Beobachtetes Signal · 9. Okt. 2024 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Mehr Werbung auf Prime Video: Sammelklage vor Ausweitung
Prime Video plant in Deutschland eine deutliche Erhöhung der Werbebelastung innerhalb bestehender Abonnements für die Jahre 2024 und 2025. Nachdem Amazon am 5. Februar 2024 Werbung eingeführt hatte, um im Vergleich zum linearen Fernsehen und anderen Streaming-Diensten weniger Ads auszuspielen, bleibt eine werbefreie Option für rund drei Euro Aufpreis pro Monat verfügbar. Der Rollout stieß jedoch auf heftige Verbraucherkritik; die Verbraucherzentrale Sachsen erwägt eine Ausweitung ihrer laufenden Sammelklage, die bereits über 61.000 Unterstützer zählt. Laut Berichten von The Information streben Werbetreibende Upfront-Budgets von 1,8 Milliarden US-Dollar für Prime Video an. Im zweiten Quartal 2024 verzeichnete Amazon einen Umsatz von rund 148 Milliarden US-Dollar, wovon etwa 12,8 Milliarden US-Dollar auf den Bereich Advertising entfielen. Marketer schätzen insbesondere die niedrigeren CPMs von rund 30 US-Dollar sowie geplante Shoppable Ads. Diese Entwicklung verdeutlicht den anhaltenden Konflikt zwischen Connected TV-Monetarisierung und dem Verbraucherschutz.
Die geplante Ausweitung werbefinanzierter Inhalte auf Prime Video und die drohende Ausweitung der Verbraucherklage haben erhebliche Relevanz für die Entwicklung des Connected TV-Werbeökosystems.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Start der Werbung auf Prime Video in Deutschland am 5. Februar 2024.
- Das werbefreie Abo kostet etwa 3 Euro monatlich extra.
- Im Q2 2024 betrug der Amazon-Gesamtumsatz rund 148 Milliarden US-Dollar, davon ca. 12,8 Milliarden US-Dollar durch Advertising.
- Die initialen CPMs für Prime Video lagen bei rund 30 US-Dollar.
- Die Verbraucherzentrale Sachsen führt eine Sammelklage mit über 61.000 Registrierungen gegen Amazon.
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Sammelklage gegen Amazon wegen Prime Video Ads vor OLG-Verhandlung
Die Verbraucherzentrale Sachsen geht juristisch gegen Amazons Integration von Werbung in bestehende Prime Video-Abonnements vor. Die mündliche Verhandlung vor dem Oberlandesgericht München ist für den 19. Mai 2026 angesetzt. Im Fokus steht Amazons Vorgehen, Werbung ohne explizite Zustimmung einzuführen, statt ein separates werbefinanziertes Modell zu etablieren. Betroffene Kunden fordern eine Rückerstattung von monatlich 2,99 Euro, was sich seit Anfang 2024 auf rund 80 Euro summiert. Bislang haben sich fast 220.000 Verbraucher der Sammelklage angeschlossen; Eintragungen in das Klägerregister sind noch bis zum 9. Juni möglich. Ein vorheriges Urteil des Landgerichts München I gab den Klägern recht. Amazon weist die Vorwürfe zurück, betont die rechtzeitige Information der Kunden und hat Berufung eingelegt. Das Verfahren könnte wegweisend für die Monetarisierungsstrategien von Streamingdiensten, Einwilligungsprozesse und mögliche Schadenersatzforderungen im Connected TV-Markt sein.
Amazon Prime Video Ads: Erfolgreiche Bilanz und neue Werbeformate
ADZINE sprach mit Nils Gräf über das einjährige Jubiläum von Prime Video mit Werbung. In der EU5-Region buchten 80 Prozent der Werbekunden, die im ersten Halbjahr Prime-Video-Inventar belegten, in den folgenden sechs Monaten erneut Kampagnen. Prime-Mitglieder haben die Wahl zwischen einer ad-supported Stufe und einer werbefreien Option für 2,99 Euro pro Monat, wobei die Mehrheit im werbefinanzierten Tarif verbleibt. Laut Gräf wirken Prime Video Ads besonders effektiv im Rahmen einer Full-Funnel-Strategie, wofür HP und Unilever beispielhaft stehen. Für 2025 kündigte Amazon interaktive Formate wie Interactive Video Ads, Interactive Shoppable Carousels sowie Pause Ads mit QR-Codes an. Zu den weiteren Neuerungen zählen erweitertes Targeting über Streaming- und Shoppingsignale, die Reach-Planner-Integration mit AGF-Daten sowie Amazon-Marketing-Cloud-Analysen für High Value Audiences und Optimal-Frequency. Ergänzt wird das Portfolio durch KI-gestützte Tools wie einen Cloud-SQL-Generator und einen Video-Generator.
Amazons 'Über dich' zeigt kuriose Kundendaten
Ein viraler Threads-Beitrag zeigte die Funktion 'Über dich' in der Amazon-App, die abgeleitete persönliche Attribute über Kunden basierend auf Einkaufshistorie, Bewertungen und Alexa-Interaktionen anzeigt. Beispiele sind 'flaches Gesäß', 'besitzt einen Kindle Paperwhite' und 'ist zu klein, um in einen 40-Zoll-Karton zu greifen'. Die Funktion, die in Deutschland nicht verfügbar ist, löste Belustigung und Besorgnis über die Datensammlung aus. Amazon gibt an, die Daten zu nutzen, um relevante Empfehlungen zu bieten, und Nutzer können diese Präferenzen einsehen und anpassen. Der Artikel unterstreicht das Ausmaß der datengetriebenen Personalisierung und Transparenz von Amazon.
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