Beobachtetes Signal · 22. Juni 2026 · Industry Trend · Quelle: Modern Retail · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Neutral
KI-Agenten automatisieren Merchandising und Vendor-Verhandlungen im Handel
Einzelhändler und Retail-Tech-Anbieter setzen verstärkt KI-Agenten ein, um komplexe Merchandising-Aufgaben wie Sortimentsplanung, Bedarfsprognosen, Bestandsmanagement, Rechnungsabgleich und Lieferantenverhandlungen zu automatisieren. Dies reduziert manuelle Arbeitsprozesse grundlegend und verändert die Rolle von Merchants nachhaltig. Zu den im Markt agierenden Start-ups und Plattformen zählen Duvo.ai, Gain, Relex Solutions, Pactum, Crisp und Zenline AI. Während Relex und Crisp auf Demand-Prediction- und Merchandising-Tools spezialisiert sind, agieren Duvo.ai und Gain als digitale Co-Worker, die Lieferanten-E-Mails verarbeiten und autonom verhandeln. Auch Branchenriesen wie Walmart mit dem GenAI-Assistenten Wally und Target mit Trend Brain treiben eigene Entwicklungen voran. Branchenvertreter betonen die Notwendigkeit eines Human-in-the-Loop-Ansatzes, während Pilotprojekte in Europa und den USA zeigen, dass das Vertrauen in autonome Agenten wächst und operative sowie arbeitsmarktbezogene Veränderungen bevorstehen.
KI-Agenten zur Automatisierung von Merchandising und Lieferantenverhandlungen können Retail-Operating-Models, Vendor-Data-Exchanges und Merchant-Rollen tiefgreifend verändern. Dies beeinflusst bestehende Retail-Tech-Stacks sowie angrenzende MarTech- und Retail-Media-Operationen, wenngleich es sich überwiegend um frühe Piloten und Anbieter-Rollouts handelt.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Relevante Anbieter von KI-Merchandising- und Agentenlösungen sind unter anderem Duvo.ai, Relex Solutions, Gain, Pactum, Crisp und Zenline AI.
- Walmart stellte den GenAI-gestützten Assistenten Wally für Merchants vor; Target präsentierte 2025 eine Trend Intelligence-Plattform namens Trend Brain.
- Pactum setzt KI-Verhandlungsbots ein, um Zahlungsbedingungen mit Tausenden von Lieferanten zu optimieren.
- Duvo.ai automatisiert die Lieferantenkommunikation, Preisvorschläge, den Rechnungsabgleich sowie Frachtprüfungen und bedient Kunden wie Holland & Barrett sowie Heureka.
- Relex Solutions automatisiert Merchandising-Prozesse wie Planogramme, Preisanpassungen und Promotionen für Kunden wie Whole Foods und Sprouts, während Zenline AI mit Conrad, Otto und Futterhaus kooperiert.
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KI-Agenten verlagern den E-Commerce-Wettbewerb hin zur Datenqualität
In einem t3n-Interview analysiert der E-Commerce-Experte Stefan Wenzel, wie KI-Agenten die Wettbewerbsdynamik im Online-Handel grundlegend verändern. Im Fokus steht Amazons Weiterentwicklung seines Assistenten zu einem autonomen Agenten, der in den USA bereits Kaufentscheidungen über externe Händler hinweg abwickelt. Dank Funktionen wie ‚Buy for me‘ und ‚Shop Direct‘, bei der Produktdaten automatisiert aus dem Web aggregiert werden, greift Amazon tief in den Handel ein. Während einige Händler rechtliche Schritte einleiten, begrüßen andere die zusätzliche Reichweite. Wenzel warnt, dass Agentic Commerce den Fokus von klassischen Markenlogos auf strukturierte, maschinenlesbare Produktinformationen verschiebt. Händler müssen ihre Produktdaten und Shops optimieren, um von KI-Agenten im Entscheidungsprozess berücksichtigt zu werden.
Einzelhändler setzen auf KI, definieren aber klare Grenzen
Auf dem CommerceNext Growth Summit in New York City erläuterten Führungskräfte aus Handel und Markenführung, wie sie KI im Kundenservice sowie in internen Abläufen einsetzen, während sie gleichzeitig klare Grenzen für die Automatisierung ziehen. Sprecher von Unternehmen wie Tecovas, Ulta, Pandora, JD Finish Line, Kendra Scott und Authentic Brands Group berichteten über den Einsatz von Assistenten für das Verkaufspersonal, KI-gestützten Produktinformations-Tools, Kundenservice-Agenten mit automatischer Eskalation an Menschen, Propensity Modeling zur Routing-Optimierung von Anfragen sowie markenspezifischen Wissensdatenbanken. Die Führungskräfte betonten die Notwendigkeit von Human-in-the-Loop-Kontrollen bei Kundeninteraktionen, lehnten KI-generierte Model- oder On-Skin-Aufnahmen für die Produktfotografie ab und hoben hervor, wie First-Party-Kundendaten und Machine Learning zur Personalisierung sowie zur Auswertung von Callcenter-Daten genutzt werden.
KI-Agenten transformieren Commerce: Vom Werbeprospekt zum automatisierten Einkauf
Der Handel steht vor einem Paradigmenwechsel: Künstliche Intelligenz wandelt die klassische Customer Journey von statischer Werbung hin zu autonom agierenden KI-Agenten. Laut einer PwC-Studie planen bereits 73 % der Eltern, KI beim Schuleinkauf zu nutzen. Die Werbebranche reagiert mit dem Übergang von statischen Formaten zu prädikativen Dynamic Creatives und Conversational AI, wie Criteos Prompt Smart Ads zeigen. Zwar sind laut Gartner aktuell erst 11 % der US-Konsumenten bereit, Kaufentscheidungen vollständig an Algorithmen zu delegieren, doch der Trend zur Delegation ist unverkennbar. Während KI derzeit primär Recherche und Produktvergleiche übernimmt und den finalen Checkout dem Menschen überlässt, prognostizieren Branchenexperten baldige End-to-End-Transaktionen durch Agenten. Werbetreibende und Retail-Media-Netzwerke müssen ihre Targeting- und Content-Strategien daher künftig zwingend auf die Kriterien von KI-Agenten ausrichten.
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