Beobachtetes Signal · 15. Okt. 2025 · Technical Release · Quelle: Marketecture · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ

Googles Buy-Side-Kartellproblem: Kartellrechtliche Risiken durch Third-Price Auctions

Zusammenfassung des Signals

Der Artikel analysiert, dass sich kartellrechtliche Prüfungen bislang zu stark auf die Sell-Side von Google konzentriert haben, während Praktiken auf der Buy-Side vernachlässigt wurden. DV360 gilt zwar als grösster Demand-Side Platform, hält jedoch weniger als 50 % Marktanteil, und Google Ads konkurriert direkt mit Meta, Amazon und TikTok um Werbebudgets. Zivilklagen offenbaren jedoch wettbewerbswidriges Verhalten auf der Buy-Side, insbesondere durch sogenannte „Third-Price Auctions“ bei der Gebotsabgabe von AdWords in AdX. Das interne gTrade-Quant-Team von Google soll dabei niedrigen Wettbewerb ausgeglichen haben, indem die beiden höchsten AdWords-Gebote an AdX übermittelt wurden, wodurch der Zuschlagspreis knapp über dem zweiten Gebot lag. Über 90 % der AdWords-Ausgaben flossen in AdX, wobei schätzungsweise 6 Milliarden US-Dollar jährlich – und rund 30 Milliarden US-Dollar über ein Jahrzehnt hinweg – von diesen Praktiken betroffen waren. Dieser bis 2018 genutzte Mechanismus begründet erhebliche Haftungsrisiken für Google nach dem Sherman Act und verdeutlicht breitere Buy-Side-Risiken im gesamten AdTech-Ökosystem.

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Hohe Konfidenz

Hohe Relevanz für AdTech-Buy-Side-Praktiken und weitreichende kartellrechtliche Implikationen für die gesamte Werbeindustrie.

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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz

  • DV360 ist die grösste Demand-Side Platform mit einem Marktanteil von unter 50 %.
  • Über 90 % der AdWords-Budgets flossen direkt in AdX.
  • Bei AdWords-Geboten in AdX kamen Third-Price Auctions zum Einsatz, indem die beiden höchsten Gebote übermittelt wurden.
  • Das gTrade-Quant-Team von Google passte das Höchstgebot künstlich knapp über das zweite Gebot an.
  • Schätzungsweise 30 Milliarden US-Dollar an Werbeausgaben waren über zehn Jahre hinweg von diesen Praktiken betroffen (ca. 6 Milliarden US-Dollar pro Jahr).

Ontologie & Marktkonzepte

Primäre Quellenbasis & Herkunftsnachweis
Verifizierter Herkunftsnachweis
Primärquelle: Marketecture•Veröffentlicht: 15. Okt. 2025
Ursprünglicher Berichttitel: “Google’s Multi-Billion Dollar Buy-Side Problem”

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Auktionen im Visier: Google und Amazon unter Kartellbeobachtung

In der vergangenen Woche kam es zu zwei bedeutsamen Entwicklungen im Bereich der AdTech-Kartellregulierung. Ein US-Gericht entschied, dass Google sein AdTech-Geschäft trotz eines zuvor festgestellten Monopols nicht abspalten muss, sondern stattdessen Auflagen für das künftige Marktverhalten erhält. Gleichzeitig reichte die FTC eine Klage gegen Amazon ein und wirft dem Konzern vor, bei Werbeauktionen für KMU-Werbetreibende einen intransparenten 'Shadow Participant' eingesetzt zu haben, der die Preise künstlich in die Höhe trieb. Der Artikel analysiert die weitreichenden Implikationen für die Auktionssicherheit und Fairness im gesamten AdTech-Ökosystem. Während im Fall von Google verhaltensbezogene Abhilfemaßnahmen wie Mindestpreise für bestimmte Einkäufer und ein erweiterter Datenaustausch greifen – wobei der 'Last Look'-Vorteil bereits abgeschafft wurde –, sind die möglichen Sanktionen im FTC-Verfahren gegen Amazon enger gefasst. Dennoch unterstreichen beide Fälle den zunehmenden regulatorischen Druck auf die Preismechanismen dominanter Plattformen.

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AI & Publishing2. Okt. 2026

SPUR veröffentlicht KI-Inhaltsverfolgungsstandard, lädt OpenAI und Google ein

Eine Koalition von Medienorganisationen, darunter der Guardian, die Financial Times, BBC, Sky und die AP, hat einen neuen Standard zur Verfolgung der Nutzung von Verlagsinhalten durch KI-Tools veröffentlicht. Die Initiative „Standards for Publisher Usage Rights“ (SPUR) hat ihren Content-Telemetrie-Standard am 2. Oktober 2026 veröffentlicht. Der Standard schafft einen Prozess zur Verfolgung und Meldung, wann Inhalte von KI-Tools abgerufen, begründet, zitiert, präsentiert und verarbeitet werden, und meldet die Nutzung an die Verlage zurück. SPUR hat OpenAI, Anthropic, Google, Meta und Microsoft eingeladen, dem neuen AI Licensing Advisory Board beizutreten, um die Umsetzung mitzugestalten. Das Gremium soll sicherstellen, dass die Tracking-Regeln sowohl für Verlage als auch für KI-Unternehmen funktionieren. SPUR entwickelt außerdem Agent-Tools, damit KI-Unternehmen den Standard übernehmen können, um transparente Berichterstattung und Lizenzierung zu unterstützen. Pilotprogramme mit Technologie- und KI-Unternehmen sind geplant.

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