Beobachtetes Signal · 31. Jan. 2022 · Market Research & Intelligence · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Talentmangel bremst die Digitalisierung in deutschen Unternehmen aus
Eine Studie von Udacity und Ipsos unter mehr als 2.000 Führungskräften und über 4.000 Mitarbeitern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA zeigt, dass der Mangel an qualifizierten Fachkräften die Digitalisierung in Unternehmen massiv hemmt, wobei Deutschland besonders stark betroffen ist. Rund 59 Prozent der Arbeitgeber spüren spürbare negative Effekte durch Personalengpässe. Als Hauptengpass gilt die unzureichende Akzeptanz und das mangelnde Engagement der Belegschaft (50 Prozent), was interne Digitalisierungsprozesse verlangsamend verzögert. Zwar bewerten 80 Prozent der Unternehmen ihre Weiterbildungsinitiativen als mindestens mäßig erfolgreich, doch sind nur 45 Prozent der zugangsberechtigten Mitarbeiter damit zufrieden. Zudem geben 40 Prozent der Führungskräfte an, dass eine hohe Fluktuation das Erreichen digitaler Ziele erschwert. Vor allem jüngere Arbeitnehmer (69 Prozent der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland) fordern gezielte, vom Arbeitgeber finanzierte Trainings zur Schließung dieser Lücken.
Branchenrelevante Studie zu Herausforderungen bei der Talententwicklung und Digitalisierung mit moderaten Auswirkungen auf die AdTech- und MarTech-Landschaften.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Udacity und Ipsos befragten über 2.000 Führungskräfte und 4.000 Mitarbeiter in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA.
- 59 Prozent der Arbeitgeber verzeichnen mittlere bis starke Auswirkungen durch den Mangel an Fachkräften, mit besonders hohen Werten in Deutschland.
- 50 Prozent führen eine langsame interne Digitalisierung auf mangelnde Akzeptanz und Engagement der Mitarbeiter zurück.
- 80 Prozent der Unternehmen bewerten eigene Weiterbildungsmaßnahmen als erfolgreich, aber nur 45 Prozent der beteiligten Mitarbeiter sind zufrieden.
- 69 Prozent der 18- bis 29-Jährigen in Deutschland erwarten vom Arbeitgeber finanzierte Weiterbildungsangebote.
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Marken setzen trotz unklarer ROI-Nachweise vermehrt auf Microdramas
Werbetreibende investieren zunehmend in Microdramas – vertikale Short-Form-Videoformate mit Ursprung in China –, um die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu gewinnen. Marken wie Crocs, Nuuly und P&Gs Native setzen bereits auf Branded Microdramas und erzielen starke Engagement-Werte. So generierte die Serie von Bob's Discount Furniture über 152 Millionen Views und 9 Millionen Dollar an zurechenbarem Umsatz. Dennoch bleibt der direkte ROI oft unbewiesen. Marketer stehen vor einer KPI-Herausforderung und müssen Earned Media Value gegen kulturelle Relevanz abwägen. Laut Snap und Ipsos konsumieren 42 % der täglichen Social-Media-Nutzer Microdramas. Plattformen wie ReelShort und DramaBox fordern etablierte Streaming-Dienste heraus; ihre In-App-Werbeumsätze stiegen im ersten Quartal 2025 um 31 % bzw. 29 %. Trotz hoher Reichweiten gefährdet das Fehlen klarer Performance-Nachweise die langfristige Nachhaltigkeit des Kanals.
OpenAI erzielt mit ChatGPT Ads eine Umsatz-Run-Rate von einer Milliarde US-Dollar
Das Werbegeschäft von OpenAIs ChatGPT hat innerhalb von 200 Tagen nach dem US-Launch im Februar 2026 eine annualisierte Umsatz-Run-Rate von einer Milliarde US-Dollar erreicht, exklusive Werbeguthaben. Nun expandiert die Plattform mit ihrem Self-Serve Ads Manager nach Indien, in den Nahen Osten, nach Nordafrika und in 31 europäische Länder, flankiert von über 50 Partnern. Zu den neuen Tools gehören ein vereinfachtes Onboarding, CPC-Bidding und eine Conversions API. Trotz hoher Kaufabsicht kämpft der Kanal mit Performance-Hürden: Die CTR liegt bei 0,6 bis 0,91 Prozent, und 14,35 Prozent der Anzeigen sind themenfremd. Werbetreibende fordern bessere Mess- und Integrationsmöglichkeiten und behandeln das Medium vorerst als experimentell. OpenAI prognostiziert für 2026 Werbeumsätze von 2,5 Milliarden und bis 2030 von 100 Milliarden US-Dollar, während eMarketer deutlich konservativere Werte vorhersagt.
B2B Creator Marketing: Format-Kopie gefährdet echte Wirkung
Cos Mingides, Mitgründer von True, argumentiert, dass B2B-Vermarkter das sichtbare Format von Creator-Content kopieren – vertikales Video, Jump Cuts, Untertitel –, aber das entscheidende Element vernachlässigen, das Creator einflussreich machte: überzeugende Inhalte, die Menschen tatsächlich konsumieren wollen. Er zitiert Forschung des LinkedIn B2B Institute und Ipsos zum 'Credibility Stack' sowie IPA-Forschung zur Influencer-Effektivität, warnt jedoch, dass Kennzahlen wie 4x Engagement niedrige Ausgangswerte schönreden können. Er betont, dass nicht jeder Mitarbeiter zum Creator werden kann; echte Creator haben eine einzigartige Mischung aus Fachwissen und Unterhaltungswert. Er warnt auch vor dem Risiko, Markenwerte um Personen aufzubauen, die das Unternehmen verlassen könnten, und verweist auf ein True-Projekt mit Rockwool. Schließlich empfiehlt er Marken, entweder tief in wenige vielversprechende interne Talente zu investieren oder mit echten Creatorn zu kooperieren, die ihr eigenes Publikum mitbringen, wie Michelin mit Adam Savage's Tested.
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