Beobachtetes Signal · 23. Nov. 2023 · Market Research · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Studie: Mehr als die Hälfte der KI-Anwender nutzt nicht genehmigte Tools
Eine von Salesforce in Auftrag gegebenen YouGov-Studie mit 14.000 Beschäftigten weltweit, darunter rund 1.000 in Deutschland, beleuchtet den Einsatz von generativer KI im Arbeitsumfeld. In Deutschland nutzen demnach 23 % der Befragten generative KI beruflich (globaler Schnitt: 28 %). Auffällig ist, dass 52 % der deutschen KI-Anwender unautorisierte Tools einsetzen und 34 % sogar vom Arbeitgeber explizit untersagte Anwendungen verwenden. Zugleich offenbart die Untersuchung erhebliche Defizite bei Schulungen und Governance: Drei Viertel der Befragten erhielten keine KI-Schulungen, 74 % vermissen Instruktionen zur sicheren Nutzung, und 81 % der deutschen Arbeitnehmenden bemängeln fehlende oder unklare KI-Richtlinien im Unternehmen. Dennoch verbinden viele Angestellte positive Erwartungen mit KI-Kompetenzen bezüglich Karrierechancen, Arbeitszufriedenheit und Gehalt. Salesforce fordert einen verantwortungsvollen, regulierten Umgang mit KI zur Vertrauensbildung.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Studie mit 14.000 Beschäftigten in 14 Ländern, darunter rund 1.000 in Deutschland.
- 23 % der Beschäftigten in Deutschland nutzen generative KI beruflich (global: 28 %).
- 52 % der deutschen KI-Anwender nutzen unautorisierte Tools, 34 % sogar explizit verbotene Anwendungen.
- 75 % ohne KI-Schulung; 74 % ohne Schulung zur sicheren Nutzung; 81 % ohne klare Unternehmensrichtlinien.
- Positive Erwartungen an KI-Kompetenzen: 46 % sehen bessere Karrierechancen, 45 % höhere Arbeitszufriedenheit, 40 % bessere Gehälter.
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Deutschland lässt enormes KI-Potenzial am Arbeitsplatz liegen
Laut der globalen Indeed- und YouGov-Workforce-Insights-Studie mit rund 80.000 Befragten hinkt Deutschland bei der beruflichen Anwendung von KI hinterher, obwohl die private Nutzung hoch ist. In Deutschland nutzen 59 Prozent KI privat und übertreffen damit den globalen Durchschnitt von 52 Prozent sowie die USA (53 Prozent) und UK (45 Prozent). Im Job verwenden jedoch nur 46 Prozent KI, was eine Lücke von 13 Prozentpunkten zur privaten Nutzung aufreißt (globaler Schnitt: 8 Punkte). Rund 34 Prozent beklagen eine unzureichende Implementierung oder mangelnde Unterstützung im Unternehmen. Dabei birgt der Einsatz messbare Potenziale: Regelmäßige deutsche KI-Anwender sparen wöchentlich etwa 1,7 Stunden (rund 90 Stunden jährlich). Zudem berichten 72 Prozent von stärker automatisierten Workflows und 63 Prozent von Fortschritten bei Innovation und Problemlösung. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an Infrastruktur, Schulungen und strategischer Ausrichtung.
Mehrheit deutscher Unternehmen nutzt KI trotz massiver Bedenken und Hürden
Eine Bitkom-Studie zeigt, dass 57 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern KI nutzen, verglichen mit 36 Prozent im Vorjahr. Trotz dieses Wachstums ist der Reifegrad gering: Kein Unternehmen schöpft das Potenzial voll aus, und 59 Prozent der Nutzer geben an, KI kaum oder gar nicht einzusetzen. Als Vorteile nennen Unternehmen eine verbesserte Wettbewerbsposition (66 Prozent) und schnellere interne Prozesse (48 Prozent). Gleichzeitig hemmen Herausforderungen wie fehlendes technisches Know-how bei Nicht-Nutzern sowie Datenschutz- (66 Prozent) und Rechtsunsicherheiten (56 Prozent) die Verbreitung. Der EU AI Act sorgt für Sorge: 37 Prozent erwarten direkte Auswirkungen, wobei 89 Prozent von diesen hohe bürokratische Kosten prognostizieren. Dennoch bauen 70 Prozent der Firmen auf Weiterbildung, und 45 Prozent erhöhen ihre KI-Budgets.
Deutschland bei KI-Agenten weltweit in der Spitzengruppe
Eine neue HP-Studie zeigt, dass Deutschland bei der Einführung von KI-Agenten am Arbeitsplatz weltweit zur Spitzengruppe gehört. Fast jeder zweite (49 Prozent) deutsche Büroangestellte nutzt bereits KI-Agenten, nur die USA liegen unter den führenden Industrienationen vorn. Die Studie, basierend auf einer Befragung von 19.506 Büroangestellten in 15 Ländern, zeigt einen deutlichen Anstieg der Nutzung arbeitgeberbereitgestellter KI-Tools von 32 auf 49 Prozent innerhalb eines Jahres. Diese Verbreitung geht jedoch mit wachsender Jobangst einher: 43 Prozent der KI-Agenten-Nutzer befürchten, durch KI oder Kollegen mit größerer KI-Expertise verdrängt zu werden, verglichen mit 27 Prozent bei Nutzern klassischer Chatbots. Das Phänomen des 'Jobhugging' ist weit verbreitet: 60 Prozent der Befragten halten es derzeit für zu riskant, den Arbeitsplatz zu wechseln. Die Gen Z geht zunehmend Nebentätigkeiten nach, um Karriererisiken abzufedern. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Mitarbeiter gezielt weiterzubilden und die Arbeit menschenzentriert zu gestalten.
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