Beobachtetes Signal · 23. März 2026 · Industry Commentary · Quelle: VideoWeek · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Positiv
Agentursicht: TV-Schulungen veraltet, CTV senkt Markteintrittshürden
Matt Towle, Head of Broadcast bei der Agentur Anything is Possible, kritisiert in einem Interview mit VideoWeek, dass die Schulungs- und Beratungsangebote von TV-Sendern und Publishern im Vergleich zu plattformgeführten Programmen wie LinkedIn veraltet seien. Er bemängelt, dass traditionelle TV-Trainings wie Thinkbox TV Masters nicht mehr zum modernen Connected TV-Ökosystem passen und Publisher hier nachbessern müssten, um Agenturen und Einkäufer zu unterstützen. Zudem erläutert Towle, wie Connected TV durch geringere Einstiegshürden Test-and-Learn-Ansätze für kleinere Werbetreibende ermöglicht. Agenturen wandeln sich zunehmend von reinen Einkaufsdienstleistern zu strategischen Beratern, angetrieben durch den Druck von KI und In-Housing. Bei Anything is Possible wird die Connected TV-Steuerung je nach Kampagnenziel zwischen Broadcast- und Performance-Teams aufgeteilt. Als Praxisbeispiel nennt er die Non-Profit-Organisation Boundless, die ihr monatliches Budget von 15.000 Pfund im linearen Fernsehen durch den Einsatz von Connected TV verzehnfachte.
Der Branchenkommentar verdeutlicht eine spürbare Schulungslücke zwischen traditionellen Sendern und modernen Plattformen und unterstreicht die demokratisierende Wirkung von Connected TV für kleinere Werbetreibende.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Matt Towle ist Head of Broadcast bei der Agentur Anything is Possible.
- Bestehende TV-Schulungen für Agenturen, wie Thinkbox TV Masters, gelten als veraltet für den modernen Markt.
- Plattform-Schulungsprogramme wie LinkedIn werden als deutlich überlegen im Vergleich zu Senderangeboten eingestuft.
- Connected TV reduziert die Einstiegshürden für kleinere Werbetreibende und ermöglicht flexible Test-and-Learn-Kampagnen.
- Anything is Possible teilt die CTV-Verantwortung strategisch zwischen Broadcast- und Performance-Teams auf.
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CTV-Werbung für alle: Warum sich Käufer dennoch zurückhalten
Der Artikel beleuchtet die Diskrepanz, dass trotz wachsender Connected TV-Verfügbarkeit und verbesserter technischer Möglichkeiten die Buchungserfahrung komplex bleibt, was insbesondere KMU und unabhängige Agenturen abschreckt. Die Fragmentierung über verschiedene Plattformen hinweg und eine steile Lernkurve lenken Mediaplaner oft von ihren eigentlichen Kampagnenzielen ab. Zwar gab es wertvolle Fortschritte bei der Optimierung und Effizienz im Hintergrund, doch diese entfalten erst dann ihre volle Wirkung, wenn das Frontend intuitiv gestaltet ist. Als Lösung werden KI-gestützte, chatbasierte Dashboards genannt, die es Einkäufern ermöglichen, Reichweite, Relevanz und Ergebnisse über natürliche Sprachbefehle zu steuern und so den Zugang zu erleichtern. Am Beispiel des britischen Marktes wird gezeigt, dass KMU einen großen Anteil der digitalen Werbeausgaben ausmachen und Branchengrößen wie Sky, ITV und Channel 4 kooperieren, um den Einkauf zu vereinfachen. Gleichzeitig wird gewarnt, dass ohne Log-Level-Transparenz und auditierbare Daten ein undurchsichtiger Markt das Vertrauen gefährden kann.
Agenturen sollen CTV als Performance-Kanal planen
Der Artikel argumentiert, dass CTV sich zu einem Performance-Kanal mit erweiterten Targeting-, Optimierungs- und Messfunktionen entwickelt hat, aber viele Agenturen es immer noch wie traditionelles Fernsehen planen und sich auf Reichweite, Frequenz und Video-View-Through-Rate konzentrieren. Er hebt Forschungsergebnisse hervor, die zeigen, dass über 70 % der Vermarkter ihre CTV-Investitionen erhöhen würden, wenn sie bessere Nachweise für Geschäftsergebnisse hätten. Der Beitrag präsentiert Fallstudien: Ein Streaming-Abonnement-Werbetreibender identifizierte 3.224 zusätzliche Abonnements mit 99,98 % Konfidenz und 365 % ROAS; ein Schuhhändler erzielte einen gemischten ROAS von 3,96x durch Einbeziehung von In-Store-Verkäufen; und ein anderer Werbetreibender senkte die Kundenakquisitionskosten von über 350 $ auf unter 150 $ durch Optimierung. Der Artikel fordert Agenturen auf, mit Geschäftsfragen zu beginnen, nach Kundengeografie (PLZ, Filialstandorte) zu planen und kontinuierlich wie Performance-Medien zu optimieren.
Céline Flores Willers: B2B-Marketer sollen wie B2C denken
Auf der DMEXCO 2026 argumentierte Céline Flores Willers, Gründerin von The People Branding Company, dass B2B-Marketing oft veraltet wirkt, weil Marketer Angst vor Innovation haben (FOMU). Sie zeigte kreative Taktiken wie den Einsatz des Roboter-Sidekicks 'Robi' und personalisierte T-Shirts, um Aufmerksamkeit und Branding zu steigern. Sie betonte LinkedIn als zentrale Plattform für B2B und verwies auf einen SAP-Taulia-Fall, bei dem Employee-Generated Content, beworben über Thought Leader Ads, eine 2,3-mal höhere Engagement-Rate und 70 Prozent höhere Klickraten bei kleinem Budget erzielte. Willers nannte auch Beispiele wie die Kampagne von Legora mit Jude Law und die 25-teilige Merger-Dokumentation von Merz Lifecare als erfolgreiche 'Building-in-Public'-Strategien. Sie schloss mit dem Appell an B2B-Marketer, kreativer zu sein und vom B2C-Marketing zu lernen.
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