Beobachtetes Signal · 22. Mai 2026 · Study Release · Quelle: https://martechseries.com/feed/ · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
80 % der Marketer optimieren ohne verifizierte Kaufdaten
Eine im März 2026 veröffentlichte Studie des Affinity Solutions Outcomes Marketing Council unter 210 leitenden Marken- und Agentur-Marketern zeigt, dass 80 % der Befragten ihre Kampagnen primär anhand von Signalen jenseits verifizierter Kaufdaten in-flight optimieren. Werden diese Entscheidungen nachträglich mit echten Abverkäufen abgeglichen, erweisen sich rund 35 % der Optimierungen als hinfällig. Der Bericht benennt systemische Ursachen wie Datenlatenz, lange Datenwege, eingeschränkten Transaktionszugriff und Datenschutzvorgaben, die zu einer starken Abhängigkeit von Proxy-Metriken und spürbarer Media Waste führen. Zwei Drittel schätzen, dass mindestens 11 % des Media-Budgets durch Optimierungsverzögerungen verloren gehen. Zudem glauben 91 %, dass von Plattformen ausgewiesene Ergebnisse teilweise übertrieben sind, während Automatisierung zwar verbreitet ist, aber nur 20 % der Optimierung vollständig automatisiert ablaufen.
Die Studie quantifiziert gravierende Messlücken und Media Waste infolge fehlender Echtzeit-Kaufdaten, die die Kampagnensteuerung, Budgeteffizienz und den Einsatz deterministischer Optimierungs-Workflows im Werbeökosystem maßgeblich beeinträchtigen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Der Affinity Solutions Outcomes Marketing Council veröffentlichte einen Bericht auf Basis einer Befragung von 210 leitenden Marken- und Agentur-Marketern vom März 2026.
- 80 % der Befragten optimieren Kampagnen in-flight primär auf Basis von Signalen ohne verifizierte Kaufdaten.
- Etwa 35 % der in-flight getroffenen Optimierungsentscheidungen halten dem Abgleich mit tatsächlichen Verkaufszahlen nicht stand.
- Zwei Drittel der Marketer schätzen den durch Optimierungsverzögerungen verursachten Media Waste auf mindestens 11 % des Budgets; über ein Drittel geht von mehr als 26 % aus.
- 91 % der Marketer bewerten von Plattformen gemeldete Resultate als gewissermaßen übertrieben; über 75 % nutzen automatisierte Kampagnenoptimierung, jedoch läuft diese nur in 20 % der Fälle vollständig automatisiert ab.
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Marketer investieren zu wenig in Post-Click-Optimierung
Eine Studie von Unbounce und Ascend2 unter 304 US-Paid-Media-Profis zeigt, dass Marketer die Zielseiten-Optimierung zwar als entscheidenden Hebel für den Paid Media ROI erkennen, diesen Bereich jedoch vernachlässigen. 90 Prozent nennen Budget- oder Ressourcenengpässe, weshalb Gelder eher in Audienceresearch, KI-Tools und Ad Creatives fließen statt in Landing Pages. 86 Prozent nutzen KI im Paid Media (hauptsächlich für Reporting, Targeting und Copy), aber nur 19 Prozent für die Erstellung oder Optimierung von Landing Pages. Viele Werbetreibende leiten bezahlten Traffic nach wie vor auf generische Website-Seiten oder die Homepage statt auf kampagnenspezifische Landing Pages. Teams, die ihre ROI-Ziele übertreffen, investieren hingegen ausgeglichener in Landing Pages, Attribution, Testing und Post-Conversion-Maßnahmen.
Übermäßige Kampagnen-Optimierung kann das Marketing-Wachstum hemmen
Der MarTech-Artikel argumentiert, dass eine exzessive Optimierung auf Metriken wie ROAS und CPA das langfristige Wachstum begrenzen kann, indem sie das Volumen deckelt und zukünftige Skalierungsmöglichkeiten einschränkt. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie effizienzgetriebene Entscheidungen leistungsschwächere Kanäle eliminieren, die eigentlich die zukünftige Pipeline und Cross-Selling-Potenziale speisen. Das Stück empfiehlt, Wachstums- und Effizienzziele zu trennen, kanalübergreifend statt in Silos zu optimieren und mit einem breiteren Kontext zu messen – darunter Gesamtkosten pro Akquisition, Effizienzuntergrenzen, funnelspezifische KPIs und der Customer Lifetime Value. Es wird geraten, Paid Media für die Nachfragegenerierung von Einstiegsprodukten zu nutzen, während CRM, E-Mail und Retargeting das Cross-Selling und die Retention übernehmen. Zudem wird davor gewarnt, dass die isolierte Optimierung einer Metrik nicht dasselbe ist wie die Optimierung auf übergeordnete Geschäftsziele.
Nur 22 % der Werbetreibenden nutzen Analytics konsistent für Geschäftsentscheidungen
Laut dem '2026 State of Commercial Decisioning Survey' von Analytic Partners unter 455 Führungskräften bei Werbetreibenden mit über 1 Milliarde US-Dollar Umsatz (durchschnittliches Marketingbudget: 100 Millionen US-Dollar) nutzen nur 22 % kontinuierlich Analytics für strategische Entscheidungen. Diese Minderheit – bezeichnet als 'Empowered Organizations' – generiert durchschnittlich 40 Millionen US-Dollar an inkrementellem Jahresumsatz (Spitzenwerte über 120 Millionen US-Dollar) und erzielt einen um rund 10 % höheren ROI als der Wettbewerb. Der Bericht führt diese Outperformance auf unternehmensweite Entscheidungsprozesse wie agile Steuerung, skalierbare Innovation, Omnichannel-Präzision und Stakeholder-Alignment zurück. Dabei fungieren Marketing Mix Modeling (MMM) und Commercial Analytics als zentrale Steuerungsinstrumente: Fast 40 % der Befragten stufen MMM und Commercial Analytics als primäre 'Single Source of Truth' für wesentliche Budgetallokationen ein. Der Beitrag erschien am 19. Juni 2026 bei The Drum.
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