Beobachtetes Signal · 12. Aug. 2021 · Regulation · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Neutral
Open App Markets Act zielt auf Aufbrechung des App-Store-Duopols
Drei US-Senatoren haben den Open App Markets Act eingebracht, ein Gesetzesvorhaben zur Eindämmung der wahrgenommenen Monopolmacht großer App Stores. Das Gesetz richtet sich gegen Betreiber mit mindestens 50 Millionen US-Nutzern und verbietet unter anderem die Kopplung des App-Store-Zugangs an ein bestimmtes Abrechnungssystem, das Provisionen von bis zu 30 Prozent ermöglicht. Zudem soll es Entwicklern gestattet werden, Nutzer auf alternative Stores hinzuweisen. Endnutzer würden die Möglichkeit erhalten, Drittanbieter-App-Stores zu installieren, vorinstallierte Apps zu deinstallieren und frei gewählte Standard-Apps festzulegen. Darüber hinaus würde das Gesetz Betreiber davon abhalten, nicht-öffentliche Nutzerdaten zur Imitation beliebter Apps zu nutzen, und eine bevorzugte Suchplatzierung eigener Angebote untersagen. Der Entwurf liegt dem US-Senat vor. Während Datenschützer und Entwickler die Initiative begrüßen, haben EU-Vertreter, darunter Margrethe Vestager, signalisiert, dass ähnliche Regeln auch für den Apple App Store in Europa gelten könnten.
Regulatorischer Vorstoß mit direkten Auswirkungen auf große App Stores und gemischter Branchenrezeption.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Open App Markets Act von drei US-Senatoren in den US-Senat eingebracht.
- Zielt auf App-Store-Betreiber mit mindestens 50 Millionen US-Nutzern (Apple, Google, Microsoft genannt).
- Verbietet Kopplung des App-Store-Zugangs an spezifische Abrechnungssysteme und Provisionen von bis zu 30 %.
- App-Entwickler dürften auf andere Stores verweisen; Endnutzer könnten Drittanbieter-Stores installieren und Standard-Apps ändern.
- EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager befürwortet ähnliche Überlegungen für den Apple App Store in der EU.
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UK CMA schlägt Aufhebung von Steering-Beschränkungen in App-Stores vor
Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat vorgeschlagen, die Restriktionen von Apple und Google zu beseitigen, die App-Entwickler daran hindern, Nutzer auf günstigere Zahlungsoptionen außerhalb der Plattformen hinzuweisen. Laut CMA untersagt Apple derartige Steering-Maßnahmen derzeit vollständig, während Google sie im Vereinigten Königreich einschränkt. Die Behörde hat eine Konsultationsphase bis zum 28. Juli 2026 eingeleitet, um zu prüfen, ob die verlangten App-Store-Gebühren fair und angemessen sind. Ziel ist es festzustellen, ob Entwickler uneingeschränkt mit Kunden außerhalb der nativen App-Stores interagieren dürfen. Google hat in den USA, dem Vereinigten Königreich und der EU bereits am 30. Juni begonnen, einige Anti-Steering-Maßnahmen zu lockern. Die CMA signalisierte, dass vergleichbare Vorgaben im Vereinigten Königreich noch vor Jahresende 2026 umgesetzt werden könnten. Dies würde die Monetarisierung von Apps sowie die Handelsströme in mobilen Ökosystemen maßgeblich beeinflussen.
Alternative iOS App Stores etablieren sich in EU und Japan
Der Digital Markets Act (DMA) hat den Weg für alternative App Stores auf Apple-Geräten in der Europäischen Union geebnet, während internationale Märkte wie Japan ähnliche Öffnungen durch das Mobile Software Competition Act (MSCA) vollziehen. Diese regulatorischen Eingriffe brechen das bisherige Monopol des App Store auf und ermöglichen alternative Distributionswege und Zahlungsmethoden. Apple verlangt für DMA-konforme Marktplätze jedoch strenge Notifizierungsprozesse, die Akzeptanz neuer kommerzieller Bedingungen sowie die Core Technology Fee. Mehrere Marktplätze wie AltStore PAL, Epic Games Store, Aptoide, Mobivention, Skich und Onside sind bereits aktiv oder testen den Markt. Dennoch zeigen Marktaustritte wie die Schließung von MacPaw’s Setapp Mobile im Februar 2026, dass komplexe Lizenzstrukturen und Gebührenmodelle weiterhin erhebliche Hürden für Entwickler darstellen. Diese Entwicklung verändert die Wirtschaftlichkeit von Apps und die Monetarisierungsdynamiken im Ökosystem nachhaltig.
Apple wehrt sich gegen geplante UK-App-Store-Regeln für Zahlungen
Apple hat Einspruch gegen vorgeschlagene Regeln der britischen Wettbewerbsbehörde CMA erhoben, die Entwicklern das Weiterleiten von Nutzern zu externen Zahlungsoptionen und eigenen Stores ermöglichen sollen. Apple argumentiert, die Maßnahmen kämen einer intrusiven Preiskulanzregelung gleich, für die es keine Belege bezüglich sinkender Verbraucherpreise gebe. Die CMA entgegnet, die Konsultation im Rahmen des britischen Digitalmärkte-Regimes ziele auf faire, angemessene Steering-Gebühren ab, statt direkt Preise festzulegen, und erwarte geringere Gebühren als die aktuellen App-Store-Provisionen. Die Konsultation endete im Juli, eine finale Entscheidung steht noch aus. Nach Angaben von Apple generierte der App Store 2025 in Großbritannien Umsätze von 46,5 Milliarden Pfund, wobei Provisionen weniger als 3,5 Prozent ausmachten. Die Coalition for App Fairness warf Apple vor, seine Gatekeeper-Position auszunutzen.
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