Beobachtetes Signal · 9. Mai 2026 · Divestment · Quelle: Manager Magazin · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
TCI-Hedgefonds veräußert fast gesamten Microsoft-Bestand wegen KI-Risiken
Der vom britischen Investor Christopher (Chris) Hohn geleitete Hedgefonds TCI hat seine Beteiligung an Microsoft fast vollständig liquidiert. Über das vergangene Jahrzehnt hatte der Fonds eine Microsoft-Position im Wert von rund 8 Milliarden US-Dollar aufgebaut. Als Grund nannte TCI die durch künstliche Intelligenz angetriebenen Veränderungen, die eine Bedrohung für Microsofts künftige Wettbewerbsposition darstellen – insbesondere im Office-Bereich sowie potenzielle Risiken für Azure. Aus einem dem Financial Times vorliegenden Brief geht hervor, dass TCI das Microsoft-Engagement von rund 10 Prozent des Portfolios Ende letzten Jahres auf etwa 1 Prozent Ende März reduziert hat. Gleichzeitig wurde die Alphabet-Position von 3 auf 5 Prozent aufgestockt. Der Fonds, der zum Jahreswechsel rund 77 Milliarden US-Dollar verwaltete, verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rekord-Nettogewinn von 18,96 Milliarden US-Dollar.
Die drastische Reduzierung des Microsoft-Engagements durch einen großen Hedgefonds spiegelt wachsende Investorensorgen hinsichtlich KI-getriebener Disruption wider und kann die Allokationen im Tech-Sektor sowie die Marktstimmung beeinflussen, auch wenn es sich um keine plattformpolitische oder technische Änderung im AdTech-Ökosystem handelt.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- TCI reduzierte seine Microsoft-Beteiligung von rund 10 Prozent des Portfolios Ende letzten Jahres auf etwa 1 Prozent per Ende März.
- Über das letzte Jahrzehnt hatte TCI eine Microsoft-Position im Wert von rund 8 Milliarden US-Dollar aufgebaut.
- Chris Hohn begründete den Schritt damit, dass KI-getriebene Fortschritte Unsicherheiten für das Office-Geschäft und Risiken für Azure erzeugen.
- TCIs größte Tech-Position ist nun Alphabet; dieser Anteil wurde von 3 auf 5 Prozent des Portfolios erhöht.
- TCI meldete im letzten Jahr einen Nettogewinn von 18,96 Milliarden US-Dollar und verwaltete zum Jahreswechsel rund 77 Milliarden US-Dollar.
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Cramer: Microsoft-Verkäufe zugunsten von KI-Aktien sind nur von kurzer Dauer
Jim Cramer erklärte auf CNBC, dass die Umschichtung von Investoren weg von Microsoft hin zu spekulativeren KI-Werten eine temporäre Marktdynamik darstellt. Er hält Microsoft weiterhin in seinem Investing Club Charitable Trust und geht davon aus, dass das Unternehmen auf den Druck im Enterprise-Software-Segment reagieren und Copilot optimieren wird. Der Bericht verweist auf das jüngste Quartal von Microsoft mit einem Umsatz im Bereich Productivity and Business Processes von 35,01 Milliarden US-Dollar sowie Intelligent Cloud von 34,68 Milliarden US-Dollar. Zudem verzeichnete die Aktie einen Rückgang von rund 14,5 Prozent seit Jahresbeginn, während die Prognosen für das Azure- und Cloud-Wachstum bei etwa 39 bis 40 Prozent liegen und über 20 Millionen bezahlte Microsoft 365 Copilot Seats gemeldet wurden. Goldman Sachs zeigt sich optimistischer mit einem höheren Kursziel, während Cramers Club ein Halte-Rating und ein Kursziel von 500 US-Dollar für MSFT beibehält.
Microsoft-Leerverkäufe auf Zehnjahreshoch vor Q2-Zahlen wegen KI-Investitionen
Vor den Q2-Zahlen blicken Investoren ungewöhnlich skeptisch auf Microsoft, da Zweifel wachsen, ob die massiven Ausgaben für künstliche Intelligenz angemessene Renditen abwerfen. Laut S3 Partners sind rund 92 Millionen Microsoft-Aktien leerverkauft, was 1,27 Prozent des Streubesitzes entspricht – der höchste Wert seit Mai 2015. Analysten verwiesen zudem auf veränderte Investitionstrends im Tech-Sektor, nachdem Alphabet seine Capex-Prognose für 2026 angehoben hatte, was den Kursdruck auf Technologiewerte verstärkte. Microsoft hatte im April etwa 190 Milliarden US-Dollar an Investitionen und Finanzierungsleasing für das Jahr veranschlagt, wovon rund 25 Milliarden auf gestiegene Komponenten kosten entfallen. Die Microsoft-Aktie ist seit Jahresbeginn um mehr als 18 Prozent gefallen und hat sich deutlich schlechter entwickelt als der S&P 500.
Bill Ackmans Microsoft-Einstieg spiegelt Jim Cramers Halteempfehlung wider
Pershing Square, der Hedgefonds von Bill Ackman, gab am 15. Mai 2026 eine beträchtliche Beteiligung an Microsoft bekannt. Dies ließ die Microsoft-Aktie nach einem entsprechenden Update von Ackman auf X vor der offiziellen 13F-Einreichung um rund 4 % steigen. Ackman erklärte, er habe die Position im Februar nach einem Ausverkauf nach den Quartalszahlen aufgebaut und den Kursrücksetzer als Kaufgelegenheit genutzt. Dabei lobte er die Priorisierung von F&E sowie die Investitionen in Copilot – einen in Microsoft 365 integrierten KI-Agenten –, bei denen CEO Satya Nadella direkt involviert ist. Ähnlich riet Jim Cramer von CNBC Anlegern zum Halten der Aktie und verwies auf die starke Bilanz sowie das Cloud-Wachstum. Der Artikel merkt an, dass die Analystenstimmung mit rund 95 % Kaufempfehlungen laut FactSet äußerst positiv bleibt, während Investoren gleichzeitig über KI-getriebene Disruptionen bei traditionellen, lizenzbasierten Software-Modellen debattieren.
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