Beobachtetes Signal · 27. Apr. 2026 · Industry Trend · Quelle: Digiday · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Positiv
Agenturen nutzen Creators als Testlabore für Kampagnen und Innovationen
Agenturen instrumentalisieren Creator zunehmend als frühzeitige Testschicht für Kampagnen und Produktentwicklung. Inhalte von Influencern werden genutzt, um Ideen einem Stresstest zu unterziehen, Audience-Signale zu interpretieren und die kreative Richtung vor einem Marktstart zu definieren. Blue Hour Studios von Horizon Media kooperiert mit Advertisern wie SharkNinja, um Kampagnen iterativ anzupassen. Auch Holding-Strukturen haben Creator-Kompetenzen übernommen, darunter WPP mit Goat, Publicis mit Influential und Omnicom mit Creo. Laut einer Basis Technologies-Umfrage unter 200 Agentur-Executives berichten 70 Prozent von einer gestiegenen Arbeitsbelastung und 60 Prozent nutzen täglich KI, verglichen mit 16 Prozent im Jahr 2024. Zudem sehen 90 Prozent in KI eine Bedrohung für traditionelle Erlösmodelle, während 87 Prozent ein Zusammenbruch des klassischen Agenturmodells binnen weniger Jahre prognostizieren.
Der Wandel hin zu Creators als kontinuierliche Test- und Signalquelle verändert Media-Planning, Creative Production und Influencer-Services grundlegend und spiegelt strukturelle Anpassungen der Agenturen wider.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Blue Hour Studios von Horizon Media arbeitet mit Advertisern wie SharkNinja zusammen, um Kampagnen durch den frühen Einsatz von Creators zu optimieren.
- Agenturen und Holding-Gesellschaften investieren massiv in Creator-Spezzialisten: WPP übernahm Goat, Publicis kaufte Influential und Omnicom launchte Creo.
- Eine Basis Technologies-Umfrage unter 200 Executives zeigt: 70 % empfinden ihre Arbeit als schwieriger als vor zwei Jahren; 87 % erwarten das Ende des traditionellen Agenturmodells in drei bis fünf Jahren.
- 60 % der Befragten nutzen KI im täglichen Betrieb (Anstieg von 16 % im Jahr 2024) und 90 % bewerten Künstliche Intelligenz als Risiko für bestehende Revenue-Modelle.
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Marketer nutzen KI für Analysen, meiden jedoch autonomes Media Buying
Eine Digiday-Umfrage unter über 100 Marketern belegt die breite Akzeptanz von KI bei risikoarmen Aufgaben wie Datenanalyse und Content Creation, während Vorbehalte beim Media Buying dominieren. Bei KI-gestützten Social-Kampagnen nutzen rund zwei Drittel die Technologie für Datenanalysen und 57 % für die Inhaltserstellung, jedoch nur 32 % für den tatsächlichen Media-Einkauf. Parallel forciert die Agenturbranche M&A-Aktivitäten im Creator- und Gen-Z-Segment: Havas übernimmt die Jugendkultur-Agentur Archrival für Havas Play, während Accenture Song Whalar akquiriert. Plattformseitig plant LinkedIn Monetarisierungs-Tools für Creator bis zum Geschäftsjahr 2027. Zudem kündigte OpenAI eine Datenpartnerschaft mit LiveRamp bezüglich deren Conversion-API-Hub an und verhandelt Berichten zufolge mit NVIDIA über ein Megarechenzentrum in Ohio. Disney beförderte derweil Brette Lipari zum VP of Advertising Sales.
KI-Tools revolutionieren die Auswahl von Influencer-Creatorn
Agenturen setzen verstärkt auf KI-gestützte Discovery- und Auswahl-Tools, um Influencer-Kampagnen zu skalieren und zu optimieren. Dentsu hat den KI-Agenten Creator & Trends Studio (CATS) eingeführt, der auf einer API-Vereinbarung mit Meta basiert und Creator nach Themen, Profilen sowie Trend-Teilnahme vorschlägt. Unabhängige Agenturen wie Later nutzen KI, um Briefings mit passenden Creatorn abzugleichen und die zu erwartende Content-Performance anhand historischer Engagement-Daten zu prognostizieren. Marken und Agenturen betonen, dass diese Tools die Verwaltung massiver Creator-Portfolios ermöglichen – Walmart verweist auf Hunderttausende Creator – und messbare Ergebnisse verbessern. So meldete Dentsu für Kunden wie Elizabeth Arden einen Anstieg der ungestützten Werbeerinnerung um 14,3 Prozent sowie ein Plus bei den Sales-Conversions von 41 Prozent durch Partnership Ads. Agenturen betonen jedoch, dass für Top-Talente weiterhin menschliche Oversight erforderlich ist, während die KI die großflächige Discovery für Nano- und Micro-Influencer-Programme übernimmt.
Creator als neues Betriebssystem im modernen Marketing
In einer Episode des Adweek-Podcasts Adspeak analysieren Kevin Blazaitis (Creo, Omnicom Media Group) und Chrissie Hanson (dentsu Media North America), wie Creator zunehmend zur operativen Basis moderner Marketingstrategien werden. Sie fordern Marken auf, den Fokus von kurzlebigen viralen Hits auf nachhaltige, Creator-geführte Assets zu verlagern, die messbare Geschäftsergebnisse wie Audience Growth, Attention, Sales Lift und ROAS liefern. Der Diskurs betont die Full-Funnel-Integration von Creatorn unter Wahrung der Authentizität sowie eine Radikalisierung der Messansätze auf wenige Kernmetriken. Zudem wird der Einsatz von KI und Synthetic Audiences hervorgehoben, um Creative-Varianten vor dem Media-Spend risikoarm zu testen, ohne die menschliche Kreativität zu ersetzen. Anhand von Praxisfällen wird belegt, dass professionelle Creator-Programme substanzielle und messbare kommerzielle Effekte erzielen.
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