Beobachtetes Signal · 5. Juni 2026 · Research Report · Quelle: https://martech.org/feed/ · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Report: Marketing-Messung scheitert an zunehmender Fragmentierung
Der aktuelle Bitly-Report „The Marketing Visibility Report“ unterstreicht, dass die Erfolgsmessung im Marketing zunehmend fragmentiert ist. Laut der Befragung von über 250 Marketing-Experten nutzt ein durchschnittliches Team sechs verschiedene Measurement-Tools, während jedoch nur 18 Prozent einen klaren Blick auf tatsächlich funktionierende Maßnahmen haben. Organic Social ist der am häufigsten genutzte Kanal, weist jedoch gemeinsam mit Landingpages, Paid Social, Search und E-Mail die größten Sichtbarkeitslücken auf. Kanalspezifische Metriken und isolierte Tools verhindern, dass Marketer Aktivitäten valide mit echten Business Outcomes verknüpfen können. Gleichzeitig sorgen KI-generierte Antworten, Zero-Click-Verhalten, Dark-Funnel-Aktivitäten und KI-beschleunigte Kampagnen für ein immer unübersichtlicheres Signalvolumen.
Der Report verdeutlicht anhaltende Attribution- und Messlücken über verschiedene Kanäle hinweg, die den ROI-Nachweis erschweren und mittlere Industrieauswirkungen für MarTech-Anbieter, Measurement-Plattformen sowie Identity Management-Initiativen haben.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Bitly hat den „The Marketing Visibility Report“ auf Basis einer Befragung von über 250 Marketing-Professionals veröffentlicht.
- Das durchschnittliche Marketing-Team setzt sechs verschiedene Tools zur Performance-Messung ein.
- Lediglich 18 Prozent der Marketer geben an, eine klare Sicht auf tatsächlich erfolgreiche Maßnahmen zu haben.
- 72 Prozent der Befragten nutzen Organic Social Media als ihren am häufigsten bespielten Kanal.
- Die größten Sichtbarkeitslücken identifizieren Marketer in Organic Social, Landingpages, Paid Social, Search und E-Mail.
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Marketer verlieren Vertrauen in Messung wegen widersprüchlicher Signale
Branchenexperten wie Zach Epstein (Gründer von Haus) und Jon Humphrey (GM von Rokt Ads) kritisieren gegenüber The Drum, dass die digitale Marketingmessung versagt, da mehrere Plattformen überlappende Daten liefern und dieselben Conversions für sich beanspruchen. Mehr Daten führen demnach zu widersprüchlichen Signalen, veralteten Budgetansätzen und einer Attribution, die oft eher Korrelation als Kausalität abbildet. Die Experten fordern eine stärkere Fokussierung auf kaufbestätigte Umgebungen im Transaction Moment, kontinuierliche Inkrementalitätstests, kontrafaktische Analysen sowie unabhängige kausale Daten als Basis für verlässliche KI-gestützte Entscheidungen. Haus bietet nach eigenen Angaben eine Plattform, die Echtzeit-Signaturen inkrementeller Ereignisse generiert, um die Verzögerung zwischen Insight und Aktion zu minimieren.
B2B-Marketer zweifeln an der Qualität ihrer Messdaten
Eine neue 10Fold-Studie unter 400 Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland zeigt, dass weniger als die Hälfte (49 %) großes Vertrauen in die Genauigkeit und Vollständigkeit der Daten hat, die in die B2B-Marketingbudgets einfließen. Zwar steuern Messdaten weiterhin die Budgetierung über Kanäle wie Paid Social, Paid Media und Owned Content hinweg, doch kämpfen Teams mit der Datenintegration: Lediglich 35 % verfügen über ein vollständig integriertes Reporting, während 37 % nach wie vor manuelle Tabellenkalkulationen nutzen. Zudem wächst das Interesse der Führungsetage an nachgelagerten Geschäftsergebnissen und aufkommenden KI-Kennzahlen wie KI-Sichtbarkeit und LLM-Citation-Tracking, wenngleich die Verknüpfung dieser Signale mit dem Umsatz weiterhin eine Herausforderung darstellt.
Werbetreibende als Haupthindernis für verlässliche Media-Measurement-Standards
Der Artikel argumentiert, dass Werbetreibende selbst und nicht nur die Walled Gardens das Haupthindernis für verlässliches Media Measurement darstellen. Da Agenturen, Marken und Plattformen Metriken isoliert auf eigene Ziele ausrichten, entsteht eine fragmentierte Datenbasis ohne konsistente Abgleichbarkeit. Zur Lösung werden drei Kernmaßnahmen empfohlen: Kampagnen müssen von Beginn an so strukturiert sein, dass sie Multi-Touch Attribution (MTA), Marketing Mix Modeling (MMM) sowie Incrementality-Tests nativ unterstützen. Zudem sollten einheitliche Industriestandards und Taxonomien des IAB und IAB Tech Lab verpflichtend eingeführt werden. Drittens wird gefordert, unabhängige Akkreditierungen durch Organisationen wie den Media Rating Council (MRC) zur Voraussetzung bei Partnerauswahl und Budgetvergabe zu machen. Ohne eine einheitliche Datengrundlage drohe KI fehlerhafte Metriken unbemerkt zu skalieren.
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