Beobachtetes Signal · 15. Sept. 2026 · Policy Update · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Schweizer Mediengewerkschaft SSM fordert Kündigungsstopp beim öffentlich-rechtlichen Sender SRF
Die Schweizer Mediengewerkschaft SSM übt scharfe Kritik an dem angekündigten Abbau von 38 Vollzeitstellen beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) und fordert die SRG auf, von Kündigungen abzusehen. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, die Mitbestimmungsrechte der Mitarbeitenden beim Sparprogramm ,Enavant' unzureichend gewürdigt zu haben. Insbesondere kritisiert das SSM die Situation von Führungskräften, die sich auf tarifgebundene Stellen mit Gehaltskürzung bewerben können und wegen der Freiwilligkeit möglicherweise keine Sozialplanleistungen erhalten. Zudem bemängelt die Gewerkschaft die ungenügende Einbindung der Personalvertretung. SRF plant im Rahmen der SRG-weiten Einsparungen bis 2027 Kürzungen in Höhe von 9,7 Millionen Schweizer Franken, wobei die Hälfte durch natürliche Fluktuation aufgefangen werden soll. Die Gewerkschaft argumentiert, die Finanzlage rechtfertige keine Entlassungen und warnt vor sinkender Programmqualität.
Der Stellenabbau beim öffentlich-rechtlichen Sender SRF und der gewerkschaftliche Widerstand sind für den Schweizer Medienmarkt von Bedeutung, haben jedoch nur begrenzte direkte Auswirkungen auf die globale AdTech-Branche.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das SSM fordert einen Kündigungsstopp bei SRF nach der Ankündigung des Abbaus von 38 Vollzeitstellen bis 2027.
- Das Sparziel von SRF beläuft sich im Zuge des SRG-weiten Transformationsprogramms ,Enavant' auf 9,7 Millionen Schweizer Franken.
- Das SSM kritisiert, dass Führungskräfte vor dem freiwilligen Wechsel in tiefer bezahlte Positionen ohne Sozialplanleistungen stehen könnten.
- Die Gewerkschaft moniert, dass die Mitbestimmungsrechte der Mitarbeitenden bei den ,Enavant'-Konsultationen missachtet wurden.
- Der SRG-Unternehmensbereich Operations trägt mit 30,7 von insgesamt 63,9 Millionen Franken den größten Einsparungsanteil.
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SRF-Stellenabbau trifft Informationsressort durch Sparprogramm am stärksten
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) setzt im Rahmen ihres Programms „Enavant“ drastische Sparmaßnahmen um, die durch staatlich verordnete Kürzungen der Medienabgabe ausgelöst wurden. Betroffen sind SRF, RTS und RSI. Auf den obersten drei Führungsebenen streicht die SRG über 20 Prozent der Stellen und erzielt 2027 Einsparungen von 80 Millionen Franken, was zu einem Gesamteinsparvolumen von 270 Millionen Franken bis 2029 beiträgt. Allein das SRF baut bis 2027 insgesamt 38 Vollzeitstellen ab und spart 9,7 Millionen Franken, wobei das Informationsressort am härtesten getroffen wird. RTS plant Einsparungen von 8,1 Millionen Franken und den Abbau von 25 Stellen durch sprachregionalen Schulterschluss. RSI reduziert das Budget um 3,4 Millionen Franken und streicht 8 bis 12 Stellen primär über Fluktuation und Frühpensionierungen. Alle Einheiten forcieren KI-gestützte Produktionen und den Streaming-Fokus.
SRF entlässt Sprechtrainer im Rahmen von Sparprogramm
Der Schweizerische Radio- und Fernsehsender SRF hat im Zuge des SRG-Sparprogramms „Enavant“ vier langjährige, festangestellte Sprech- und Präsentationstrainer fristlos entlassen. Die SRF-Medienstelle bestätigte die Einsparungen und erklärte, dass Sprechtrainings künftig bedarfsorientiert intern oder extern beschafft werden. Intern wird der Schritt damit begründet, SRF an die Sprachregionen RTS und RSI anzugleichen, die keine festangestellten Sprechtrainer beschäftigen. Die Gewerkskunft SSM sowie betroffene Mitarbeitende protestierten bei SRG-Generaldirektorin Susanne Wille und argumentierten, dass externe Anbieter nicht günstiger seien und die Entlassungen—teilweise kurz vor der Pensionierung—ungerecht seien. Die SRG will bis 2029 rund 270 Millionen Franken einsparen und plant im Rahmen von „Enavant“ den Abbau von etwa 900 Vollzeitstellen.
SRG senkt Sparvorgabe für 2027 auf 80 Millionen Franken
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) hat ihr Sparziel für 2027 von 125 Millionen auf 80 Millionen Franken gesenkt, hält aber an der Gesamteinsparung von 270 Millionen Franken bis 2029 fest. Grund für die Anpassung sind striktere Einstellungsstopps und stabilisierte Werbeumsätze. Bis Ende 2027 sollen 257 bis 316 Vollzeitstellen wegfallen, bis 2029 rund 300 weitere, womit sich die Zahl der abgebauten Stellen inklusive früherer Schritte auf etwa 900 summiert. Grösster Einzelfaktor sind Einsparungen von 35,2 Millionen Franken durch schlankere Führungsstrukturen, Immobilienoptimierungen und den Umzug der Direktion nach Bern. Zudem verzichtet die SRG ab der Saison 2027/28 auf die Übertragung der UEFA Champions League und zieht sich nach Vertragsablauf im Sommer 2027 aus der technischen Produktion bestimmter Eishockey- und UEFA-Spiele zurück. Die Gewerkskammer SSM verwies auf die solide Bilanz und forderte, Entlassungen durch Fluktuation und Umschulungen zu vermeiden.
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