Beobachtetes Signal · 13. Juli 2026 · Company Profile · Quelle: Meedia · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Positiv
Instore-Screens erleben Comeback im Zuge der Retail Media-Evolution
Ein Interview mit Julian Plange von Seatback beleuchtet die Renaissance digitaler Instore-Screens und die Transformation von Retail Media. Als technischer Dienstleister für DOOH und Digital Signage entwickelt Seatback seit rund 2015 das CMS AdPlacer, das große, heterogene Instore-Netzwerke steuert und eine zielgerichtete Ausspielung ermöglicht. Zu den Nutzern zählen Handelsgiganten wie Rewe, während Philip Morris ein eigenes Werbenetzwerk mit Tankstellenscreens und digitalen Zahltellern betreibt. Seatback beschreibt eine hybride Realität: Programmatic-ähnliche Abläufe existieren in privaten Netzwerken, während echtes Real-Time Bidding selten bleibt und Händler ihre Inventare zunehmend monetarisieren. Zu den praktischen Hürden zählen fragmentierte Bildschirmformate, gesetzliche Werbebeschränkungen für Tabakwaren sowie der zurückhaltende Einsatz von Kassa-Daten und generativer KI für Creative Formats.
Branchenrelevantes Interview zur Technologie von DOOH und Retail Media sowie zum Einsatz von CMS-Lösungen bei Großkonzernen. Liefert praxisnahe Einblicke in Formatkomplexität, programmatische Ausspielung und Datennutzung, stellt jedoch keine fundamentale regulatorische Veränderung dar.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Seatback agiert seit rund zehn Jahren als technischer Dienstleister für DOOH und Digital Signage.
- Das Kernprodukt ist das Content Management System AdPlacer, das seit circa 2015 kontinuierlich weiterentwickelt wird.
- Rewe nutzt das CMS zur Standardisierung, während Philip Morris ein eigenes Instore-Werbenetzwerk inklusive Tabakregal-Screens betreibt.
- Retail-Netzwerke umfassen teilweise bis zu 25.000 heterogene Screen-Oberflächen, was hohe Anforderungen an das Management stellt.
- Seatback ermöglicht programmatic-ähnliche Ausspielungen und integrierte frühzeitig Supply-Side Platforms, primär erfolgen Buchungen jedoch direkt.
Verknüpfte Unternehmen
4 verknüpfte Unternehmen“Rewe nutzt unser CMS. Das Ziel ist, innerhalb der gesamten Rewe-Gruppe möglichst einheitliche Systeme und Standards zu haben....”
“Einige Unternehmen – zum Beispiel Rossmann – öffnen sich stärker für solche Werbekunden....”
“Ursprünglich entstand diese Logik aus einer ganz praktischen Idee: Man wollte verhindern, dass etwa Audi direkt hinter BMW läuft....”
“Ursprünglich entstand diese Logik aus einer ganz praktischen Idee: Man wollte verhindern, dass etwa Audi direkt hinter BMW läuft....”
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Instore Ads: Der Schlüssel für das Wachstum von Retail Media
Instore Ads fungieren als das fehlende Bindeglied im modernen Retail Media Mix. Digitale Screens am Point of Sale ermöglichen datengetriebene, programmatische Kampagnen nach Online-Standards. Prognosen zufolge verdoppeln sich die Umsätze im deutschen Retail Media Markt zwischen 2023 und 2027. Der entscheidende Differenzierungsfaktor ist die Omnichannel-Verknüpfung digitaler Kontakte mit realen Ladenkäufen, wodurch ROPO-Effekte messbar werden. Erste Pilotprojekte zeigen, dass sich Instore-Flächen nahtlos in Demand-Side Platform- und Supply-Path Optimization-Infrastrukturen integrieren lassen, um Closed-Loop-Messungen bis zum Checkout zu ermöglichen. Zu den etablierten KPIs zählen Ad Plays, Impressions und Category Uplifts, flankiert von IAB- und WFA-Initiativen für ein einheitliches Reporting. Fünf Hebel treiben die smarte Planung voran: Full-Funnel-Ansätze, Shelf-Kontext, Cross-Channel-Attribution, zielgerichtetes Targeting sowie der kontinuierliche technologische Fortschritt beim programmatischen Einkauf.
Retail Media: Infrastruktur steht bereit, Markt fordert nun Performance-Nachweise
In einem MEEDIA-Interview betonen Daniel Siegmund (One Tech Group) und David von Hilchen (StackAdapt), dass die Retail-Media-Infrastruktur in Deutschland weitgehend etabliert ist. Um weiteres Marktwachstum freizusetzen, müssen nun belastbare Messungen, First-Party Data und intelligentere Kampagnen folgen. Laut Siegmund sind bereits rund 95 % der In-Store-Screens in Deutschland programmatisch über die SSP1 der One Tech Group buchbar. Für die nächste Entwicklungsstufe fordern die Experten verlässliche Nachweise zur Werbewirkung, Dynamic Creative Optimization und den gezielten Einsatz von KI-Agenten zur Kampagnenoptimierung und Mediaplanung. Zudem prognostizieren sie eine Zunahme auktionsbasierter Einkäufe und sehen klares Potenzial für unabhängige Omnichannel-DSPs neben den großen Plattform-Walled-Gardens. Händler, Tech-Anbieter und Werbetreibende werden zu gemeinsamen Proof-of-Concept-Tests aufgerufen.
In-Store Retail Media: Digitale Screens erschließen neue Umsatzquellen für Händler
Ein neuer Branchenbericht von Advision News Monitor beleuchtet das wachsende Potenzial von In-Store Retail Media und analysiert, wie digitale Bildschirme am Point of Sale neue Einnahmequellen für den stationären Handel generieren. Durch die Verknüpfung von First-Party-Daten mit programmatischer Ausspielung über Digital-out-of-Home (DOOH) und digitale Instore-Touchpoints können Einzelhändler Werbetreibenden hochrelevante Werbeflächen direkt im Moment der Kaufentscheidung anbieten. Dieser Ansatz ermöglicht es Händlern, ihr Retail-Media-Netzwerk nahtlos von digitalen E-Commerce-Plattformen auf die physische Verkaufsfläche zu erweitern. Werbetreibende Marken profitieren dabei von einer verbesserten Closed-Loop-Attribution und können Werbewirkung unmittelbar mit realen Kassenumsätzen korrelieren. Die Professionalisierung von In-Store Retail Media treibt die Konvergenz zwischen E-Commerce, DOOH und stationärem Handel maßgeblich voran und wandelt den klassischen Verkaufsraum zunehmend in ein hochprofitables, datenbasiertes Werbemedium.
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