Beobachtetes Signal · 14. Juli 2026 · Policy Update · Quelle: Meedia · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Neutral
Deutscher Regierungsbeauftragter warnt vor Medienpleiten und fordert Plattform-Abgabe
In einem Interview erörtert Wolfram Weimer aktuelle Bunderegulierungen zur Stärkung der Filmwirtschaft, darunter ein Filmförderpaket von 250 Millionen Euro sowie ein Investitionsverpflichtungsgesetz. Er erklärt, dass die geplanten Fördermittel 2027 um 50 Millionen Euro sinken werden, plädiert jedoch für eine Kombination aus öffentlichen Mitteln und obligatorischen privaten Investitionen in Höhe von rund 15 Milliarden Euro. Weimer lehnt steuerliche Anreize ab und schlägt stattdessen einen 'Plattform-Soli' beziehungsweise 'Digitalsoli' vor, um den Journalismus zu unterstützen und die Marktmacht grosser Social Platforms auszugleichen. Angesichts einer drohenden Pleite-Serie bei lokalen Medien fordert er strengere Regulierungen, härtere Kartellmassnahmen sowie eine mögliche europäische Eigentümerstruktur für TikTok. Das Interview beleuchtet zudem politische Verhandlungen auf Bundes- und Länderebene zur Ausgestaltung der Abgabe und der entsprechenden Verteilungsmechanismen im Medienökosystem.
Staatliche Vorschläge zur Besteuerung und stärkeren Regulierung grosser Social Platforms sowie die Umverteilung von Mitteln an den Journalismus haben weitreichende Auswirkungen auf Plattform-Geschäftsmodelle, die Ad-Monetarisierung und die Medienfinanzierung im gesamten Werbe- und Medienökosystem.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Ein deutscher Filmförderfonds in Höhe von 250 Millionen Euro wurde im Sommer gestartet.
- Laut Weimer sinkt die Filmförderung im Jahr 2027 im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um 50 Millionen Euro.
- Wolfram Weimer hat ein Investitionsverpflichtungsgesetz mit einer Quote von acht Prozent (effektiv zwölf Prozent durch Opt-out-Modell) vorangetrieben.
- Weimer erwartet, dass die kombinierten Massnahmen Investitionen von rund 15 Milliarden Euro für den deutschen Filmsektor mobilisieren.
- Weimer schlägt einen 'Plattform-Soli'/'Digitalsoli' zur Mittelbeschaffung vor und fordert eine stärkere Regulierung sowie Kartellrechtsdurchsetzung für grosse Social Platforms.
Verknüpfte Unternehmen
2 verknüpfte Unternehmen“Wie halten Sie es dann mit den großen US-amerikanischen Konzernen? ... Meta, Google & Co. aus?...”
“... wo Google sehr schöne Büros gleich in der Nähe des Hauptbahnhofs hat......”
Ontologie & Marktkonzepte
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Deutschland beschließt Streaming-Investitionsgesetz und verdoppelt Filmförderung auf 250 Millionen Euro
Das deutsche Kabinett hat eine umfassende Reform der Film- und Medienpolitik auf den Weg gebracht. Die staatliche Filmförderung wird auf 250 Millionen Euro verdoppelt. Gleichzeitig verpflichtet das neue Mediendienste-Investitionsverpflichtungsgesetz Streaming-Dienste, große Sendergruppen sowie öffentlich-rechtliche Anleger zu verstärkten Investitionen in deutsche Produktionen. Der gefundene Kompromiss sieht eine initiale Investitionsquote von 8 Prozent vor, gekoppelt an eine Öffnungsklausel von bis zu 12 Prozent. Branchenstimmen zufolge könnten diese Maßnahmen den deutschen Markt grundlegend umgestalten und in den kommenden fünf Jahren bis zu 15 Milliarden Euro an Investitionen generieren. Bei Nichterfüllung der Vorgaben drohen Ersatzabgaben, die über die Filmförderungsanstalt (FFA) eingezogen werden können. Das genrespezifisch neutrale Gesetz geht nun in die parlamentarische Beratungsphase über, begleitet von einer festangesetzten Evaluierungsphase.
Deutschland plant Investitionspflicht für Streaming-Dienste in europäische Produktionen
Deutschland treibt ein neues Gesetz voran, das Streaming-Dienste und Sender verpflichten soll, 8 % ihres lokalen Umsatzes in europäische Produktionen zu investieren – eine Maßnahme, die in Medien als „Content-Abgabe“ bezeichnet wird. Die Regierung flankiert das Mandat mit einer Aufstockung der Bundesfilmförderung auf 250 Millionen Euro und sieht eine Ausnahmeregelung vor: Unternehmen können von bestimmten Vorgaben abweichen, wenn sie freiwillig mehr als 12 % ihres Umsatzes investieren. Produzentenverbände begrüßten den Schritt und erwarten die Freisetzung von rund 120 Millionen Euro an blockierten Mitteln, während der Spitzenverband VAUNET den Entwurf als unflexibel kritisierte und rechtliche Bedenken nach EU-Recht äußerte. Der Vorschlag stützt sich auf die EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMSD) und spiegelt ähnliche Vorgaben für lokale Inhalte in Frankreich und Italien wider. Veröffentlichungsdatum: 2026-02-09.
Medientage Mitteldeutschland: Branchenkonsens zu Regulierung und Filmförderung
Auf den Medientage Mitteldeutschland in Leipzig diskutierten Branchenführer und Politiker über die Wettbewerbsposition der deutschen Film- und TV-Produktion, Plattformregulierung und öffentlich-rechtliche Privilegien. Die Teilnehmer waren sich über die Notwendigkeit einer entschlossenen, europaweiten Plattformregulierung einig und erörterten Maßnahmen wie digitale Abgaben sowie eine Aufstockung der Filmförderung. Im Fokus stand zudem die unbedingte Freigabe der RTL-Übernahme von Sky Deutschland durch die EU-Kommission. Zur Stärkung der Produktion wurden eine Erhöhung der Filmförderung auf 250 Millionen Euro, eine angehobene Förderquote von 30 % sowie künftige Investitionsverpflichtungen für Streaming-Plattformen hervorgehoben. Zu den Sprechern zählten Spitzenvertreter öffentlich-rechtlicher Sender, der Medienwirtschaft sowie von Netflix, wobei die Debatte auf eine regulatorische Balance zum Schutz kreativer Prozesse und zur Stärkung europäischer Medienkonkurrenten abzielte.
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