Beobachtetes Signal · 20. Mai 2026 · Report Release · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
SRG-Analyse: Kulturangebote dominieren im Audiobereich, TV sendet meist zu Randzeiten
Die Schweizer SRG hat mit der Studie «Zwischen Jodeln, Jazz und Jugendliteratur» eine systematische Programmanalyse vorgelegt. Untersucht wurden 4.890 redaktionelle Beiträge einer künstlichen Woche im Jahr 2025 über TV, Audio/Podcasts, Online und Social Media hinweg. Das Ergebnis: 28,1 % aller Beiträge weisen einen kulturellen Schwerpunkt auf, wobei 40,8 % dieser Inhalte medieninduziert sind, also eigens für die Berichterstattung geschaffen wurden. Den höchsten Kulturanteil verzeichnet Audio mit 51,5 % der Sendezeit. Im Fernsehen entfallen zwar 15,9 % des Programms auf Kultur, mehr als die Hälfte (51,7 %) davon wird jedoch im Nachtprogramm ausgestrahlt. Zudem offenbart der Bericht ein Gender-Ungleichgewicht – lediglich rund ein Drittel der sichtbaren Akteure sind Frauen – sowie eine starke Konzentration auf das SRF-Sendegebiet. Der Branchenverband Suisseculture begrüßte die Erhebung, forderte jedoch methodische Verfeinerungen.
Die Analyse liefert Publishern, Vermarktern und Kulturschaffenden wichtige Erkenntnisse über plattformspezifische Reichweiten und Programmierungsstrategien im Schweizer Markt, besitzt darüber hinaus jedoch begrenzte internationale Signalwirkung.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Studie analysierte 4.890 redaktionelle Beiträge einer künstlich erstellten Programmwoche aus dem Jahr 2025.
- Plattformübergreifend wiesen 28,1 % der redaktionellen SRG-Beiträge einen Kulturschwerpunkt auf.
- Audioformate (Radio und Podcasts) widmen 51,5 % ihrer gesamten Sendezeit kulturellen Inhalten.
- Im Fernsehen entfallen 15,9 % der Sendezeit auf Kultur, wovon 51,7 % im Nachtprogramm platziert sind.
- 40,8 % der Kulturberichterstattung basieren auf eigens von der SRG initiierten Medienereignissen und Studioformaten.
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SRG plant Neuausrichtung der Kulturradios nach Reichweitenverlusten durch UKW-Abschaltung
Das Schweizer öffentlich-rechtliche Medienhaus SRG erwägt umfassende Programmanpassungen für seine Kulturradiosender, um nach jahrelangen Hörerückgängen das veränderte Nutzungsverhalten besser zu adressieren. Berichten zufolge könnte SRF 2 Kultur in einen einheitlichen nationalen Kultursender mit regionalen Programmfenstern überführt werden; die SRG dementierte diese Pläne nicht und betonte die Notwendigkeit einer nutzungsorientierten Ausrichtung. Die Analyse verdeutlicht, dass Rete Due von RSI dank eines ausgewogenen Vollprogramms aus Wort- und Musikanteilen durchgehend höhere Marktanteile erzielte als SRF 2 Kultur und Espace 2. Der SRG-Jahresbericht 2025 belegt deutliche Unterschiede bei den Wortanteilen der einzelnen Sender und dokumentiert zudem einen signifikanten Hörerschwund infolge der vollständigen UKW-Abschaltung Ende 2024.
Fög study: Young Swiss want SRG on social media
A study by the University of Zurich's Research Center for Public and Society (Fög) reveals that a majority of the Swiss population supports public service media like SRG, but expectations for its online presence vary significantly by age. Among 18-24 year-olds, 69.9% want SRG to be present on social media, while only 23.8% of those over 55 do. The population generally values SRG's own channels, with 69.6% emphasizing TV presence and 47% mentioning websites/apps. The study is intended to inform the new SRG concession starting in 2029, where the federal government plans to focus online efforts on audio and video. The findings suggest that reducing presence on third-party platforms would particularly affect younger audiences, and the authors argue against blanket regulations for specific online formats.
SRF 2 Kultur: Scharfe Kritik an Programm- und Digitalstrategie
Der Schweizer Kultursender SRF 2 Kultur sieht sich massiver interner Kritik an seiner strategischen Ausrichtung ausgesetzt. Marco Meier, ehemaliger Programmleiter von DRS 2 (2008–2010), führt die Halbierung des Marktanteils in den letzten 15 Jahren auf Managementfehler und ein fehlendes Gesamtkonzept zurück. Im Magazin «Kulturtipp» kritisierte Meier insbesondere Programmkürzungen, die umstrittene UKW-Abschaltung sowie eine unzureichende Digitalstrategie, bei der klassische Radioformate lediglich als Digitalangebote umetikettiert würden. Internationale Medienmarken wie France Culture oder Die Zeit belegten hingegen, dass anspruchsvolle Kulturinhalte weiterhin ein breites Publikum erreichen können. Trotz des Bekenntnisses von SRG-Generaldirektorin Susanne Wille zum Erhalt des Senders fehle es an einem tragfähigen Zukunftsmodell. Zudem bemängelte Meier eine interne Kultur der Verunsicherung, die offenen Widerspruch verhindere.
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