Beobachtetes Signal · 28. Mai 2026 · Study Publication · Quelle: Manager Magazin · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Illegales TV-Streaming verursacht 2,4 Milliarden Euro volkswirtschaftlichen Schaden
Eine Studie des Verbands Privater Medien (Vaunet) zeigt, dass illegales Live-TV-Streaming in Deutschland im Berichtsjahr 2025 stark zugenommen und einen makroökonomischen Schaden von rund 2,4 Milliarden Euro verursacht hat. Etwa 7,7 Millionen Menschen nutzten illegale TV-Streams, wobei der Hauptanteil in der Altersgruppe der 16- bis 33-Jährigen liegt. Vaunet beziffert die entgangenen Steuern und Sozialabgaben auf 542 Millionen Euro, während der direkte wirtschaftliche Schaden für Medienunternehmen bei rund 1,5 Milliarden Euro liegt. Dies entspricht einem Anstieg von rund einem Drittel im Vergleich zur Erhebung von 2022. Vaunet-Geschäftsführer Frank Giersberg forderte strengere Maßnahmen, darunter eine schnellere Löschung illegaler Inhalte durch Plattformen und Hosting-Provider sowie eine Verpflichtung von Internetprovidern zur Sperrung illegaler Livestreams während der Übertragung.
Erhebliche Umsatz- und Steuerausfälle beeinträchtigen Medienhäuser sowie die Monetarisierung von Werbeinventar im Broadcast- und Streaming-Ökosystem. Politische und regulatorische Reaktionen könnten künftige Content-Moderations- und Blocking-Praktiken massiv beeinflussen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Vaunet-Studie beziffert gesamtwirtschaftlichen Schaden durch illegales Live-TV-Streaming auf rund 2,4 Milliarden Euro (Berichtsjahr 2025).
- Rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland nutzten 2025 illegale TV-Streams, primär in der Altersgruppe der 16- bis 33-Jährigen.
- Dem Staat entgingen schätzungsweise 542 Millionen Euro durch Steuerausfälle und fehlende Sozialabgaben.
- Der direkte wirtschaftliche Schaden für betroffene Medienunternehmen beläuft sich auf circa 1,5 Milliarden Euro.
- Vaunet fordert schnellere Content-Modération durch Plattformen sowie Netzwerk-Sperren (Blocking) durch Internetprovider.
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Seven.One Media startet Self-Service AdManager für den Mittelstand
Seven.One Media, die Vermarktungstochter von ProSiebenSat.1, hat mit dem 'AdManager' ein Self-Service-Tool eingeführt, das kleinen und mittelständischen Unternehmen die Planung und Ausspielung von Addressable-TV-Kampagnen auf Connected TVs ermöglicht. Das Tool, das Kunden der Konzernmutter MFE bereits aus Italien und Spanien kennen, senkt die Einstiegshürde für TV-Werbung für kleinere Mittelständler. Werbungtreibende können L-förmige SwitchIn-Formate buchen und Zielgruppen nach verschiedenen Kriterien definieren, inklusive regionaler Aussteuerung. Ein Echtzeit-Dashboard ermöglicht die Erfolgsmessung und Optimierung der Kampagnen. Der Start wird durch eine Kampagne auf den Sendern und Digitalplattformen von ProSiebenSat.1 begleitet. Nicola Lussana, CEO von Seven.One Media, betonte die Bedeutung des Mittelstands als Wachstumsmotor und die Rolle des Tools bei der Demokratisierung des Zugangs zur TV-Werbung.
The Voice mit Streaming-Rekord, Babylon Berlin stark
Die Programmmarken-Ausweisung der AGF für die Kalenderwoche 39 (21.-27. September 2026) zeigt, dass 'The Voice of Germany' mit 511.000 eindeutigen Zuschauern auf Joyn einen neuen Streaming-Rekord aufgestellt hat und damit erstmals seit Einführung der Kennzahl im Jahr 2024 die Halbmillionen-Marke überschritt. Es war die stärkste Joyn-Marke der Woche. Unterdessen führte die ARD-'Sportschau' mit 1,767 Millionen Zuschauern das gesamte Streaming-Ranking an, begünstigt durch das Länderspiel der deutschen Nationalelf gegen Griechenland, dicht gefolgt von 'Babylon Berlin' mit 1,75 Millionen, das weiterhin das gefragteste Fiction-Angebot blieb. Auch RTLs 'Oktagon MMA' meldete außerhalb der Top 20 einen Streaming-Bestwert. Die Daten umfassen Streaming auf den eigenen Plattformen der Anbieter, ohne YouTube und soziale Netzwerke, und stellen Nettoreichweiten dar, nicht durchschnittliche Sehbeteiligung.
Amazon dominiert mit Champions League die Streaming-Charts
Die AGF hat ihre Streaming-Rankings für September 2026 veröffentlicht, erstmals mit offiziell gemessenen Daten für eine Champions-League-Übertragung auf Prime Video. Amazon führt die Tabelle mit großem Vorsprung an: Das Spiel BVB gegen Villarreal erzielte laut AGF-Census+-Messung 4,605 Millionen Views. Diese Kennzahl zählt Videostarts, nicht die durchschnittliche Sehbeteiligung, und ist daher nicht mit klassischen TV-Quoten vergleichbar. Weitere Sport-Highlights waren das Länderspiel Deutschland gegen Griechenland in der ARD-Mediathek mit über zwei Millionen Views und die Bundesliga-Partie Elversberg gegen FC Bayern bei DAZN mit rund 1,7 Millionen Videostarts. Auch abseits des Sports dominierte Amazon: Die Serien 'Reacher' und der Ableger 'Neagley' verzeichneten starke Abrufzahlen. RTL+ punktete mit dem 'Sommerhaus der Stars', während die ARD-Mediathek mit 'Babylon Berlin' ebenfalls in den Top 20 vertreten war.
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