Beobachtetes Signal · 2. Nov. 2026 · Opinion / Analysis · Quelle: VideoWeek · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Positiv
KI-Videosparen sollten mehr Output finanzieren, nicht Honorarkürzungen
Lindsay Hong, ehemalige COO von Stagwells Locaria und heutige Podcast-Host, argumentiert, dass KI-bedingte Kostensenkungen in der Videoproduktion Marken dazu veranlassen sollten, mehr Output von Agenturen zu verlangen, statt niedrigere Honorare auszuhandeln. Laut IAB-Forschung nutzen 86 % der Käufer generative KI für Video-Creatives oder planen dies. Die ISBA-Umfrage 2026 zeigt, dass 76 % der britischen Werbetreibenden Effizienz als Hauptziel ihrer KI-Strategie nennen, was Einkaufsabteilungen dazu drängt, Agenturen zu Honorarkürzungen zu bewegen. Hong kontert mit Jevons-Paradoxon und verweist darauf, dass günstigere Produktion historisch zu mehr Nachfrage führte, nicht zu weniger Ausgaben. Sie plädiert dafür, dass Agenturen von Stundenabrechnung auf Output- oder ergebnisbasierte Preise umstellen und die wachsende Bedeutung von Urteilsvermögen, Qualitätskontrolle und Kanalstrategie betont. Während einfache Produktionen zunehmend intern erledigt werden, können Agenturen mit starker Strategie ihren Wert erhalten oder steigern.
Der Artikel bietet eine strategische Analyse, wie KI-bedingte Produktionskostensenkungen die Preisbildungsmodelle von Agenturen und die Beziehungen zwischen Marken und Agenturen beeinflussen werden, was für AdTech- und MarTech-Akteure relevant ist, aber keine bahnbrechenden Neuigkeiten darstellt.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- IAB-Forschung zeigt, dass 86 % der Käufer generative KI für Video-Creatives nutzen oder planen.
- Laut ISBA-Umfrage 2026 unter britischen Werbetreibenden nennen 76 % Effizienz als Hauptziel ihrer KI-Strategie, gegenüber 65 % im Vorjahr.
- Eine Analyse von Citadel Securities von Indeed-Daten zeigt, dass die Anzahl der Stellenausschreibungen für Softwareentwickler Anfang 2026 im Jahresvergleich um 11 % gestiegen ist, trotz KI-Coding-Agenten.
- Lindsay Hong ist ehemalige COO von Stagwells Locaria und Mitbegründerin/CEO von SmartAssets.
- Der Artikel zitiert William Stanley Jevons' Beobachtung von 1865, dass Effizienzgewinne die Gesamtnachfrage erhöhen können.
Verknüpfte Unternehmen
4 verknüpfte Unternehmen“Lindsay Hong ist ehemalige COO von Stagwells Locaria.”
“IAB-Forschung zeigt, dass 86 Prozent der Käufer generative KI nutzen oder planen, um Video-Creatives zu erstellen.”
“Die jüngste Ankündigung von Microsoft-Kürzungen scheint dies zu untermauern.”
“In der ISBA-Umfrage 2026 unter britischen Werbetreibenden gaben 76 Prozent an, dass Effizienz das Hauptziel ihrer generativen KI-Strategie s...”
Ontologie & Marktkonzepte
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Werbeindustrie ringt mit steigenden KI-Kosten und unklarem ROI
Während Agenturen KI von Pilotprojekten in tägliche Workflows überführen, treiben steigende Compute- und Token-Kosten die Entwicklung neuer Governance- und Preismodelle voran. Unternehmen experimentieren mit Token-Limits, gebündelten Zugängen, Subskriptionen und ergebnisbasierten Honoraren, kämpfen jedoch mit der Messbarkeit des tatsächlichen Geschäftswerts im Vergleich zu den Ausgaben. Agenturen wie PMG, S4 Capital/Monks, Dept, Cheil und Publicis testen diverse Ansätze, um KI-Kosten zu kontrollieren, während Kunden und Procurement infolge von Automation sinkende Preise erwarten. Das Kernproblem bleibt ungelöst: Während die Erfassung von Token-Ausgaben unkompliziert ist, gestaltet sich die Attribution des geschäftlichen Mehrwerts als äußerst schwierig, was Agentur-Revenue-Modelle und Client-Verhandlungen vor neue Herausforderungen stellt.
Agenturen bewegen sich in der Wertschöpfungskette nach oben, da KI die Produktion kommodifiziert
Eine in Industrial Marketing Management veröffentlichte Studie zeigt, dass generative KI die routinemäßige Content-Produktion kommodifiziert. Dies zwingt Content-Marketing-Agenturen zu einem Paradigmenwechsel: Weg von der reinen Ausführung, hin zu höherwertigen Dienstleistungen wie strategischer Beratung, KI-Implementierung, Personalisierung und Business Advisory. Gestützt auf Interviews mit 13 Agenturvertretern und neun Markenverantwortlichen verdeutlichen die Forscher, dass Kunden künftig verstärkt für menschliches Urteilsvermögen, Kreativität und Geschäftsstrategie bezahlen werden – Bereiche, die KI nicht einfachreplizieren kann. Der auf MarTech erschienene Beitrag von Constantine von Hoffman unterstreicht, dass die Produktion zwar unverzichtbar bleibt, jedoch nicht mehr ausreicht, um Differenzierung zu sichern. Vielmehr werden Aufmerksamkeit, strategische Weitsicht und individuelle Ausrichtung zu den primären Werttreibern für Agenturen im Zeitalter künstlicher Intelligenz.
KI-Rechenkosten verändern heimlich Principal Media Deals
Agenturen leiten KI-Infrastruktur- und Token-Berechnungskosten zunehmend über Principal Media Deals um. Dabei verpflichten sie Kunden zu festen Budgetanteilen für Principal Inventory, während im Gegenzug die Agentur die KI-Kosten übernimmt. Diese Praxis nutzt die etablierte Agentur-Ökonomie – im Großhandel eingekaufte Media-Volumina mit Aufschlag weiterzuveräußern – zur Finanzierung unvorhersehbarer KI-Ausgaben. Für Kunden ohne Audit-Rechte kann dies jedoch zu Intransparenz führen. Branchenexperten betonen, dass es sich hierbei um eine Fortführung langjähriger kommerzieller Kompromisse wie Effizienzsteigerungen oder Offshoring handelt und kein gänzlich neues Modell darstellt. Ergebnisbasierte Vergütungsmodelle bleiben außerhalb gut abgestimmter Großmarken weiterhin eine Seltenheit.
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