Beobachtetes Signal · 9. Aug. 2026 · Data Release · Quelle: Retail-News · Relevanz: 1/5 · Sentiment: Negativ
Unternehmensinsolvenzen in Deutschland bleiben im Juli auf außergewöhnlich hohem Niveau
Der IWH-Insolvenztrend zeigt, dass die Unternehmensinspirat... insolvenzen in Deutschland im Juli 2026 auf einem historisch erhöhten Niveau verharrten. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) verzeichnete 1.689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften — ein Rückgang von 1 % gegenüber Juni, aber ein Anstieg von 7 % im Vergleich zu Juli 2025 sowie 75 % über dem prä-COVID-Juli-Durchschnitt. Frühindikatoren des IWH erreichten im Juli einen neuen Höchststand, was darauf hindeutet, dass der Insolvenzdruck in den kommenden Monaten anhalten wird. Insbesondere unternehmensnahe Dienstleistungen sowie der Finanz- und Versicherungssektor verzeichneten die höchsten Insolvenzzahlen seit 2020, während der Hospitality-Sektor weniger Fälle als üblich meldete. Von den zehn Prozent der größten Insolvenzen im Juli waren mehr als 13.000 Arbeitsplätze betroffen.
Makroökonomische Insolvenzdaten zur wirtschaftlichen Lage deutscher Unternehmen und des Arbeitsmarktes sind für Retail- und Konjunkturprognosen relevant, haben jedoch nur begrenzte direkte Auswirkungen auf die AdTech- und MarTech-Branche.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldete im Juli 2026 insgesamt 1.689 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland.
- Die Insolvenzzahlen im Juli 2026 lagen 1 % unter Juni 2026, aber 7 % über Juli 2025 und 75 % über dem prä-COVID-Juli-Durchschnitt.
- Die IWH-Frühindikatoren markierten im Juli 2026 ein neues Rekordhoch und signalisieren anhaltenden Insolvenzdruck.
- Unternehmensnahe sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verzeichneten die höchsten Werte seit Beginn der IWH-Analysen im Jahr 2020.
- Über 13.000 Arbeitsplätze waren von den zehn Prozent der größten insolventen Unternehmen im Juli 2026 betroffen (26 % über dem Vorjahreswert).
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Großinsolvenzen in Deutschland verharren im zweiten Quartal 2026 auf hohem Niveau
Die Zahl größerer Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 weiterhin auf einem erhöhten Niveau geblieben. Laut dem „5-nach-12“-Report von FalkenSteg verzeichneten Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über zehn Millionen Euro 105 Insolvenzanträge – nahezu unverändert zum ersten Quartal mit 104 Fällen und rund zwölf Prozent über dem Vorjahreswert. Im ersten Halbjahr 2026 summierten sich die Anträge auf 209, womit das Quartal rund 40 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Besonders besorgniserregend ist die Verschiebung hin zu größeren Firmen mit über 100 Millionen Euro Umsatz. Klassische Insolvenzverfahren dominierten, während ESUG-Sanierungen ein Achtjahrestief erreichten. Von 70 abgeschlossenen Verfahren führten 45 zu einer Fortführung, wobei Asset Deals den häufigsten Ausgang darstellten. Die durchschnittliche Verfahrensdauer stieg auf 8,2 Monate an.
Deutschland bleibt Europas Hotspot für große Firmenpleiten
Laut Allianz Trade verzeichnete Deutschland im ersten Halbjahr 2026 mit 33 Großinsolvenzen von Unternehmen ab 50 Millionen Euro Jahresumsatz einen Anstieg von zehn Prozent im Jahresvergleich. Dies knüpft an das Rekordjahr 2025 mit 94 derartigen Fällen an. Die Automobilindustrie führte mit sieben Pleiten das Branchenranking an, gefolgt vom Handel mit fünf Fällen. In den vergangenen vier Quartalen entfielen rund 30 Prozent aller westeuropäischen Großinsolvenzen auf Deutschland (97 Fälle), womit es vor Frankreich, Italien und Großbritannien liegt. Weltweit stiegen die Großinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 um 13 Prozent, wobei der Handel am stärksten betroffen war. Allianz Trade rechnet mit keiner nachhaltigen Entspannung und warnt vor anhaltenden Risiken für globale Lieferketten.
Studie: Immer mehr gesunde Unternehmen verlassen den Markt
Eine gemeinsame Studie von Creditreform und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt, dass die Unternehmensschließungen in Deutschland im Jahr 2025 den höchsten Stand seit fast 20 Jahren erreicht haben. Rund 188.000 Betriebe gaben ihren Betrieb auf, was einem Anstieg von 10 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die Untersuchung verdeutlicht, dass ein wachsender Anteil wirtschaftlich gesunder Firmen – vielfach ohne Insolvenzverfahren – freiwillig aus dem Markt ausscheidet. Als Ursachen werden schwierige Finanzierungsbedingungen, technologischer Wandel, steigender Wettbewerb, Fachkräftemangel und demografische Nachfolgelücken genannt. Sektoral zeigen sich spürbare Zuwächse bei Schließungen im Baugewerbe, im verarbeitenden Gewerbe, im Gastgewerbe sowie im Gesundheitswesen, darunter ein Anstieg von 23 Prozent bei Arztpraxen. Regional verzeichnete Bremen die höchste Schließungsquote, während Baden-Württemberg und Hamburg vergleichsweise niedrigere Werte aufwiesen.
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