Beobachtetes Signal · 19. Aug. 2026 · Study / Report · Quelle: Retail-News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Studie: Immer mehr gesunde Unternehmen verlassen den Markt
Eine gemeinsame Studie von Creditreform und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt, dass die Unternehmensschließungen in Deutschland im Jahr 2025 den höchsten Stand seit fast 20 Jahren erreicht haben. Rund 188.000 Betriebe gaben ihren Betrieb auf, was einem Anstieg von 10 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die Untersuchung verdeutlicht, dass ein wachsender Anteil wirtschaftlich gesunder Firmen – vielfach ohne Insolvenzverfahren – freiwillig aus dem Markt ausscheidet. Als Ursachen werden schwierige Finanzierungsbedingungen, technologischer Wandel, steigender Wettbewerb, Fachkräftemangel und demografische Nachfolgelücken genannt. Sektoral zeigen sich spürbare Zuwächse bei Schließungen im Baugewerbe, im verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe sowie im Gesundheitswesen, darunter ein Anstieg von 23 Prozent bei Arztpraxen. Regional verzeichnete Bremen die höchste Schließungsquote, während Baden-Württemberg und Hamburg vergleichsweise niedrigere Werte aufwiesen.
Die Studie signalisiert einen deutlichen Anstieg von Marktaustritten im Handel und anderen Sektoren, was die Werbenachfrage sowie Retail-Media-Inventory verringern und auf breiteren wirtschaftlichen Druck für Marketingbudgets hindeuten kann – eine relevante, wenn auch keine branchenverändernde Plattform- oder Richtlinienmeldung.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Eine gemeinsame Studie von Creditreform und dem ZEW untersuchte die Unternehmensschließungen in Deutschland für das Jahr 2025.
- Im Jahr 2025 wurden rund 188.000 Unternehmensschließungen in Deutschland verzeichnet, ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber 2024.
- Etwa 87 Prozent der Geschäftsaufgaben erfolgten ohne Insolvenzverfahren; rund 13 Prozent standen im Zusammenhang mit einer Insolvenz.
- Branchenzahlen 2025: über 11.000 Schließungen im verarbeitenden Gewerbe (+10%), rund 24.000 im Bau (+12%), über 15.000 im Gastgewerbe und rund 11.000 im Gesundheitswesen (+12%), wobei Arztpraxisschließungen um 23 Prozent auf etwa 5.500 stiegen.
- Regional wies Bremen mit 7,8 Prozent die höchste Schließungsquote auf, während Baden-Württemberg und Hamburg mit 5,3 Prozent niedrigere Quoten verzeichneten.
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Ontologie & Marktkonzepte
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Deutscher Einzelhandel: Anzahl stationärer Geschäfte sinkt unter 300.000
Der deutsche stationäre Einzelhandel schrumpft weiter: Laut Schätzungen des Handelsverbands Deutschland (HDE) fällt die Zahl der physischen Geschäfte in diesem Jahr erstmals unter die Marke von 300.000 und soll bis 2026 auf rund 296.600 sinken (-4.900). Damit setzt sich der Trend seit der Wiedervereinigung fort, nachdem Ende 2015 noch etwa 372.000 Standorte existierten. Die Pandemie und Nachfolgejahre beschleunigten diesen Strukturwandel massiv. Während der Online-Handel 2025 real um 3,5 Prozent wuchs, stagnierten die stationären Umsätze. Laut Allianz Trade stiegen die Insolvenzen im Handel 2025 auf 2.571 Fälle (nach 2.291 im Vorjahr), wovon bekannte Marken wie Görtz, Gerry Weber, Wormland und Eterna betroffen waren. HDE-Präsident Alexander von Preen warnte vor zunehmendem Leerstand in den Innenstädten. Diese Entwicklung verändert die Retail-Ökonomie grundlegend und hat direkte Auswirkungen auf Media-Planung, Retail Media und lokale Werbebudgets.
Deutschland bleibt Europas Hotspot für große Firmenpleiten
Laut Allianz Trade verzeichnete Deutschland im ersten Halbjahr 2026 mit 33 Großinsolvenzen von Unternehmen ab 50 Millionen Euro Jahresumsatz einen Anstieg von zehn Prozent im Jahresvergleich. Dies knüpft an das Rekordjahr 2025 mit 94 derartigen Fällen an. Die Automobilindustrie führte mit sieben Pleiten das Branchenranking an, gefolgt vom Handel mit fünf Fällen. In den vergangenen vier Quartalen entfielen rund 30 Prozent aller westeuropäischen Großinsolvenzen auf Deutschland (97 Fälle), womit es vor Frankreich, Italien und Großbritannien liegt. Weltweit stiegen die Großinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 um 13 Prozent, wobei der Handel am stärksten betroffen war. Allianz Trade rechnet mit keiner nachhaltigen Entspannung und warnt vor anhaltenden Risiken für globale Lieferketten.
Unternehmensinsolvenzen in Deutschland bleiben im Juli auf außergewöhnlich hohem Niveau
Der IWH-Insolvenztrend zeigt, dass die Unternehmensinspirat... insolvenzen in Deutschland im Juli 2026 auf einem historisch erhöhten Niveau verharrten. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) verzeichnete 1.689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften — ein Rückgang von 1 % gegenüber Juni, aber ein Anstieg von 7 % im Vergleich zu Juli 2025 sowie 75 % über dem prä-COVID-Juli-Durchschnitt. Frühindikatoren des IWH erreichten im Juli einen neuen Höchststand, was darauf hindeutet, dass der Insolvenzdruck in den kommenden Monaten anhalten wird. Insbesondere unternehmensnahe Dienstleistungen sowie der Finanz- und Versicherungssektor verzeichneten die höchsten Insolvenzzahlen seit 2020, während der Hospitality-Sektor weniger Fälle als üblich meldete. Von den zehn Prozent der größten Insolvenzen im Juli waren mehr als 13.000 Arbeitsplätze betroffen.
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