Beobachtetes Signal · 6. Feb. 2023 · Market Research Study · Quelle: Meedia · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
Studie: Knapp zwei Drittel der Onliner meiden zeitweise Nachrichten
Eine im Auftrag von United Internet durchgeführte und von MEEDIA veröffentlichte Studie zeigt, dass rund 64 Prozent der deutschen Onliner Nachrichten zumindest gelegentlich meiden. Die von Dynata für gmx.de und web.de erhobene Umfrage unter 2.144 Befragten ab 16 Jahren nennt als Hauptgründe repetitive Themen (43 Prozent), negative Stimmwirkungen (42 Prozent) sowie wahrgenommene Einseitigkeit (36 Prozent). Vor allem jüngere Zielgruppen blenden Nachrichten aus: In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen liegt der Wert bei 83 Prozent, bei den über 60-Jährigen hingegen bei 47 Prozent. Bei der Nutzung von Online-Nachrichtenquellen belegt Tagesschau.de den ersten Platz, gefolgt von Web.de/GMX und Bild.de. Diese Entwicklung hat direkte Relevanz für Publisher und Werbetreibende, da sie Publisher-Reichweite, Audience Targeting und verfügbares Ad Inventory beeinflusst.
Die Studie belegt, dass ein großer Teil der Nutzer – insbesondere jüngere Kohorten – Nachrichten aktiv meidet. Dies beeinträchtigt Publisher-Reichweiten, das Audience Targeting sowie verfügbares Ad Inventory und ist daher für Medienhäuser und Werbetreibende von operativer Relevanz.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- 64 Prozent der Onliner meiden Nachrichten zumindest zeitweise (Studienergebnis).
- Hauptgründe: repetitive Themen (43%), negative Stimmungsveränderung (42%), einseitige Berichterstattung (36%), Glaubwürdigkeitsdefizite (28%) und hoher Aufwand (26%).
- Jüngere Altersgruppen meiden Nachrichten signifikant häufiger: 16–29 Jahre (83%), 30–39 Jahre (72%), 40–49 Jahre (65%), 50–59 Jahre (55%), 60+ Jahre (47%).
- Führende Online-Nachrichtenquellen nach Nutzeranteil: Tagesschau.de (18,3%), Web.de/GMX (14,3%), Bild.de (11,4%).
- Umfrage durch Dynata mit 2.144 Onliner-repräsentativen Teilnehmern (ab 16 Jahren) für gmx.de und web.de unter dem Titel „So liest Deutschland Online-Nachrichten 2023“.
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Studie: 43 Prozent vertrauen Social Media mehr als klassischen Nachrichten
Laut Daten des Social-Media-Atlas 2026 vertrauen inzwischen 43 Prozent der Internetnutzer Beiträgen auf Social-Media-Plattformen mehr als redaktionellen Nachrichten. Die repräsentative Erhebung unter rund 3.600 Onlinern ab 16 Jahren, initiiert von der PER Agency mit dem IMWF und umgesetzt durch Toluna, belegt einen Vertrauenszuwachs von sechs Prozentpunkten im Vorjahresvergleich, primär getrieben durch die Altersgruppe der 20- bis 49-Jährigen. Zwei Drittel der Befragten stützen sich vor allem auf Posts aus dem privaten Umfeld; 35 Prozent folgen regelmäßig privaten Empfehlungen (Gen Z: 47 Prozent, Gen Y: 46 Prozent). Trotz hoher Plattformaktivität registriert die Mehrheit regelmäßig irreführende oder falsche Inhalte. Branchenbeobachter warnen vor diesem Hintergrund vor den Gefahren durch KI-generierte Fälschungen für die Wählerinformation im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Deutscher Markt für digitale Werbung: OVK hebt Prognose für 2026 deutlich an
Laut einer aktualisierten Prognose des OVK wird der deutsche Markt für digitale Werbung im Jahr 2026 voraussichtlich um 13,8 % auf fast 9 Milliarden Euro wachsen. Diese Aufwärtskorrektur gegenüber der Frühjahrsprognose wird durch eine starke Performance im ersten Halbjahr – mit einem Plus von 12 % im ersten und 15 % im zweiten Quartal – sowie durch eine erweiterte Datenbasis angetrieben, die nun Connected TV und Streaming umfasst. Digital Video soll 4,8 Milliarden Euro (53 % des Marktes) ausmachen, während der programmatische Einkauf voraussichtlich 7,1 Milliarden Euro (78 %) erreichen wird. Der Bericht hebt zudem den Aufstieg der agentenbasierten Werbung und die Auswirkungen von generativer KI auf Publisher hervor. Media-Agenturen melden eine robuste Nachfrage, wobei 70 % sie als stark einschätzen; laut einer Dmexco-Umfrage erwarten jedoch 39 % der Marketer stagnierende Budgets. Der Handel führte das Wachstum der Werbeausgaben an, während der Automobilsektor mit 50 % den größten Zuwachs verzeichnete.
Dmexco 2026: Skalierte Intelligence setzt skalierte Datenqualität voraus
In einem Gastkommentar für das Fachmagazin Horizont betont Rasmus Giese, CEO von United Internet Media, dass das DMEXCO-Motto „Scaling Intelligence“ zwar zeitgemäß gewählt ist, die Skalierung von KI in der Werbung jedoch hochqualitative Daten als unverzichtbare Grundlage erfordert. Giese hebt hervor, dass Künstliche Intelligenz inzwischen fest in der Strategieplanung verankert ist, die Technologie ihren messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg jedoch nachweisen muss. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist dabei die institutionsübergreifende Nutzbarkeit von Premium-Daten zwischen Publishern und Werbetreibenden. Dies unterstreicht, dass Dateninteroperabilität und kompromisslose Datenqualität entscheidende Parameter für eine effiziente, KI-gestützte Mediaplanung darstellen. Der Beitrag fordert die Branche zu verstärkter Kollaboration über Ökosystem-Grenzen hinweg auf, um das volle Skalierungspotenzial von Intelligence-Anwendungen im programmatischen Ecosystem freizusetzen.
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