TV stiegen 2025 auf 15,8 Millionen und sollen 2026 auf 16,4 Millionen anwachsen.
- SVoD-Abonnements werden 2026 voraussichtlich die Schwelle von 26 Millionen überschreiten.
- Führungskräfte von RTL und ProSiebenSat.1 bestätigten laufende Gespräche über die zukünftige Content-Distribution.
- RTLs Sky Stream distribuiert derzeit ProSiebenSat.1-Kanäle im Rahmen einer Vereinbarung aus der Zeit vor der RTL-Übernahme von Sky.
Verknüpfte Unternehmen
7 verknüpfte Unternehmen“Über Sky Stream, das mittlerweile ja auch zu RTL Deutschland gehört, werden die ProSiebenSat.1-Sender verbreitet....”
“Nicole Agudo Berbel, Geschäftsführerin und Chief Distribution & Partnerships Officer bei ProSiebenSat.1...”
“Über Sky Stream, das mittlerweile ja auch zu RTL Deutschland gehört, werden die ProSiebenSat.1-Sender verbreitet....”
“Eun-Kyung Park, SVP & Country Manager GSA bei The Walt Disney Company...”
“Matthias Heinze, SVP Commercial & Managing Director GSA bei Warner Bros. Discovery...”
“Der erfolgreiche Start von HBO Max ist der beste Beweis dafür....”
“Henning Nieslony, Executive Vice President Streaming RTL Deutschland...”
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Francie Petrick wird Geschäftsführerin von Antenne Deutschland
Francie Petrick wurde zur neuen Geschäftsführerin von Antenne Deutschland ernannt, dem Betreiber des zweiten nationalen DAB+-Bundesmux in Deutschland. Sie wird auch deren Tochtergesellschaft Ad Audio, den nationalen Audiovermarkter, leiten. Petrick folgt auf Mirko Drenger, der Ende September das Unternehmen verlassen hat. Sie behält parallel ihre Position als Geschäftsführerin von Media Broadcast, die sie seit 2022 innehat. Petrick ist seit 2015 bei Media Broadcast tätig und leitete zuvor das Endkundengeschäft von Freenet TV. Antenne Deutschland betreibt sechs nationale Absolut-Radiosender und erhielt 2025 eine Sendelizenz für Radio Absolut AI, das erste bundesweite Radioprogramm, das von künstlicher Intelligenz moderiert wird.
ARD-Mediathek überholt ZDF, RTL+ wächst im September
Im September 2026 erreichte die ARD-Mediathek wieder die Marke von 100 Millionen gestreamten Stunden und kam auf 106,2 Millionen Stunden, ein Plus von 16,1 Prozent gegenüber August. Dieses Wachstum wurde durch Inhalte wie die finale Staffel von 'Babylon Berlin' und Live-Fußball beflügelt. Das ZDF-Streamingportal verzeichnete hingegen nur ein minimales Wachstum von 0,8 Prozent auf 77,4 Millionen Stunden und blieb damit hinter ARD und anderen Plattformen zurück. RTL+ verzeichnete ein deutliches Wachstum von 10,9 Prozent insgesamt und 18,8 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen und erreichte 64,6 Millionen Stunden. Die Streamingstunden von DAZN verdreifachten sich auf 14,6 Millionen, was vermutlich auf die Champions League zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu verzeichnete Wow einen Rückgang von 5,8 Prozent auf 8,3 Millionen Stunden, während Sky um 11,8 Prozent zulegte. Amazon blieb mit 125,8 Millionen Stunden führend. Die Daten stammen von der AGF Videoforschung.
Seven.One Media startet Self-Service AdManager für den Mittelstand
Seven.One Media, die Vermarktungstochter von ProSiebenSat.1, hat mit dem 'AdManager' ein Self-Service-Tool eingeführt, das kleinen und mittelständischen Unternehmen die Planung und Ausspielung von Addressable-TV-Kampagnen auf Connected TVs ermöglicht. Das Tool, das Kunden der Konzernmutter MFE bereits aus Italien und Spanien kennen, senkt die Einstiegshürde für TV-Werbung für kleinere Mittelständler. Werbungtreibende können L-förmige SwitchIn-Formate buchen und Zielgruppen nach verschiedenen Kriterien definieren, inklusive regionaler Aussteuerung. Ein Echtzeit-Dashboard ermöglicht die Erfolgsmessung und Optimierung der Kampagnen. Der Start wird durch eine Kampagne auf den Sendern und Digitalplattformen von ProSiebenSat.1 begleitet. Nicola Lussana, CEO von Seven.One Media, betonte die Bedeutung des Mittelstands als Wachstumsmotor und die Rolle des Tools bei der Demokratisierung des Zugangs zur TV-Werbung.
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