Beobachtetes Signal · 17. Apr. 2026 · Policy Update · Quelle: t3n · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Positiv
EU prüft Einstufung von ChatGPT als Very Large Online Search Engine
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die EU ChatGPT als Very Large Online Search Engine (VLOSE) im Rahmen des Digital Services Act (DSA) einstufen könnte. Artikel 76 des DSA betrifft Plattformen mit über 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU; OpenAI verzeichnet hierzulande rund 120 Millionen Nutzer und überschreitet diesen Schwellenwert deutlich. Eine VLOSE-Klassifizierung würde OpenAI zu strengen Transparenzpflichten zwingen, darunter die Offenlegung von Werbepraktiken, unabhängige Audits, Datenzugang für Forscher, die Moderation illegaler Inhalte sowie Einschränkungen bei Profiling-basierten Empfehlungen. Dies könnte das Geschäftsmodell von OpenAI erheblich belasten, während europäische und transparentere KI-Herausforderer wie Mistral wettbewerbliche Vorteile erhalten könnten. Auch andere generative KI-Angebote wie Microsoft Copilot und Anthropic Claude könnten von einer entsprechenden Regulierung betroffen sein.
Eine VLOSE-Klassifizierung nach dem DSA würde OpenAI zu umfassenden Transparenz-, Audit- und Inhaltsmoderationspflichten zwingen und hätte fundamentale Auswirkungen auf die Monetarisierung, die Datenverfügbarkeit sowie die Wettbewerbsdynamik im gesamten Ökosystem von Connected TV, Suchmaschinen und KI-Anwendungen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Artikel 76 des EU Digital Services Act (DSA) gilt für Plattformen mit über 45 Millionen aktiven Nutzern in der EU.
- OpenAI gibt die Zahl der monatlichen EU-Nutzer von ChatGPT mit rund 120 Millionen an.
- Bei einer Einstufung als VLOSE drohen OpenAI strenge Auflagen wie Werbeoffenlegungen, Audits, Datenzugang für die Forschung und Beschränkungen beim Profiling.
- Europäische KI-Start-ups wie Mistral könnten von strengeren regulatorischen Vorgaben für große US-Wettbewerber profitieren.
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EU stuft ChatGPT unter dem Digital Services Act als Suchmaschine ein
Die EU-Kommission hat ChatGPT im Rahmen des Digital Services Act offiziell als sehr große Online-Suchmaschine eingestuft. Diese Entscheidung verleiht den Forderungen des Verbands Schweizer Medien (VSM) nach einer Urheberrechtsreform neuen Auftrieb. Der VSM argumentiert, dass generative KI-Chatbots zunehmend direkte Antworten statt weiterführender Links liefern, wodurch Publishern essenzieller Traffic und Werbeeinnahmen entzogen werden – über 99 % der Nutzer klicken bei KI-Antworten nicht mehr auf die Quell-Links. Der Verband fordert daher ein technologieneutrales Leistungsschutzrecht, das KI-Anbieter zur Vergütung journalistischer Inhalte verpflichtet. Flankiert wird diese Entwicklung durch die deutsche Medienanstalt ZAK, die das Medienrecht auf KI-Suchdienste anwendet und bereits Beschlüsse gegen Google und Perplexity fasste. Zeitgleich prüft das Schweizer Parlament die Auswirkungen von KI auf Suchmaschinen und Plattformen.
EU stuft ChatGPT als Suchmaschine ein: Marken benötigen AI-SEO und GEO-Tools
Die Europäische Kommission hat ChatGPT offiziell als „Very Large Online Search Engine“ gemäß dem Digital Services Act eingestuft und damit regulatorisch mit Google und Bing gleichgestellt. Angesichts von über einer Milliarde wöchentlich aktiven Nutzern unterstreicht dieser Schritt die Verlagerung der Product Discovery hin zu KI-generierten Antworten. Eine Analyse der Plattform Azoma zeigt, dass KI-Agenten wie ChatGPT, Gemini oder Amazon Rufus stark divergierende Quellenstrukturen nutzen, weshalb standardisierte SEO-Ansätze nicht mehr greifen. Für Marken reicht klassisches SEO allein nicht mehr aus, da KI-Systeme synthetisierte Empfehlungen liefern, bevor Nutzer Markenwebsites überhaupt besuchen. Erforderlich werden daher spezialisierte GEO-Tools, die Sichtbarkeit auf Prompt-Ebene, Zitationsanalysen, Wettbewerbs-Benchmarking sowie Workflows zur gezielten Optimierung von Inhalten und Produktdaten über multiple KI-Engines hinweg abbilden.
EU verschärft DSA-Auflagen für ChatGPT, Reddit und Roblox
Die Europäische Kommission hat ChatGPT (OpenAI), Reddit und Roblox strengeren Vorgaben unter dem Digital Services Act (DSA) unterworfen, nachdem alle drei Plattformen die Schwelle von durchschnittlich 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern überschritten haben. Den Anbietern verbleiben vier Monate, um die erweiterten Pflichten in den Bereichen Jugendschutz, Entfernung illegaler Inhalte und Transparenz umzusetzen. ChatGPT, das bereits durch den EU AI Act reguliert wird, wurde im Rahmen des DSA zusätzlich als sehr große Online-Suchmaschine (VLOSE) eingestuft. Der DSA ist seit Februar 2024 vollständig in Kraft. Die Kommission hat bereits Verfahren gegen Akteure wie TikTok, Meta und Snapchat eingeleitet und empfindliche Millionenstrafen gegen Plattformen wie X, Temu sowie AliExpress verhängt.
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