Beobachtetes Signal · 15. Juli 2020 · Regulation · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Klagen gegen Amazon, Google und Microsoft wegen Gesichtserkennung
In den Vereinigten Staaten wurden drei Klagen eingereicht, die Amazon, Alphabet und Microsoft beschuldigen, Gesichtserkennungstechnologien ohne Erlaubnis mit Nutzerfotos trainiert zu haben. Die Kläger aus Illinois, Steven Vance und Tim Janecyk, behaupten, dass Fotos aus dem IBM-Datensatz „Diversity in Faces“ verwendet wurden, um diese Systeme zu trainieren. Dies verstößt ihrer Ansicht nach gegen den Illinois Biometric Information Privacy Act (BIPA), der die Speicherung und Nutzung biometrischer Daten ohne schriftliche Einwilligung einschränkt. Die Kläger argumentieren, dass die Beklagten von biometrischen Identifikatoren profitieren wollten, die von Bildern von Einwohnern aus Illinois und deren Konten stammen, wodurch die Einwohner fortlaufenden Datenschutzrisiken ausgesetzt werden. IBM stand in der Kritik, da keine Benachrichtigung der Betroffenen erfolgte; IBM verwies auf eine Opt-out-Option und hatte bereits im Juni seinen Ausstieg aus dem Markt für Gesichtserkennung angekündigt. Die in Washington und California eingereichten Klagen fordern Schadensersatz sowie Unterlassung und sind als Sammelklagen konzipiert. Der Fall verdeutlicht anhaltende Datenschutzbedenken und regulatorische Risiken im Zusammenhang mit der Nutzung biometrischer Daten im KI-Training und in der AdTech-Branche.
Klagen im Bereich der biometrischen Privatsphäre bergen erhebliche regulatorische und branchenweite Risiken für AdTech und das Training von KI-Modellen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- In Washington und California wurden Klagen auf Schadensersatz und Unterlassung gegen Amazon, Alphabet und Microsoft eingereicht.
- Die Kläger sind die aus Illinois stammenden Einwohner Steven Vance und Tim Janecyk.
- Der „Diversity in Faces“-Datensatz von IBM wurde zum Training von Gesichtserkennungstechnologien verwendet.
- Der Illinois Biometric Information Privacy Act (BIPA) verbietet die Speicherung biometrischer Daten ohne schriftliche Einwilligung.
- IBM plante zuvor den Ausstieg aus dem Markt für Gesichtserkennung.
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Amazon sieht sich Sammelklage wegen Ring-Gesichtserkennung ausgesetzt
Am 2. Juni 2026 wurde in Seattle eine Sammelklage gegen Amazon eingereicht, die dem Unternehmen vorwirft, über die „Familiar Faces“-Funktion der Ring-Videotürklingeln unautorisiert Bildmaterial von Passanten erfasst und gespeichert zu haben. Die im Dezember eingeführte Funktion nutzt KI, um regelmäßige Besucher für teilnehmende Nutzer zu identifizieren. Laut Klageschrift seien Millionen Menschen unwissentlich gescannt worden. Amazon betont hingegen, dass Gesichtsdaten verschlüsselt und nicht geteilt werden sowie unbekannte Gesichter nach 30 Tagen automatisch gelöscht würden. Die Klage fällt in eine Phase anhaltender Datenschutzbedenken bezüglich Ring, die bereits 2023 zu einem FTC-Vergleich wegen unbefugten Mitarbeiterzugriffs auf Videos führten. Für die AdTech- und MarTech-Branche hat der Fall Signalwirkung, da datenschutzrechtliche Präzedenzfälle und strengere Regulierungen direkten Einfluss auf die Erhebung und das Management biometrischer Verbraucherdaten sowie auf Consent-Prozesse haben.
Figma-Klage rückt Standardeinstellungen beim KI-Training in den Fokus
Eine Analyse der Standardeinstellungen von Figma für das Training von KI-Modellen bewertet die jüngste Sammelklage gegen das Unternehmen primär als Design- und Einwilligungsfrage und weniger als reinen Urheberrechtsstreit. Der Beitrag zeigt ein wiederkehrendes Muster bei Anbietern wie Zoom, Slack und Adobe auf, die KI-Trainingsoptionen unbemerkt als Standard aktivieren und damit Widerstand bei Anwendern sowie behördliche Prüfungen hervorrufen. Vorgestellt wird ein Vier-Fragen-Test (Einwilligung, Symmetrie, Offenlegung, Ausstieg), mit dem Produktteams prüfen können, ob Tools respektvoll mit Nutzerdaten umgehen. Zudem werden relevante Rechtsrahmen wie CCPA, GDPR und der EU AI Act beleuchtet. Designer und Produktteams werden aufgefordert, Speicherorte zu erfassen, tatsächliche Standardeinstellungen zu überprüfen und die Einholung von Erlaubnissen über nachträgliche Entschuldigungen zu stellen.
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