Beobachtetes Signal · 30. Apr. 2026 · Programming Change · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
SRG plant Neuausrichtung der Kulturradios nach Reichweitenverlusten durch UKW-Abschaltung
Das Schweizer öffentlich-rechtliche Medienhaus SRG erwägt umfassende Programmanpassungen für seine Kulturradiosender, um nach jahrelangen Hörerückgängen das veränderte Nutzungsverhalten besser zu adressieren. Berichten zufolge könnte SRF 2 Kultur in einen einheitlichen nationalen Kultursender mit regionalen Programmfenstern überführt werden; die SRG dementierte diese Pläne nicht und betonte die Notwendigkeit einer nutzungsorientierten Ausrichtung. Die Analyse verdeutlicht, dass Rete Due von RSI dank eines ausgewogenen Vollprogramms aus Wort- und Musikanteilen durchgehend höhere Marktanteile erzielte als SRF 2 Kultur und Espace 2. Der SRG-Jahresbericht 2025 belegt deutliche Unterschiede bei den Wortanteilen der einzelnen Sender und dokumentiert zudem einen signifikanten Hörerschwund infolge der vollständigen UKW-Abschaltung Ende 2024.
Die programmatische Transformation der SRG-Kulturwellen und veränderte Hörerreichweiten beeinflussen das Schweizer Audio-Inventar signifikant, was insbesondere für nationale Broadcaster, Mediaagenturen und Audio-Werbetreibende von hoher Relevanz ist.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Laut 'SonntagsBlick' könnte SRF 2 Kultur aufgelöst oder in ein nationales Kulturprogramm mit regionalen Fenstern integriert werden; die SRG dementierte dies nicht.
- RSI Rete Due behauptete sich dank eines ausgewogenen Vollprogramms mit etwa gleichen Wort- und Musikanteilen reichweitenstärker als SRF 2 Kultur und Espace 2.
- Der SRG-Bericht 2025 weist für Rete Due ein Wort-Musik-Verhältnis von ca. 50/50 aus, während Espace 2 rund 20 % und SRF 2 Kultur etwa 40 % Wortanteil halten.
- Reichweitenwerte: Rete Due 3,55 %, SRF 2 Kultur 2,25 %, Espace 2 1,16 %; alle drei Sender verzeichneten nach der UKW-Abschaltung Ende 2024 starke Hörereinbußen.
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SRG-Analyse: Kulturangebote dominieren im Audiobereich, TV sendet meist zu Randzeiten
Die Schweizer SRG hat mit der Studie «Zwischen Jodeln, Jazz und Jugendliteratur» eine systematische Programmanalyse vorgelegt. Untersucht wurden 4.890 redaktionelle Beiträge einer künstlichen Woche im Jahr 2025 über TV, Audio/Podcasts, Online und Social Media hinweg. Das Ergebnis: 28,1 % aller Beiträge weisen einen kulturellen Schwerpunkt auf, wobei 40,8 % dieser Inhalte medieninduziert sind, also eigens für die Berichterstattung geschaffen wurden. Den höchsten Kulturanteil verzeichnet Audio mit 51,5 % der Sendezeit. Im Fernsehen entfallen zwar 15,9 % des Programms auf Kultur, mehr als die Hälfte (51,7 %) davon wird jedoch im Nachtprogramm ausgestrahlt. Zudem offenbart der Bericht ein Gender-Ungleichgewicht – lediglich rund ein Drittel der sichtbaren Akteure sind Frauen – sowie eine starke Konzentration auf das SRF-Sendegebiet. Der Branchenverband Suisseculture begrüßte die Erhebung, forderte jedoch methodische Verfeinerungen.
SRF 2 Kultur: Scharfe Kritik an Programm- und Digitalstrategie
Der Schweizer Kultursender SRF 2 Kultur sieht sich massiver interner Kritik an seiner strategischen Ausrichtung ausgesetzt. Marco Meier, ehemaliger Programmleiter von DRS 2 (2008–2010), führt die Halbierung des Marktanteils in den letzten 15 Jahren auf Managementfehler und ein fehlendes Gesamtkonzept zurück. Im Magazin «Kulturtipp» kritisierte Meier insbesondere Programmkürzungen, die umstrittene UKW-Abschaltung sowie eine unzureichende Digitalstrategie, bei der klassische Radioformate lediglich als Digitalangebote umetikettiert würden. Internationale Medienmarken wie France Culture oder Die Zeit belegten hingegen, dass anspruchsvolle Kulturinhalte weiterhin ein breites Publikum erreichen können. Trotz des Bekenntnisses von SRG-Generaldirektorin Susanne Wille zum Erhalt des Senders fehle es an einem tragfähigen Zukunftsmodell. Zudem bemängelte Meier eine interne Kultur der Verunsicherung, die offenen Widerspruch verhindere.
SRG-Trägerschaft fordert weiterhin Vollprogramm in neuer Konzession ab 2029
Die Regionalgesellschaft SRG Bern Freiburg Wallis hat eine Resolution verabschiedet, die Bund und Parlament auffordert, der SRG in der ab dem 1. Januar 2029 gültigen Konzession weiterhin einen umfassenden Service-public-Auftrag zu sichern. Das Gremium lehnt Vorschläge ab, das Mandat auf Information, Kultur und Bildung zu beschränken. Sport und Unterhaltung müssten integraler Bestandteil des verfassungsrechtlichen Leistungsauftrags bleiben, da sie essenziell für Reichweite und nationalen Zusammenhalt seien. Neben einer starken regionalen Verankerung und dem Erhalt der sprachregionalen Vielfalt verlangt die Trägerschaft eine auskömmliche Finanzierung inklusive Teuerungsausgleich ab 2029. Zudem spricht sie sich entschieden gegen neue Kontrollorgane mit erweiterten Sanktionskompetenzen jenseits der bestehenden Ombudsstellen und der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) aus.
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