Beobachtetes Signal · 28. Juni 2026 · Litigation · Quelle: t3n · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
Über 400 US-Lokalzeitungen verklagen OpenAI und Microsoft wegen Urheberrechtsverletzungen
Knapp 50 US-Medienhäuser mit rund 400 Lokalzeitungen haben eine gemeinsame Klage gegen OpenAI und Microsoft eingereicht. Sie werfen den Tech-Konzernen vor, Verlagsinhalte – darunter auch kostenpflichtige Paywall-Inhalte – systematisch und ohne Erlaubnis zum Training ihrer KI-Modelle kopiert, Autorenangaben entfernt und wortgetreue Artikel-Wiedergaben ermöglicht zu haben. Die Kläger fordern Schadensersatz und ein Ende dieser Praktiken und warnen vor einem potenziellen Todesstoß für den lokalen Journalismus. OpenAI weist die Vorwürfe zurück und beruft sich auf öffentlich zugängliche Daten sowie die US-Fair-Use-Doktrin, während CEO Sam Altman zuvor eingeräumt hatte, dass das Training ohne urheberrechtlich geschütztes Material nicht möglich sei. Der Rechtsstreit ist Teil von rund 120 anhängigen Urheberrechtsklagen gegen KI-Anbieter an US-Gerichten.
Dieses hochkarätige Verfahren gegen OpenAI und Microsoft könnte einen wegweisenden Präzedenzfall schaffen, ob und wie Verlagsinhalte für das Training von LLMs genutzt werden dürfen, was weitreichende Folgen für Content Licensing und Publisher-Erlösmodelle hat.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Fast 50 US-Verlage mit rund 400 Lokalzeitungen haben Sammelklage gegen OpenAI und Microsoft eingereicht.
- Die Kläger werfen den Unternehmen vor, geschützte Inhalte ohne Erlaubnis abgegriffen und für das LLM-Training genutzt zu haben.
- OpenAI bestreitet die Vorwürfe unter Berufung auf Fair Use, während Sam Altman einräumte, dass Training ohne Copyright-Daten unmöglich ist.
- US-Gerichte verhandeln derzeit rund 120 ähnliche Urheberrechtsklagen gegen KI-Betreiber, unter anderem von The New York Times und CNN.
Verknüpfte Unternehmen
9 verknüpfte Unternehmen“Dozens of U.S. publishers operating about 400 local newspapers are jointly suing OpenAI and Microsoft....”
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“Among the best-known plaintiffs are The New York Times, CNN and Thomson Reuters....”
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“The article notes external content from TargetVideo GmbH supplements t3n.de's editorial offering....”
“This article was published on t3n, which reported on the lawsuit and related coverage....”
“An image in the article is credited as 'Zhenya Voevodina/Shutterstock.'...”
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Seattle Times und Newsday verklagen OpenAI und Microsoft wegen KI-Training
Die Seattle Times und Newsday haben Klage gegen OpenAI und Microsoft eingereicht und werfen den Unternehmen vor, urheberrechtlich geschützte journalistische Inhalte ohne Genehmigung zum Training von KI-Modellen verwendet zu haben. Die Verleger behaupten, dass Artikel systematisch unter Umgehung von Paywalls kopiert wurden, um ihre Systeme zu füttern, wodurch Traffic und digitale Werbeeinnahmen umgeleitet werden. Die Klage wirft zudem Bedenken hinsichtlich KI-generierter Halluzinationen auf, die fälschlicherweise den Zeitungen zugeschrieben werden, sowie bezüglich der Entfernung von Copyright-Management-Informationen. Dies folgt auf eine ähnliche Klage der New York Times aus dem Jahr 2023 und verschärft die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Medienkonzernen und KI-Anbietern. Bemerkenswert ist, dass Microsoft und OpenAI zuvor bereits Journalismusprojekte bei der Seattle Times finanziert hatten. Microsoft zeigte sich überrascht, aber kompromissbereit. Die Klage wurde am 7. September 2026 eingereicht.
NYT-Klage: Entsiegelte Dokumente schwächen Fair-Use-Verteidigung von OpenAI und Microsoft
Neu entsiegelte Dokumente in der Klage der New York Times gegen OpenAI und Microsoft offenbaren interne Eingeständnisse, wonach KI-Produkte Verlagsinhalte weitgehend substituieren und eine existenzielle Bedrohung für Publisher darstellen. Rechtsexperten betonen, dass diese Enthüllungen die Fair-Use-Verteidigungslinie der KI-Entwickler massiv untergraben – insbesondere angesichts von Belegen für das Umgehen von Paywalls, was einen Verstoß gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) darstellen könnte. Die Unterlagen zeigen, dass Führungskräfte beider Tech-Konzerne den kommerziellen Wert journalistischer Inhalte intern anerkannten, diese jedoch ohne Lizenz für das LLM-Training nutzten. Das Verfahren unter Richter Sidney Stein könnte einen weitreichenden Präzedenzfall für urheberrechtlich geschützte Trainingsdaten schaffen und die gesamte KI-Branche in verpflichtende, kostenpflichtige Content-Licensing-Modelle zwingen.
Microsoft-Manager bezeichnet AI-Scraping als „größten Arbeitsdiebstahl der Menschheitsgeschichte“
Neu veröffentlichte Gerichtsdokumente im Urheberrechtsstreit der New York Times gegen OpenAI und Microsoft offenbaren interne Eingeständnisse bezüglich problematischer KI-Trainingstypen. Ein Microsoft-Manager stufte das Scraping von Inhalten als „größten Arbeitsdiebstahl der Menschheitsgeschichte“ ein, während OpenAI-Führungskräfte von einer „existentiellen Bedrohung“ für Publisher sprachen. Die Unterlagen belegen angeblich, wie Paywalls umgangen, Copyright-Hinweise entfernt und massive Datensätze aus redaktionellen Inhalten aufgebaut wurden. Microsoft-interne Daten zeigten zudem einen Einbruch der Click-Through-Rates (CTR) für die New York Times von bis zu 93 Prozent durch AI Answer Engines, was die ökonomischen Grundlagen von Medienhäusern gefährdet. Diese Enthüllungen schwächen die Fair-Use-Argumentation von OpenAI massiv und verdeutlichen die weitreichenden Schäden für das gesamte digitale Ökosystem und die Content-Monetarisierung.
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