Beobachtetes Signal · 30. Aug. 2026 · Funding · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 1/5 · Sentiment: Neutral
Investigativ-Redaktion Reflekt startet Crowdfunding-Kampagne zur Verdopplung der Mitgliederzahl
Das in Bern ansässige Investigativ-Newsroom Reflekt hat eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, um die Zahl seiner zahlenden Mitglieder bis Ende September von 1.000 auf 2.000 zu verdoppeln. Hintergrund ist das Auslaufen wichtiger Fördermittel, die die mittelfristige Finanzierung gefährden. Die Kampagne setzt stark auf die gesellschaftliche Relevanz des investigativen Journalismus und nutzt die Social-Media-Reichweite von Reflekt, dessen Instagram-Videos regelmäßig 50.000 bis 100.000 Zuschauer erreichen. Flankierend veröffentlicht das Team Videos, die vergangene Recherchen wie zur Hate-Speech-Verfolgung oder zum Mosambik-Schulerskandal um die Credit Suisse beleuchten. Die Entwicklung dieser Videoformate wurde Ende 2024 vom Media Forward Fund mit 300.000 Euro unterstützt. Reflekt wurde 2019 gegründet und wird von einem gemeinnützigen Verein getragen, der sich aus Stiftungen, Mitgliedsbeiträgen und dem Verkauf von Recherchen an andere Medien finanziert.
Die Mitglieder-Crowdfunding-Kampagne eines lokalen Nonprofit-Publishers hat keine direkten Auswirkungen auf die breitere AdTech- und MarTech-Industrie.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Reflekt strebt eine Verdopplung der zahlenden Mitglieder von 1.000 auf 2.000 an.
- Eine bis Ende September laufende Crowdfunding-Kampagne soll 1.000 neue Mitglieder gewinnen.
- Auslösende Faktoren sind auslaufende Fördermittel, die das mittelfristige Fortbestehen bedrohen.
- Instagram-Videos von Reflekt erzielen laut eigener Aussage regelmäßig Reichweiten zwischen 50.000 und 100.000 Nutzern.
- Der Media Forward Fund förderte die Entwicklung des Videoformats Ende 2024 mit 300.000 Euro.
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Media Forward Fund fördert Zürcher Recherchekollektiv WAV und ByteFM
Der Media Forward Fund hat nach einer Förderrunde mit 82 Bewerbungen finanzielle Mittel an das Zürcher Recherchekollektiv WAV und den Hamburger Radiosender ByteFM vergeben. WAV erhält Unterstützung zum Ausbau der Unterstützerstrukturen, der Markenpräsenz sowie zur Begleitung von drei Rechercheprojekten pro Jahr mittels Kampagnen, Newslettern und Events, um die Zahl der Regeldonoren zu verdreifachen. ByteFM erhält 100.000 Euro zur Weiterentwicklung seiner Audio-Angebote. Seit Juli 2024 hat der philanthropische Fonds nach eigenen Angaben 13 Medienorganisationen mit rund 4 Millionen Euro unterstützt; das Gesamtvolumen des Fonds beträgt 16 Millionen Euro. Am 7. September 2026 eröffnet der Fonds drei parallele Förderströme in den Bereichen Growth, Strategy und Launch Grants.
Ragekit finanziert sich per Crowdfunding und kooperiert mit der WOZ
Das im Januar 2025 gegründete Lausanner Videokollektiv Ragekit hat fast 110.000 Franken via Crowdfunding eingesammelt und verzeichnet monatlich rund zwei Millionen Video-Abrufe. Das Medium erreicht primär die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen und weist eine beachtliche Social-Media-Reichweite auf: rund 70.000 Follower auf Instagram, 37.000 auf TikTok, 22.000 auf Facebook sowie 11.000 auf YouTube. Seit Anfang 2026 arbeitet Ragekit mit der Zürcher Wochenzeitung WOZ zusammen, um eine fünfteilige Videoreihe zu realisieren, die sprachliche und sozioökonomische Gräben in der Schweiz beleuchtet – darunter ein Beitrag mit provokantem Titel. WOZ-Redaktor Renato Beck nannte die fortschreitende Medienkonzentration und geschwächte Medien in der Romandy als Gründe für den Mangel an überregionalem Diskurs.
Meier + Cie: Siegrist fordert staatliche Fördermassnahmen für Medien
Am 22. August 2026 richtete Nina Siegrist, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Meier + Cie. AG, einen offenen Appell an die Öffentlichkeit, um kantonale Unterstützung für den Medienmarkt Schaffhausen sowie einen einmaligen Lotteriefonds-Beitrag von 30.000 CHF für das Schaffhauser Fernsehen zu fordern. Sie unterstützt zwei Anträge im Kantonsrat: die Lotteriefonds-Zahlung sowie einen runden Tisch aus Politik, Wirtschaft und Medien zur Entwicklung langfristiger Massnahmen. Laut Siegrist überlebt der Sender derzeit durch zehn private Unterstützer, die ein jährliches Defizit von rund 50.000 CHF decken, bei einer unabhängigen Reichweite von rund 34.000 täglichen Zuschauern. Sie führt die Branchenkrise auf strukturellen Wandel und die Abwanderung von Werbebudgets zu US-Plattformen zurück. Zudem verweist sie auf die Abhängigkeit von Stiftungen und Fonds sowie auf regionale Vorschläge zur Prüfung steuerlicher Werbeprivilegien. Eine Woche zuvor hatte bereits Marcel Kohler ähnliche Forderungen gestellt.
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