Beobachtetes Signal · 13. Okt. 2026 · Policy Update · Quelle: Adzine · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
Norwegen verhängt Rekordbußgeld gegen Microsofts Xandr
Die norwegische Datenschutzbehörde Datatilsynet hat gegen Microsofts Adtech-Einheit Xandr ein Bußgeld von 92 Millionen norwegischen Kronen (über 8,6 Millionen Euro) wegen Verstößen gegen die DSGVO verhängt. Es ist die höchste Geldbuße, die die Behörde je verhängt hat. Der Fall betrifft die Verarbeitung personenbezogener Daten der Dating-App Grindr zwischen Juli 2018 und April 2020. Grindr hatte Daten, einschließlich sensibler Informationen zur sexuellen Orientierung, im Rahmen von programmatischen Auktionen an Xandr und andere Adtech-Anbieter übermittelt. Beschwerden des norwegischen Verbraucherrats und der österreichischen Datenschutzorganisation Noyb aus dem Jahr 2020 lösten die Untersuchung aus. Datatilsynet wies Xandrs Argument zurück, sich auf die Einwilligung von Grindr verlassen zu haben, und stellte fest, dass Xandr die Verantwortung für die rechtmäßige Verarbeitung teilt. Die Geldstrafe wurde auf Basis des Umsatzes von Xandr vor der Microsoft-Übernahme berechnet. Microsoft, das Xandr 2022 übernommen und in Microsoft Monetize, Invest und Curate integriert hat, prüft die Entscheidung und kann innerhalb von drei Wochen Rechtsmittel einlegen.
Diese wegweisende DSGVO-Geldstrafe gegen einen Adtech-Vermittler bekräftigt, dass alle Parteien in der programmatischen Lieferkette die Verantwortung für die rechtmäßige Datenverarbeitung teilen. Dies könnte vertragliche Verpflichtungen und Risikobewertungen in der gesamten Branche verändern.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Norwegens Datatilsynet verhängt ein Bußgeld von 92 Millionen NOK (8,6 Mio. Euro) gegen Xandr wegen DSGVO-Verstößen.
- Das Bußgeld steht im Zusammenhang mit Grindr-Daten, die von Juli 2018 bis April 2020 an Xandr weitergegeben wurden.
- Es ist das höchste Bußgeld, das die norwegische Datenschutzbehörde je verhängt hat.
- Xandr argumentierte, es habe sich auf die Einwilligung von Grindr verlassen; Datatilsynet wies diese Verteidigung zurück.
- Microsoft, Eigentümer von Xandr, prüft die Entscheidung und könnte Berufung einlegen.
Verknüpfte Unternehmen
3 verknüpfte Unternehmen“Microsofts AdTech-Einheit Xandr wurde von Datatilsynet wegen DSGVO-Verstößen mit einer Geldstrafe belegt.”
“Microsoft, der Eigentümer von Xandr, prüft die Entscheidung und kann Berufung einlegen.”
“Die Dating-App Grindr übermittelte Nutzerdaten an mehrere AdTech-Anbieter, darunter Xandr.”
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Microsoft entfernt Copilot-Aktionen aus Windows-11-Kontextmenüs
Microsoft reduziert die Copilot-Integration in Windows 11 erneut, indem es die kürzlich eingeführten 'Copilot-Aktionen' aus den Rechtsklick-Kontextmenüs entfernt. Diese Aktionen ermöglichten es Nutzern, ausgewählte Dateien schnell zu vergleichen oder Textzusammenfassungen in OneDrive zu speichern. Die Entfernung erfolgt schrittweise, beginnend frühestens im November 2026 und bis Dezember 2026. Diese Entscheidung folgt auf Nutzerfeedback und steht im Einklang mit der Ankündigung von Microsoft vom März 2026, Copilot gezielter im Betriebssystem zu platzieren. Das Unternehmen betont, sich auf wirklich nützliche und durchdachte Erfahrungen zu konzentrieren.
Scaleup Europe Fund führt 250 Mio. USD Runde bei Pigment an
Das französische Enterprise-Software-Startup Pigment hat in einer Series-E-Runde 250 Millionen US-Dollar zu einer Bewertung von 2,3 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Angeführt wurde die Runde vom Scaleup Europe Fund, einem neuen 5-Milliarden-Euro-Programm der EU, das von EQT verwaltet wird. Beteiligt waren World Innovation Labs sowie die Bestandsinvestoren Greenoaks, Iconiq, IVP und Meritech, zusätzlich zu einer bereits angekündigten Investition von Nvidia. Pigment bietet eine Business-Planning-Plattform für Finanzen, Betrieb und Prognosen und konkurriert mit Microsoft Excel, SAP, IBM und Anaplan. Die Mittel sollen in Forschung & Entwicklung und den Ausbau des Engineering-Teams fließen. Zu den Kunden zählen Siemens, Unilever, Anthropic und ElevenLabs. Die Mitgründer Eléonore Crespo und Romain Niccoli betonen den Wandel hin zu autonomer Planung mit KI-Agenten. Der Scaleup Europe Fund soll die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Tech-Sektors stärken; frühere Investitionen umfassen Mistral und Iceye.
Janus-Henderson-Manager verteidigt CoreWeave-Anleihen
John Lloyd, global head of multi-sector and corporate credit bei Janus Henderson, dessen Fonds CoreWeave-Anleihen mit 9,75 % Kupon und Fälligkeit 2031 hält, sieht eine Kaufgelegenheit trotz Marktskepsis. Die Verschuldung von CoreWeave ist angespannt, die Renditen liegen über 15 %, und die Aktie ist gefallen, aber Lloyd hält den Ausverkauf für übertrieben. Das Unternehmen hat eine Gesamtverschuldung von rund 51,6 Milliarden US-Dollar und ein Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital von 702 %. Analysten erwarten, dass Umsatz und EBITDA im nächsten Jahr steigen, aber auch die Investitionsausgaben werden zunehmen. Lloyd schlägt vor, dass CoreWeave kreative Finanzierungsmethoden wie GPU-Finanzierung oder höhere Vorauszahlungen von Kunden nutzen kann, und weist darauf hin, dass keine kurzfristigen Fälligkeiten anstehen. Er hebt auch das angespannte Angebots-Nachfrage-Verhältnis bei KI-Rechenleistung und mögliche Börsengänge von Anthropic und OpenAI als unterstützende Faktoren hervor.
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