Beobachtetes Signal · 2. Juni 2026 · Policy Update · Quelle: Modern Retail · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
Targets DEI-Rückzug führt zur Listungsauslistung von Marken Schwarzer Gründer
Laut Modern Retail berichten zahlreiche von Schwarzen Gründern geführte Konsumgütermarken, dass ihre Produkte in den letzten Jahren aus Target-Filialen entfernt wurden. Gründer bringen diesen Trend mit Targets Rückzug von bestimmten DEI-Initiativen (Diversity, Equity and Inclusion) im Jahr 2025 sowie mit undurchsichtigen Sortimentsentscheidungen in Verbindung. Betroffene Gründer beklagen mangelhafte Kommunikation seitens der Einkäufer, unerwartete Gebühren für Zertifizierungen und Paid Promotions über Targets Retail Media Network Roundel sowie hohe Lagerkosten. Target betont hingegen, Sortimentsänderungen basierten auf der Produktleistung, und verweist auf ein im Vergleich zu 2020 gestiegenes Volumen an Marken Schwarzer Gründer sowie auf ein Q1-Umsatzwachstum 2026, trotz eines Nettoumsatzrückgangs von 1,7 % zwischen 2024 und 2025.
Politik- und Sortimentsänderungen bei einem großen Retailer wie Target wirken sich direkt auf die Markenverteilung, die Retail Media-Monetarisierung (Roundel), Lieferantenbeziehungen und das Investoreninteresse aus.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Afro Unicorn listete 2022 bei Target und Walmart ein; bis Ende 2025 wurden die Produkte aus den Target-Märkten entfernt.
- Gründer berichten von Kommunikationsdefiziten mit Target-Einkäufern und unerwarteten Kosten, darunter Zertifizierungen und bezahlte Platzierungen über Targets Retail Media Network Roundel.
- Target begründet Sortimentsänderungen mit der Produktperformance und verzeichnete ein Q1-Umsatzwachstum 2026, während der Nettoumsatz 2024 bis 2025 um 1,7 % auf 104,8 Milliarden US-Dollar sank.
- Target gibt an, hunderte Marken Schwarzer Gründer zu führen – doppelt so viele wie 2020 – und eine Zusage über 2 Milliarden US-Dollar Investitionen in von Schwarzen geführte Unternehmen erfüllt zu haben.
- Zu den betroffenen oder ausgelisteten Marken zählen unter anderem Alikay Naturals, Oyin Handmade, Curls Dynasty, The Lip Bar, WNDR LN und GlowRx.
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Target vergrault laut Gründern von Schwarzen geführte Marken
Mehrere Gründerinnen und Gründer von Schwarzen geführten Marken berichten, dass ihre Produkte aus den Filialen und Onlineshops von Target entfernt wurden, nachdem der Einzelhändler bestimmte DEI-Initiativen (Diversity, Equity and Inclusion) zurückgefahren hat. Entrepreneure wie April Showers von Afro Unicorn sowie die Gründer von Ride FRSH beklagen mangelhafte Kommunikation seitens der Einkäufer, unerwartete Werbekosten über das Retail-Media-Netzwerk Roundel, Bestands- und Lagerverluste sowie deutliche Umsatzrückgänge nach der Listungsausmusterung. Target entgegnet, dass Sortimentsänderungen auf Produktperformance und Kundennachfrage basieren, verweist auf eine Verdopplung Schwarzer Marken seit 2020 und erklärt, ein 2021 gegebenes Versprechen über zwei Milliarden US-Dollar eingelöst zu haben. Die Abkehr von DEI hat Verbraucherboykotte und Druck von aktivistischen Investoren ausgelöst; CEO Michael Fiddelke räumte ein, dass nach gesunkenen Umsätzen im Jahr 2025 verlorenes Vertrauen wieder aufgebaut werden muss.
Kritik an Target Beauty Studio wegen fehlender Black-Owned Brands
Target startet am 10. September in über 600 Filialen sowie online das neue Konzept „Target Beauty Studio“, das mit mehr als 1.600 Produkten von 90 überwiegend neuen Marken die bisherigen Ulta-Shops ersetzt. Recherchen von Modern Retail ergaben jedoch, dass sich unter den 90 Marken lediglich zwei von Schwarzen Unternehmern gegründete Unternehmen befinden: Briogeo und Glamazon Beauty. Target betont, dass fast 40 Prozent der Marken von „diversen“ Gründern stammen, definierte diesen Begriff jedoch nicht genauer. Diese geringe Repräsentation entfacht die Kritik an Targets jüngsten Anpassungen im Bereich DEI und Lieferantenbeziehungen neu. Branchenberater fordern mehr Transparenz und konkrete Selbstverpflichtungen wie den Fifteen Percent Pledge.
Target erzielt 2025 trotz sinkender Umsätze 915 Millionen US-Dollar durch Werbung
Target hat für das Jahr 2025 Werbeeinnahmen in Höhe von 915 Millionen US-Dollar gemeldet, was primär auf die Retail-Media-Sparte Roundel zurückzuführen ist. Allein im vierten Quartal 2025 beliefen sich die Werbeerlöse auf 295 Millionen US-Dollar – ein Plus von 55,3 Prozent im Jahresvergleich. Der Nettoumsatz des Einzelhändlers im vierten Quartal sank hingegen um 1,5 Prozent auf 30,5 Milliarden US-Dollar. Die Führungsetage um den neuen CEO Michael Fiddelke kündigte eine Rückkehr zum Wachstum für jedes Quartal des Jahres 2026 an und präsentierte strategische Neuausrichtungen im Merchandising und Kundenerlebnis. Dazu gehören beschleunigte Modekollektionen, ein überarbeiteter Heimwarenbereich, der Start des Target Beauty Studios, die Expansion des Drittanbieter-Marktplatzes Target+ sowie Anpassungen nach dem Auslaufen der Ulta-Partnerschaft im August. Personell wurden Michelle Mesenburg zur Chief Brand Officer und Cara Sylvester zur Chief Merchandising Officer ernannt.
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