Beobachtetes Signal · 7. Sept. 2026 · Policy Update · Quelle: Meedia · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Negativ
Deutsches Gericht stuft DAZN-Preiserhöhungen als unzulässig ein
Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat in einer vorläufigen Einschätzung entschieden, dass die Preiserhöhungsklauseln von DAZN intransparent und unangemessen sind. Die vom Verbraucherzentle Bundesverband (vzbv) eingereichte Klage richtet sich gegen die massiven Preisanstiege für Bestandskunden in den Jahren 2021 und 2022, bei denen der monatliche Abo-Preis unter anderem von 14,99 Euro auf 29,99 Euro angehoben wurde. Laut Gericht waren die Bedingungen für Verbraucher nicht verständlich. Ein endgültiges Urteil wird für den 18. November 2026 erwartet. Das OLG München hatte eine vergleichbare Erhöhung bereits als ungültig eingestuft, wobei dieses Verfahren derzeit beim Bundesgerichtshof anhängig ist. Die Entscheidung hat erhebliche Signalwirkung für das gesamte europäische Streaming- und Connected-TV-Ökosystem.
Ein wegweisendes deutsches Gerichtsurteil gegen das Preismodell eines großen Sport-Streamers hat weitreichende Konsequenzen für Verbraucherrechte und Abonnement-Praktiken im europäischen Streaming- und Connected-TV-Werbeökosystem.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das OLG Hamm bewertet die DAZN-Preiserhöhungsklausel in einer vorläufigen Einschätzung als intransparent und unangemessen.
- Die Preiserhöhung im August 2022 verteuerte das monatliche DAZN-Abonnement von 14,99 Euro auf 29,99 Euro.
- Die Klage wurde vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gegen die DAZN-Muttergesellschaft in London angestrengt.
- Das final Urteil des OLG Hamm ist für den 18. November 2026 terminiert.
- Das OLG München urteilte zuvor bereits über eine DAZN-Preiserhöhung aus 2022; der Fall liegt nun beim Bundesgerichtshof.
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BGH prüft Amazon Prime Preiserhöhung
Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt über die Preiserhöhung von Amazon Prime im Jahr 2022, die ohne ausdrückliche Zustimmung der Kunden erfolgte. Vorinstanzen hatten die Preisanpassungsklausel für unwirksam erklärt. Amazon weist die Vorwürfe zurück und hat Revision eingelegt. Das Urteil könnte Signalwirkung für ähnliche Verfahren gegen Netflix, Apple TV und Wow haben. Zudem läuft eine Sammelklage der Verbraucherzentrale NRW mit rund 145.000 Anmeldungen. Bei Erfolg könnten betroffene Prime-Mitglieder bis zu 60 Euro erstattet bekommen.
BGH kippt Amazons Prime-Preiserhöhung
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Preiserhöhung von Amazon Prime aus dem Jahr 2022 für unwirksam erklärt, da die Vertragsklauseln intransparent seien. Amazon wird den Mitgliedsbeitrag für Kunden, die vor dem 15. September 2022 beigetreten sind und deren Mitgliedschaft seitdem ununterbrochen besteht, vorübergehend anpassen. Betroffene können zudem für bis zu drei Jahre Rückzahlungen verlangen oder sich einer Sammelklage der Verbraucherzentrale NRW anschließen, bei der bereits rund 145.000 Menschen registriert sind. Das Urteil hat Signalwirkung für ähnliche Verfahren gegen andere Streaming-Dienste wie Netflix, Apple TV+ und Wow.
Verbraucherschutzverein verklagt Netflix, Sky und Apple TV+ wegen Preiserhöhungen
Der österreichische Verbraucherschutzverein (VSV) hat Sammelklagen gegen die Streaming-Anbieter Netflix, Apple TV+ und Skys Streaming-Dienst Wow wegen einseitiger Preiserhöhungen angekündigt. Der VSV wirft den Plattformen vor, Abonnementpreise für Bestandskunden mehrfach auf Basis unwirksamer Preisanpassungsklauseln erhöht zu haben, ohne eine gesonderte Zustimmung einzuholen. Die Organisation fordert Rückerstattungen zwischen 200 und 700 Euro pro betroffenem Kunden und kooperiert hierbei mit einer Berliner Kanzlei sowie einem Prozessfinanzierer, der eine Erfolgsbeteiligung von 9,9 Prozent erhält. Sky bestätigte die Prüfung der Klageschrift. Netflix erklärte hingegen, die Klage noch nicht erhalten zu haben, und betonte, in Deutschland keine derartigen Klauseln genutzt, sondern stets die ausdrückliche Zustimmung der Kunden eingeholt zu haben. Das Verfahren folgt auf ähnliche juristische Auseinandersetzungen mit DAZN und Prime Video.
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