Beobachtetes Signal · 15. Okt. 2025 · Policy Update · Quelle: Adzine · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Medienvielfalt in Deutschland durch Plattformen und KI gefährdet
Der achte Medienkonzentrationsbericht der KEK mit dem Titel ‚Social Media, KI & Co. – Neue Gefährdungslagen für die Meinungsvielfalt‘ warnt, dass traditionelle Medienmärkte zwar weitgehend stabil sind, digitale Plattformen jedoch zunehmend den Einfluss auf den öffentlichen Diskurs monopolisieren. Während die TV-Zuschaueranteile von der RTL Group (~22 %) und ProSiebenSat.1 (~14 %) sowie den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD, ZDF und den Dritten Programmen (>50 %) dominiert werden, verzeichnet der Printmarkt sinkende Auflagen und Werbeumsätze. Die KEK betont die wachsende Macht von Medienintermediären wie Google, Meta und TikTok, die über riesige Nutzerdaten und algorithmische Distribution verfügen. Ein zentraler Fokus liegt auf der Rolle von KI bei der Informationsverbreitung, insbesondere beim Zugriff auf Trainingsdaten, der traditionellen Medien oft verwehrt bleibt. Die KEK fordert eine fundamentale Reform des Medienkonzentrationsrechts, verweist auf den European Media Freedom Act der EU und fordert stärkere nationale Befugnisse zur Eindämmung der Plattformdominanz.
Regulatorische Relevanz: Beleuchtet Plattformmacht und KI-Einfluss, fordert Reformen des deutschen Medienkonzentrationsrechts und verweist auf den European Media Freedom Act sowie nationale Durchsetzungsmechanismen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die KEK hat ihren achten Medienkonzentrationsbericht unter dem Titel ‚Social Media, KI & Co. – Neue Gefährdungslagen für die Meinungsvielfalt‘ veröffentlicht.
- Die RTL Group hält rund 22 % des TV-Marktes, ProSiebenSat.1 rund 14 %.
- Öffentlich-rechtliche Sender (ARD, ZDF und Dritte) vereinen gemeinsam über 50 % des Fernsehpublikums auf sich.
- Digitale Plattformen wie Google, Meta und TikTok bauen ihren Einfluss aus und nutzen enorme Nutzerdatenmengen für das KI-Training.
- Die KEK fordert eine grundlegende Reform des Medienkonzentrationsrechts, verweist auf den European Media Freedom Act und fordert stärkere nationale Durchsetzungsbefugnisse.
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Media Scholar Warns: Big Tech Growth and Illusion of Diversity
Media scholar Martin Andree has published a new, extensive analysis (presented as a book) on the use of digital services in Germany, arguing that the market dominance of large US tech platforms continues to grow and that digital diversity is largely an illusion. Andree's data documents a 'zero-click' trend that he attributes to changes in Google's strategy. He warns that the concentration of power and opaque platform practices threaten the free public sphere and calls for stronger constraints on the dominant corporations. The article was written by Klaus Janke and published by HORIZONT on July 16, 2026.
Länder planen strengere Regulierung für Online-Plattformen
Der nordrhein-westfälische Medienminister Nathanael Liminski kündigte an, dass die Bundesländer große Online-Plattformen künftig ähnlich regulieren wollen wie klassische Medien, um die Meinungsvielfalt zu schützen. Grundlage ist ein Entwurf für einen neuen Digitalen Medienstaatsvertrag, der eine grundlegende Reform des Medienkonzentrationsrechts vorsieht: Der bisher fernsehzentrierte Ansatz soll durch ein medienübergreifendes, wirkungsorientiertes Modell ersetzt werden. Liminski argumentiert, dass Plattformen noch mehr Meinungsmacht auf sich vereinen als einzelne Medien und daher reguliert werden müssen. Er wies auch auf den wirtschaftlichen Druck auf die Medienbranche hin: 50 % der Werbeetats würden von drei großen Tech-Unternehmen abgeschöpft. Die zunehmende Zahl von Medien-Start-ups sieht er als ermutigend; wirtschaftliche Unabhängigkeit sei die beste Garantie für redaktionelle Unabhängigkeit.
The Fight for International Relevance
Sascha Thor, Media Director at VaynerMedia Germany, analyses how Germany's media landscape is shifting: social media has become the most widespread media offering, discovery is fragmenting across social, creator, community, search and emerging AI tools, and creative production is being transformed by AI. Thor cites Deloitte data showing broad social network adoption (78% of Germans; 91% of under-25s) and warns that AI-driven increases in output risk producing low-value content (56% report encountering obviously AI-generated posts). The piece argues brands must rethink social as part of an integrated customer journey, develop platform-native creative, and focus on relevance rather than volume to remain effective without importing foreign playbooks.
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