Beobachtetes Signal · 18. Juni 2026 · Research Report · Quelle: CNBC Technology · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Fast 80 Prozent aller Rechenzentren von Klimarisiken bedroht
Eine Studie des Klima-Analytikers First Street zeigt, dass 79 Prozent der globalen Rechenzentrumskapazitäten akuten Klimarisiken wie Überschwemmungen, extremem Wind und Waldbränden ausgesetzt sind. Zudem liegt knapp die Hälfte in Märkten mit chronischem Klimastress wie Hitze und Dürre. Untersucht wurden 97 globale Märkte mit starken regionalen Unterschieden: Der Asien-Pazifik-Raum weist ein Risiko von 89 Prozent auf, Amerika 50 Prozent sowie Europa, der Nahe Osten und Afrika 46 Prozent. Der Bericht warnt, dass Rechenzentren mit einer üblichen Betriebsdauer von 20 bis 30 Jahren bei Nutzung historischer Modelle langfristig erhebliche Betriebs- und Finanzrisiken unterschätzen. Einige Betreiber reagieren bereits mit Resilienzmaßnahmen; so nutzen etwa die rund 300 Anlagen von Digital Realty geschlossene oder wasserlose Kühlsysteme. Experten fordern einen systemischen Ansatz zur Absicherung der Infrastruktur.
Die Studie verdeutlicht flächendeckende Klimarisiken für die globale Rechenzentrumsinfrastruktur, die Cloud-, Speicher- und Rechenleistungen für Werbetreibende und Plattformen bereitstellt. Dies birgt potenzielle Betriebsunterbrechungen, steigende Kosten und falsch bewertete Langzeitrisiken für AdTech-Akteure.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- First-Street-Studie: 79 Prozent der globalen Rechenzentrumskapazität sind akuten Klimarisiken ausgesetzt.
- Untersuchung umfasste 97 globale Rechenzentrumsmärkte.
- Etwas mehr als 50 Prozent der Rechenzentren stehen in Märkten mit chronischem Klimastress wie Hitze und Dürre.
- Regionale Risikoverteilung: Asien-Pazifik 89 Prozent, Amerika 50 Prozent, EMEA 46 Prozent.
- Digital Realty setzt bei nahezu allen rund 300 Rechenzentren auf wasserlose oder geschlossene Kühlsysteme.
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Hitzewellen und Extremwetter bedrohen KI-Rechenzentren und Infrastruktur
Extreme Hitzewellen und Unwetter entwickeln sich zu einem erheblichen operativen Risiko für die globale Rechenzentrumsinfrastruktur und den KI-Boom. Zunehmende Extremwetterereignisse belasten Stromnetze, überfordern Kühlsysteme und führen zu Betriebsausfällen. Laut Versicherern sind Unwetter inzwischen eine der Hauptursachen für Schadensfälle beim Bau von Rechenzentren, während ein Großteil der weltweiten Kapazitäten akuten Klimarisiken ausgesetzt ist. Betreiber und Hardware-Hersteller reagieren mit Innovationen wie Flüssigkühlung, höheren Betriebstemperaturen und redundanten Systemen. Gleichzeitig verlagert sich der Ausbau zunehmend in nicht-traditionelle Regionen, was neue Gefahren durch Tornados, Hagel und Flächenbrände mit sich bringt. Die Entwicklung verdeutlicht die rasant steigenden Versicherungs-, Energie- und Resilienzkosten für die Skalierung moderner KI-Infrastruktur.
KI-Rechenzentren könnten den nächsten Markt für Katastrophenanleihen antreiben
Die rasante Expansion von Hyperscale-Rechenzentren, deren einzelne Standorte einen versicherbaren Wert von bis zu 30 Milliarden US-Dollar erreichen können, stellt traditionelle Versicherungsmärkte vor massive Kapazitätsprobleme. Branchenexperten sehen in Katastrophenanleihen (CAT Bonds) ein zentrales Instrument, um dieses stark konzentrierte Risiko an die Kapitalmärkte zu transferieren. Bislang existiert zwar noch kein dedizierter Rechenzentrums-CAT-Bond, doch Rückversicherer evaluieren bereits Quotenverträge und Sidecars. Angesichts verbesserter Risikomodellierungen für Gefahren wie Feuer, Wasserschäden und Betriebsunterbrechungen wird die erste Transaktion dieser Art innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate erwartet. Der allgemeine Markt für Katastrophenanleihen steuert derweil auf ein Rekordjahr zu, wobei das Emissionsvolumen im Jahr 2026 bereits 18,9 Milliarden US-Dollar erreicht hat.
Erneuerbare Energien können Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren drastisch senken
Die rasante Expansion von KI-Funktionen verschärft die Konkurrenz um lokale Wasserressourcen in der Nähe von Rechenzentren, da traditionelle Luftkühlungen für Hochleistungs-KI-Prozessoren nicht ausreichen und den direkten Wasserbedarf in die Höhe treiben. Die Internationale Energieagentur schätzt den globalen Wasserverbrauch von Rechenzentren auf rund 560 Milliarden Liter jährlich, während Prognosen der Cornell University besagen, dass US-Rechenzentren bis 2030 allein eine Billion Liter pro Jahr überschreiten könnten. Ein Umstieg von Kohle- und Gaskraft auf Solar- und Windenergie könnte den Wasserfußabdruck der KI-Infrastruktur um bis zu 86 Prozent reduzieren, da diese erneuerbaren Energien kein Kühlwasser für den Betrieb benötigen. Hardware-Innovationen wie Prozessoren mit höheren Betriebstemperaturen sowie geschlossene Kreislauf- oder Immusionskühlsysteme verringern Verdunstungsverluste. Software-Optimierungen und strategische Standortwahlen helfen ebenfalls dabei, die Auswirkungen auf das Wasser zu mindern. Experten warnen jedoch vor einem Rebound-Effekt: Gesteigerte Effizienz könnte zu einer breiteren Nutzung führen und absolute Ressourceneinsparungen ausgleichen, was begleitende Softwarekonzepte und regulatorische Maßnahmen erfordert.
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