Beobachtetes Signal · 12. Mai 2026 · Policy Update · Quelle: CNBC Technology · Relevanz: 5/5 · Sentiment: Negativ
EU geht gegen süsslich-suchterzeugendes Produktdesign von TikTok und Instagram vor
Die Europäische Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen plant ein hartes Vorgehen gegen suchterzeugende Designtools auf Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram und Facebook, die gezielt Minderjährige ansprechen. Im Fokus stehen Funktionen wie Endlos-Scrolling, Autoplay und Push-Benachrichtigungen. Die EU kündigte Regulierungen an, wobei ein erster Gesetzesentwurf nach Einschätzung von Experten bereits im Sommer vorliegen könnte, abhängig von der Stellungnahme eines Sondergremiums für Online-Kindersicherheit. Zudem hat die Kommission eine Altersverifikations-App entwickelt, die sich in nationale digitale Wallets integrieren lässt. Dieser Schritt reiht sich in verstärkte globale regulatorische Bemühungen ein, den Schutz von Minderjährigen im Internet massiv zu erhöhen und die Praktiken grosser Walled Gardens strenger zu kontrollieren.
Strengere regulatorische Vorgaben der EU für TikTok und Meta hinsichtlich Produktdesign und Kindersicherheit erzwingen fundamentale Produktanpassungen, neue Compliance-Prozesse und beeinflussen massgeblich die Engagement-Metriken sowie Werbepraktiken in den grossen Walled Gardens.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte Massnahmen gegen suchterzeugende Designmerkmale auf Social-Media-Plattformen an.
- Im Visier stehen insbesondere Endlos-Scrolling, Autoplay und personalisierte Push-Benachrichtigungen.
- Die EU-Kommission hat eine Altersverifikations-App entwickelt, die Mitgliedstaaten in ihre digitalen Wallets einbinden können.
- Ein konkreter legislativer Vorschlag könnte nach Beratung durch ein Experfengremium bereits im Sommer folgen.
- Zu den namentlich genannten Plattformen gehören TikTok von ByteDance sowie Instagram und Facebook von Meta.
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EU-Kommission: Instagram und Facebook bergen erhebliche Suchtrisiken für Minderjährige
Nach zweijähriger Untersuchung hat die Europäische Kommission vorläufige Ergebnisse veröffentlicht, wonach Instagram und Facebook erhebliche Suchtrisiken für Kinder und Jugendliche bergen. Als zentrale Risikofaktoren identifiziert der Bericht hochgradig personalisierte Empfehlungen, Autoplay-Videos, Infinite Scrolling und permanente Push-Benachrichtigungen. Zudem werden Metas Alters- und Zeitmanagement-Tools als unzureichend kritisiert, da sie leicht umgangen werden können und technisches Vorwissen der Eltern erfordern. Die Kommission hat ein formelles Durchsetzungsverfahren eingeleitet, das Geldbußen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes – potenziell über 12 Milliarden Euro – sowie verbindliche Produktanpassungen nach sich ziehen könnte. Ähnliche Feststellungen wurden bereits für TikTok getroffen. Während Meta den Ausbau KI-gestützter Altersverifikationen ankündigt, signalisiert das vorläufige Prüfungsergebnis den Beginn weitreichender regulatorischer Eingriffe der EU in das Plattformdesign.
EU: TikToks süssmachendes Design verstösst gegen den Digital Services Act
Die Europäische Kommission hat in einer vorläufigen Einschätzung festgestellt, dass TikToks Kurzvideoplattform gegen Bestimmungen des EU-Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act) zum süssmachenden Design verstösst. Nach einer im Jahr 2024 eingeleiteten Untersuchung bemängelte die Behörde Funktionen wie Infinite Scroll, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und ein hochgradig personalisiertes Empfehlungssystem als potenziell schädlich, insbesondere für Minderjährige. TikTok habe es versäumt, Risiken adäquat zu mindern, was sich in häufigen App-Öffnungen und nächtlicher Nutzung zeige. Die Kommission empfiehlt Massnahmen wie das schrittweise Abschalten des Infinite Scroll, Pausenerinnerungen und Anpassungen des Empfehlungsalgorithmus. TikTok bestreitet die Vorwürfe. Bestätigt sich das Urteil, drohen Geldstrafen von bis zu 6 Prozent des globalen Jahresumsatzes.
EU-Kommission plant Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren
Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen plant strenge Regulierungen für Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat. Vorgesehen ist ein vollständiges Zugangsverbot für Kinder unter 13 Jahren mittels robuster Altersverifikation. Für 13- bis 15-Jährige sollen beaufsichtigte „Mini-Accounts“ mit maximal einer Stunde Nutzungsdauer pro Tag eingeführt werden; vollwertige Konten wären erst ab 15 Jahren gestattet. Zudem müssen Plattformen Sucht-Designs abbauen, darunter Endlos-Scrolling und Autoplay-Videos. Ergänzend sind standardmäßig private Profile für Minderjährige, Einschränkungen für Livestreams sowie verbindliche Kindersicherheits-Zertifizierungen geplant. Während deutsche Politiker die Initiative unterstützen, warnen Experten vor erheblichen Hürden bei der technischen Durchsetzung, potenziellen Eingriffen in Grundrechte und Wettbewerbsnachteilen für neue Marktteilnehmer. Der Vorschlag bedarf noch der Zustimmung des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten, was einen monate- oder jahrelangen Gesetzgebungsprozess nach sich ziehen dürfte.
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