Beobachtetes Signal · 13. Aug. 2026 · Market Signal · Quelle: SRG SSR · Relevanz: 4/5
SRG öffnet audiovisuelles Archiv über Memobase.ch für die Öffentlichkeit
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) macht ihr historisches audiovisuelles Archiv über die Plattform Memobase.ch digital zugänglich. Dieses Vorhaben wird in enger Kooperation mit Memoriav realisiert, der nationalen Kompetenzstelle für das audiovisuelle Kulturerbe der Schweiz. Ziel des Projekts ist es, wertvolle zeitgeschichtliche Dokumente, Audio- und Videomaterialien aus vergangenen Jahrzehnten zentral zu bündeln und für Forschung, Bildung sowie die breite Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Der Schritt markiert einen wesentlichen Meilenstein in der Digitalisierungs- und Open-Data-Strategie der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt. Durch die strukturierte Bereitstellung auf Memobase.ch wird das kollektive Gedächtnis des Landes langfristig gesichert und digital erschlossen.
Die Initiative demonstriert die fortschreitende digitale Erschließung historischer Medienbestände durch Public-Value-Organisationen und setzt Standards für die kuratierte, plattformübergreifende Content-Distribution im Non-Profit-Sektor.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- SRG stellt umfangreiche Archivinhalte digital zur Verfügung.
- Bereitstellung erfolgt in Kooperation mit der Kompetenzstelle Memoriav.
- Zentraler Zugriff für Öffentlichkeit und Forschung über Memobase.ch gesichert.
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SRG-Archive: Audiovisuelles Digitalgedächtnis der Schweiz weist erhebliche Lücken auf
Die SRG hat auf memobase.ch rund 1,5 Millionen Radio- und TV-Beiträge von SRF und RTR durchsuchbar gemacht, wovon über 650.000 Dokumente direkt abspielbar sind. Damit verfehlt das Medienhaus jedoch die 2021 mit Memoriav vereinbarte Zielmarke, bis 2022 rund vier Millionen Sendungen bereitzustellen. Archivbestände von RTS und RSI fehlen bislang vollständig. Als Ursachen für die Verzögerung nennt die SRG technische Hürden bei der Metadaten-Integration sowie das im November 2024 gestartete Transformationsprogramm „Enavant“; eine Roadmap für die Anbindung sei in Arbeit. Gemäß Art. 33 Abs. 2 RTVV ist die SRG seit 2016 gesetzlich zur Zugänglichmachung ihrer Archive verpflichtet. Das Medienunternehmen verweist zur Mandatserfüllung ergänzend auf seine regionalen Play-Plattformen, die knapp zwei Millionen Audio- und Videodokumente umfassen.
SRG-Archiv soll Schweizer KI-Modelle trainieren
Das Archiv der SRG soll Schweizer Hochschulen in Zürich und Lausanne zur Verfügung gestellt werden, um das Training eines nationalen KI-Sprachmodells zu unterstützen. SRG-Generaldirektorin Susanne Wille befürwortet die Freigabe der Bestände für die Universitäten. Entwickler des Sprachmodells Apertus betonen, dass das SRG-Audiomaterial dem Modell ermöglichen würde, sämtliche Landessprachen und Dialekte präzise abzubilden und um journalistisch verifiziertes Wissen über die Schweiz zu ergänzen. HSG-Professor Damian Borth bezeichnete die Kooperation als strategisch klug, da die Trainingsdaten damit unter Schweizer Datensouveränität verbleiben. Während urheberrechtliche und rechtliche Rahmenbedingungen noch final geklärt werden müssen, hält Mitentwickler Imanol Schlag eine operative Umsetzung innerhalb weniger Monate für realisierbar.
SRG-Analyse: Kulturangebote dominieren im Audiobereich, TV sendet meist zu Randzeiten
Die Schweizer SRG hat mit der Studie «Zwischen Jodeln, Jazz und Jugendliteratur» eine systematische Programmanalyse vorgelegt. Untersucht wurden 4.890 redaktionelle Beiträge einer künstlichen Woche im Jahr 2025 über TV, Audio/Podcasts, Online und Social Media hinweg. Das Ergebnis: 28,1 % aller Beiträge weisen einen kulturellen Schwerpunkt auf, wobei 40,8 % dieser Inhalte medieninduziert sind, also eigens für die Berichterstattung geschaffen wurden. Den höchsten Kulturanteil verzeichnet Audio mit 51,5 % der Sendezeit. Im Fernsehen entfallen zwar 15,9 % des Programms auf Kultur, mehr als die Hälfte (51,7 %) davon wird jedoch im Nachtprogramm ausgestrahlt. Zudem offenbart der Bericht ein Gender-Ungleichgewicht – lediglich rund ein Drittel der sichtbaren Akteure sind Frauen – sowie eine starke Konzentration auf das SRF-Sendegebiet. Der Branchenverband Suisseculture begrüßte die Erhebung, forderte jedoch methodische Verfeinerungen.
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