Beobachtetes Signal · 21. Aug. 2020 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
News Publisher fordern von Apple Gleichbehandlung beim App Store
Führende US-News Publisher wie The New York Times, The Washington Post und The Wall Street Journal haben sich über den Branchenverband Digital Content Next (DCN) in einem offenen Brief an Apple-CEO Tim Cook gewandt. Sie kritisieren scharf die uneinheitliche Praxis bei den App-Store-Provisionen und fordern eine Reduzierung der Gebühren für In-App-Abonnements von derzeit 30 auf 15 Prozent. Die Publisher berufen sich dabei auf eine offenbar mit Amazon ausgehandelte Sonderregelung, die ihnen bislang verwehrt blieb. Apple hat sich zu dem offenen Brief bislang nicht öffentlich geäußert. Dieser Schritt reiht sich in eine wachsende Welle regulatorischer und kartellrechtlicher Auseinandersetzungen über die Marktmacht von Big Tech bei der App-Distribution ein. Für das gesamte Medien- und AdTech-Ökosystem verdeutlicht die Initiative den anhaltenden Druck auf die Monetarisierungsstrategien von Verlagen und wirft ein Schlaglicht auf die intransparente Gebührenpolitik geschlossener Plattformökosysteme.
Ein signifikanter Plattformkonflikt zwischen Apple und führenden Publishern über die App-Store-Monetarisierung, der weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit digitaler Medien hat.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- The Washington Post, The Wall Street Journal und The New York Times haben Beschwerde gegen Apples App-Store-Bedingungen eingereicht.
- Der Branchenverband Digital Content Next (DCN) vertritt die betroffenen News Publisher.
- Apple erhebt eine Provision von 30 % auf App-Store-Käufe, einschließlich digitaler Zeitungsabonnements.
- DCN fordert eine Anpassung an die Amazon eingeräumten Konditionen mit einer Provision von 15 % für alle vertretenen Publisher.
- Apple hat sich zu dem offenen Brief bisher nicht öffentlich geäußert.
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Apple schlägt 15 % Kommission für externe App-Käufe vor
Apple hat beim US-Bezirkgericht für den Northern District of California einen Vorschlag eingereicht, wonach Kommissionen für Käufe über externe Links oder Zahlungssysteme außerhalb des App Store erhoben werden sollen. Die geplante Gebührenstruktur ist gestaffelt: 15 % für Standard-Apps, 10 % für Teilnehmer am Video Partner-, News Partner- und Mini Apps Partner-Programm sowie für Verlängerungen von Abonnements und 5 % für Entwickler im Rahmen des Small Business Program. Der Antrag bittet Richterin Yvonne Gonzalez Rogers, Apple und Epic Games an eine vertrauliche Vergleichskonferenz zu verweisen; Epic lehnte die vorgeschlagenen Gebühren als unvereinbar mit den Vorgaben des Ninth Circuit ab. Dieser Schritt folgt auf die Entscheidung des Supreme Court, Verfahren im Zusammenhang mit Apples angeblicher Missachtung einer gerichtlichen Anordnung bezüglich einer 27-prozentigen Gebühr außerhalb des App Store nicht auszusetzen.
Apples neue EU-App-Store-Bedingungen verstoßen laut Koalition weiterhin gegen den DMA
Eine Koalition aus 18 App-Entwickler- und Digitalwirtschaftsverbänden, darunter die European Game Developer Federation (EGDF) und die Coalition for App Fairness, hat Apples am 18. August 2026 angepasste EU-App-Store-Bedingungen scharf kritisiert. Die Verbände argumentieren, dass die neuen Regelungen nach wie vor gegen den Digital Markets Act (DMA) verstoßen. Konkreter Kritikpunkt sind insbesondere die Gebühr von 15 Prozent für die Weiterleitung von Nutzern zu externen Zahlungsmethoden – welche laut DMA gebührenfrei sein müssen – sowie die Ersetzung der bisherigen Core Technology Fee durch eine Core Technology Commission von 5 Prozent auf Transaktionen außerhalb des App Store. Die Koalition kritisiert zudem, dass die Europäische Kommission diese Bedingungen offenbar ohne formelle Konsultation billigt, was Entwickler in Unsicherheit lässt. Dies folgt auf Apples Geldstrafe in Höhe von 500 Millionen Euro im April 2025 wegen DMA-Verstößen.
Apple zieht im Streit um externe App-Store-Zahlungen vor den Supreme Court
Apple hat den U.S. Supreme Court angerufen, um ein Berufungsurteil des Ninth Circuit überprüfen zu lassen, das die Provisionsstrukturen für externe Zahlungen in App-Store-Apps einschränkt. Gleichzeitig beantragt das Unternehmen die Aussetzung einer Missachtungssanktion vom Dezember 2025. Das Gericht hatte moniert, dass die von Apple erhobene Provision von 27 Prozent auf externe Zahlungssysteme die gerichtliche Auflage untergräbt, externe Zahlungslinks zuzulassen. Der Rechtsstreit geht auf Epic Games und das Jahr 2020 zurück, als Fortnite externe Zahlungsoptionen einführte, um App-Store-Gebühren zu umgehen. Während Epic die Gebühr als Umgehung der Gerichtsvorgabe kritisiert und den Antrag als Verzögerungstaktik wertet, argumentiert Apple, dass die Provision umfassende Plattformleistungen abdeckt. Die Entscheidung könnte die Monetarisierungsmodelle im App Store, Entwicklerumsätze und regulatorische Präzedenzfälle für Plattformbetreiber nachhaltig verändern.
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