Beobachtetes Signal · 18. Sept. 2026 · Research Release · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Fög-Studie: Junge Schweizer fordern SRG-Präsenz auf Social Media
Eine Studie des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög) der Universität Zürich zeigt, dass eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung öffentlich-rechtliche Medien wie die SRG unterstützt, die Erwartungen an die Online-Präsenz je nach Altersgruppe jedoch stark divergieren. Während 69,9 Prozent der 18- bis 24-Jährigen eine SRG-Präsenz auf Social Media fordern, sind es bei den über 55-Jährigen lediglich 23,8 Prozent. Generell schätzt die Bevölkerung die eigenen Kanäle der SRG: 69,6 Prozent betonen die Präsenz im Fernsehen und 47 Prozent nennen Websites beziehungsweise Apps. Die Untersuchung soll in die neue SRG-Konzession ab 2029 einfließen, in der der Bund plant, Online-Aktivitäten stärker auf Audio und Video zu fokussieren. Die Ergebnisse legen nahe, dass ein Rückzug von Drittplattformen vor allem jüngere Zielgruppen treffen würde, weshalb die Autoren pauschale Regulierungen für bestimmte Online-Formate ablehnen.
Die Studie liefert Einblicke in die Schweizer Medienmeinung, die zwar für die Rundfunkbranche relevant sind, jedoch keine direkten Auswirkungen auf Werbetechnologien oder Marketingoperationen haben.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Fög-Umfrage unter 1.493 Schweizer Einwohnern vom 18. bis 24. Juni 2026.
- 69,9 Prozent der 18- bis 24-Jährigen befürworten SRG auf Social Media, aber nur 23,8 Prozent der über 55-Jährigen.
- 57,7 Prozent der Bevölkerung halten öffentlich-rechtliche Medien wie die SRG für gesellschaftlich wichtig.
- 69,6 Prozent halten die SRG-Präsenz im Fernsehen für wichtig, 47 Prozent auf eigenen Websites/Apps.
- Die Studie dient als Grundlage für die neue SRG-Konzession ab dem Jahr 2029.
Verknüpfte Unternehmen
1 verknüpfte Unternehmen“Der Schweizer öffentlich-rechtliche Sender, der im Mittelpunkt der Studie über Erwartungen an Medien steht.”
Ontologie & Marktkonzepte
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Umfragen: Bevölkerung sieht SRG als Faktenprüferin
Zwei aktuelle Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung von der SRG erwartet, aktiv gegen Falschinformationen im Internet vorzugehen. Eine von der SRG in Auftrag gegebene YouGov-Studie (Frühjahr, 1256 Befragte) ergab, dass 88% es wichtig finden, dass SRF, RTS und RSI als verlässliche Quellen online Falschinformationen entgegenwirken, 60% sogar sehr wichtig. Eine Studie des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög) der Universität Zürich (September) identifizierte die Faktenprüfung ebenfalls als wichtigste neue Aufgabe (68% wichtig, 11% unwichtig). Die Studien unterscheiden sich jedoch bei der Bedeutung der Online-Präsenz: In der SRG-Studie finden 77% die Online-Angebote wichtig, beim Fög sind es nur 47% für Websites/Apps und 35% für Social Media. Auch bei Generationsunterschieden weichen sie ab: Das Fög sieht eine Kluft, insbesondere bei Social Media.
Bakom-Studie: SRG soll im Online-Bereich mehr Freiheiten erhalten
Das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat einen Ländervergleich zu öffentlich-rechtlichen Online-Mandaten veröffentlicht, der für erweiterte digitale Spielräume der SRG plädiert. Die von Sabrina Heiland und Manuel Puppis (Universität Freiburg) verfasste Studie analysiert die Schweizer Nachbarländer, Großbritannien, Belgien, Irland sowie nordische Staaten. Das Ergebnis: Lediglich Deutschland, Österreich und Belgien schränken Online-Textangebote öffentlich-rechtlicher Sender spürbar ein. Finnland begrenzte reine Textbeiträge bei Yle erst nach einer Verlegerbeschwerde bei der EU-Kommission. Die Autoren empfehlen eine technologieneutrale Definition des Leistungsauftrags, die Verankerung technischer Innovationen in der Konzession sowie den Ausbau der SRG zu einer digitalen Plattform im Sinne eines «Public Open Space». Die öffentliche Vernehmlassung zur neuen SRG-Konzession ist für das Frühjahr 2027 geplant, der finale Beschluss wird für Mitte 2028 erwartet.
Rechtsbürgerliche Kräfte erhöhen den Druck auf die SRG
Eine Untersuchung des Magazins Republik belegt den wachsenden politischen Druck auf die SRG trotz eines klaren Votums gegen die Halbierungsinitiative. Der neu gegründete Verein SVFAB analysierte angeblich rund 30'000 SRF-Sendungen mittels Künstlicher Intelligenz auf eine linkslastige Schlagseite hin und übergab die Daten an die neue Bakom-Direktorin Gianna Luzio. Der SVFAB fordert die Schaffung eines unabhängigen Mediengerichts mit Sanktionsbefugnissen und Bussen von bis zu 500'000 CHF. Medienminister Albert Rösti unterstützt die Debatte über eine angeblich unausgewogene Berichterstattung und erwägt, der Unabhängigen Beschwerdeinstanz (UBI) ebenfalls Bussenkompetenzen zu verleihen, was eine Gesetzesänderung erfordern würde. Medienexperten kritisieren die SVFAB-Methodik als intransparent und wissenschaftlich nicht haltbar. Die Diskussion verlagert sich zunehmend auf strukturelle Hebel wie Konzessionsbedingungen, Aufsichtsstrukturen und die künftige Finanzierung.
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