Beobachtetes Signal · 3. Juni 2026 · Policy Update · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 1/5 · Sentiment: Neutral
MAZ schafft Aufnahmeprüfung ab und reformiert Journalismusausbildung
Das Schweizer Institut für Journalismus und Kommunikation (MAZ) hat ab 2027 weitreichende Reformen für sein zweijähriges Journalismus-Diplom angekündigt. Ziel der drei Hauptänderungen ist es, das Ausbildungsprogramm praxisorientierter und besser mit dem Berufsleben vereinbar zu gestalten. Künftig können Studierende im zweiten Jahr ihre Vertiefungsrichtung wechseln, etwa von Text zu Audio oder Video. Zudem wird das geforderte Mindestpensum für Praktikumstage auf 280 Tage über zwei Jahre reduziert, was zusammen mit den Unterrichtstagen einer Arbeitsbelastung von rund 80 Prozent entspricht. Die separate Aufnahmeprüfung entfällt komplett; Voraussetzung für die Zulassung bleiben jedoch eine feste Redaktionsstelle oder regelmäßige freie Mitarbeit bei einem Medium. Das MAZ begründet die strukturellen Anpassungen neben veränderten Branchenanforderungen auch mit finanziellem Druck infolge rückläufiger Teilnehmerzahlen und gesunkener Umsätze im Jahr 2025.
Die programmatischen und strukturellen Änderungen an einem Schweizer Ausbildungsinstitut haben primär lokale und medienpädagogische Relevanz mit begrenzten direkten Auswirkungen auf die breitere AdTech- und MarTech-Industrie.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das MAZ reformiert ab 2027 das zweijährige Journalismus-Diplom mit drei zentralen Änderungen.
- Studierende können im zweiten Jahr die Spezialisierung wechseln, beispielsweise von Text zu Audio oder Video.
- Das geforderte Praktikum wird auf 280 Tage in zwei Jahren reduziert (entspricht mit Kursen ca. 80 % Arbeitsbelastung).
- Die separate Aufnahmeprüfung wird abgeschafft; Voraussetzung bleibt eine feste oder regelmäßige freie Redaktionstätigkeit.
- Das MAZ reagiert damit auf veränderte Branchenbedürfnisse sowie finanzielle Engpässe durch sinkende Studierendenzahlen im Jahr 2025.
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MAZ schließt Geschäftsjahr 2025 mit Verlust und sinkenden Umsätzen ab
Das MAZ – Schweizer Schule für Journalismus und Kommunikation hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresfehlbetrag und deutlichen Umsatzeinbußen abgeschlossen. Dem Geschäftsbericht zufolge beläuft sich der Nettoverlust auf 114.164 CHF, während das operative Ergebnis bei minus 1,525 Millionen CHF und damit rund eine halbe Million CHF unter dem Budget lag. Die Nettoumsatzerlöse aus Dienstleistungen sanken von 4,8 Millionen CHF auf 3,97 Millionen CHF. Sowohl der Bereich Journalismus als auch der Bereich Kommunikation verzeichneten Rückgänge. Um auf die Entwicklung zu reagieren, hat das MAZ Anfang 2026 ein Transformationsprojekt zur Überprüfung des Angebots und zur Senkung der Fixkosten gestartet sowie im zweiten Halbjahr 2025 einen Akkreditierungsprozess zur staatlichen Anerkennung der Diplome eingeleitet.
Axel Springer Academy übernimmt redaktionelle Verantwortung für die B.Z.
Axel Springer überträgt die Führung und redaktionelle Verantwortung der Berliner Boulevardzeitung B.Z. an die Axel Springer Academy of Journalism and Technology. Die Leitung übernimmt Miriam Krekel, die bereits von 2017 bis 2012 die Chefredaktion innehatte und heute die Academy leitet. Mit dieser radikalen organisatorischen Neuausrichtung will Springer die Marke verjüngen, mit innovativen Formaten wie KI-gestütztem hyperlocal journalism experimentieren und die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des lokalen Boulevardjournalismus sichern. Die neue Redaktion kombiniert erfahrene Redakteure mit rotierenden Journalistenschülern. Im Zuge der Restrukturierung rechnet das Medienhaus mit Stellenabbaumaßnahmen im niedrigen zweistelligen Bereich, die sozialverträglich und über Abfindungs- beziehungsweise Aufhebungsangebote geregelt werden sollen. Eine klassische Chefredakteursposition für die B.Z. wird es künftig nicht mehr geben; die weitere Rolle des bisherigen Redaktionsleiters Jan Schilde bleibt zunächst offen.
MDR plant Einstellung des Nachmittagsmagazins „MDR um Zwei“ zum Jahresende
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) wird sein werktägliches Magazin „MDR um Zwei“ voraussichtlich zum Jahresende einstellen. Grund hierfür sind umfassende Sparmaßnahmen infolge der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags. MDR-Intendant Ralf Ludwig hatte zuvor erheblichen Konsolidierungsbedarf signalisiert. Laut Berichten informierte Landesfunkhaus-Chef Tim Herden die Belegschaft in Magdeburg bereits über das geplante Aus. Sendersprecher Michael Naumann verwies auf ausstehende Gremienentscheidungen und Etatengpässe, dementierte die Pläne jedoch nicht. Ein mögliches Nachfolgeformat soll künftig rein non-linear via Streaming statt im linearen Fernsehen verbreitet werden; die reguläre Live-Strecke im TV-Programm würde damit erst ab etwa 16:00 Uhr starten. Erst Mitte 2023 war die Produktion der Sendung vollständig nach Magdeburg verlegt worden.
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