Beobachtetes Signal · 20. März 2019 · Policy Update · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Neutral
Google befragt EU-Nutzer zu bevorzugten Browsern und Such-Apps
Als Reaktion auf eine historische EU-Kartellstrafe in Höhe von 4,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2018 wegen des Missbrauchs der Android-Marktdominanz führt Google neue Auswahlbildschirme für europäische Android-Nutzer ein. Künftig werden Verbraucher aktiv gefragt, welche Browser und Such-Apps sie nutzen möchten. Zu den genannten Alternativen gehören Suchmaschinen wie Bing, Yahoo, Ecosia, Qwant und DuckDuckGo. Darüber hinaus passt Google die Lizenzbedingungen für den Google Play Store, Chrome und die Google Search an, um Geräteherstellern die parallele Vorinstallation von Drittanbieter-Apps zu ermöglichen. Auch Google Shopping wird überarbeitet und bindet künftig direkte Links zu Preisvergleichsseiten ein. Während diese Maßnahmen als Signal für mehr Wettbewerb auf dem europäischen Markt gewertet werden, bleibt die kartellrechtliche Beobachtung der Plattform durch die EU-Behörden angesichts der anhaltenden Dominanz von Google Chrome weiterhin intensiv.
Politische Anpassung einer dominanten Plattform (Google) als Reaktion auf EU-Kartellvorgaben und regulatorische Anforderungen zur Förderung des fairen Wettbewerbs.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- EU verhängte im Juli 2018 eine Strafe von 4,3 Milliarden Euro gegen Google wegen Android-Kartellverstößen.
- Google erlaubt Herstellern künftig die Installation von Fremd-Apps neben eigenen Applikationen.
- Google Shopping integriert direkte Verlinkungen zu konkurrierenden Preisvergleichsportalen.
- Android-Nutzer werden aktiv nach ihrem bevorzugten Browser und ihrer Such-App gefragt.
- Zu den im Artikel genannten alternativen Suchmaschinen zählen Bing, Yahoo, Ecosia, Qwant und DuckDuckGo.
Verknüpfte Unternehmen
5 verknüpfte UnternehmenVerwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Grok Bot durchsucht X und nutzt Konkurrenzmodelle
SpaceXAI hat seinen AI-Agenten Grok Bot um die Fähigkeit erweitert, die gesamte X-Plattform kontinuierlich zu durchsuchen und zu analysieren. Nutzer können den Agenten nun für 24/7-Social-Listening, Markenüberwachung und Trendanalysen einsetzen, ähnlich wie bei Googles Information Agents. Grok Bot wird je nach Aufgabenstellung auch Modelle von Konkurrenten wie Claude Opus 5.5, Midjourney und Suno integrieren. Dieser Schritt signalisiert einen Wandel hin zu Multi-Modell-AI-Agenten und erweitert die Möglichkeiten der KI-gestützten Social-Media-Analyse.
Ecosia wechselt von Mistral zu chinesischen Open-Source-KI-Modellen
Die europäische Suchmaschine Ecosia hat ihren KI-Anbieter vom französischen Startup Mistral auf offene Modelle umgestellt, darunter chinesische wie Alibabas Qwen, Z.ais GLM und Moonshot AIs Kimi. CEO Christian Kroll zeigte sich enttäuscht von der Qualität der Mistral-Modelle, die etwa ein Jahr hinter der Konkurrenz zurückliegen sollen, sowie von häufigen Serverüberlastungen. Ecosia nutzt nun Modelle über die deutsche Plattform Melious, die offene KI-Modelle auf Servern in der EU betreibt, was die KI-Kosten halbierte und die Leistung verbesserte. Der Wechsel erfolgt, während Mistral Large 4 vorstellt, das stärkste Modell, das in Europa trainiert wurde und dessen Gewichte Ende Oktober veröffentlicht werden sollen. Trotz 38,4 Punkten im Intelligence Index belegt es Platz acht unter offenen Modellen, hinter sieben chinesischen Modellen. Der Fall verdeutlicht das Dilemma der europäischen KI-Souveränität: Top-Open-Modelle stammen überwiegend aus China, auch wenn sie auf europäischen Servern laufen. Mistral hostet selbst chinesische Modelle wie GLM auf seiner Neocloud-Plattform, während CEO Arthur Mensch die Stärken von Large 4 etwa bei der Cyberabwehr betont.
Ecosia wechselt von Mistral zu chinesischen KI-Modellen
Die Berliner Suchmaschine Ecosia hat den französischen KI-Anbieter Mistral fallen gelassen und setzt nun auf offene Modelle, darunter chinesische wie Qwen (Alibaba), GLM (Z.ai) und Kimi (Moonshot AI), wie Politico berichtet. Ecosia-Chef Christian Kroll zeigte sich Berichten zufolge enttäuscht von der Qualität der Mistral-Modelle, die der Konkurrenz rund ein Jahr hinterherhinken, und stellte auch Mistrals Souveränität wegen internationaler Investoren infrage. Die neuen Modelle bezieht Ecosia über die deutsche Plattform Melious, die offene KI-Modelle auf Servern in acht EU-Ländern betreibt; dadurch halbierten sich die KI-Kosten bei gestiegener Leistung. Mistral hat derweil Large 4 veröffentlicht, ein Modell mit einer Billion Parametern, das in europäischen Rechenzentren trainiert wurde, aber im Ranking offener Modelle nur Platz 8 erreicht – alle sieben Modelle davor stammen aus China. Dies verdeutlicht das Souveränitäts-Dilemma: Selbst Mistral hostet inzwischen chinesische Modelle wie GLM in seiner Neocloud.
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