Beobachtetes Signal · 24. Okt. 2023 · Policy Update · Quelle: Trending Topics · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
EU AI Act: Verabschiedung des Gesetzes droht Verzögerung bis 2024
Die Verabschiedung des EU AI Act, die ursprünglich für Ende 2023 geplant war, könnte sich auf 2024 verschieben. EU-Gesetzgeber streiten über die Regulierung und Risikobewertung von KI-Modellen, insbesondere nachdem Spanien strengere und häufigere Prüfverfahren – unter anderem basierend auf der Nutzeranzahl – gefordert hat. Der aktuelle Entwurf verpflichtet Entwickler vor der Markteinführung zu Risikobewertungen, Modelltests, Bias-Prüfungen und der Veröffentlichung technischer Dokumentationen. Open-Source-Unternehmen fordern Ausnahmen für kleinere Entwickler sowie eine Differenzierung zwischen kommerziellen und Forschungsanwendungen. Eine Verzögerung wäre ein Rückschlag für die EU-Ambitionen als globaler Vorreiter, während China bereits im August eigene KI-Regeln in Kraft gesetzt hat. Für die AdTech- und MarTech-Branche verschiebt sich damit der Zeitplan für Compliance-Anforderungen bei KI-gestützten Lösungen in Europa.
Der EU AI Act ist ein wegweisender Regulierungsrahmen für künstliche Intelligenz. Eine Verzögerung verändert die Compliance-Zeitpläne für Anbieter von KI-gestützter Werbe- und Marketing-Technologie in ganz Europa.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Verabschiedung des EU AI Act könnte sich vom geplanten Ende 2023 auf 2024 verschieben.
- Spanien schlug häufigere und gründlichere Prüfverfahren vor, die auch auf Nutzerzahlen basieren.
- Entwickler müssen vor dem Markteintritt Risikobewertungen, Modelltests, Bias-Prüfungen und technische Dokumentationen vorlegen.
- Open-Source-Vertreter warnen vor übermäßigen regulatorischen Belastungen für kleinere Entwickler.
- China hat im August bereits eigene KI-Vorschriften implementiert, was die EU unter Zugzwang setzt.
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Ontologie & Marktkonzepte
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KI-Godfather Hinton fordert Zulassungsverfahren für KI-Modelle
Nobelpreisträger Geoffrey Hinton, oft als 'Godfather of AI' bezeichnet, empfiehlt, dass KI-Modelle vor ihrer Veröffentlichung ein ähnliches Genehmigungsverfahren durchlaufen sollten wie Medikamente. In einem Podcast schlug er vor, dass KI-Unternehmen vor der Veröffentlichung neuer Produkte eine Regulierungsbehörde von deren Sicherheit überzeugen müssen, ähnlich dem FDA-Verfahren, das er als kostspielig und zeitaufwendig beschreibt. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Warnungen Huttons, Yoshua Bengios und 20 weiterer KI-Experten vor einer möglichen 'Intelligenzexplosion', bei der KI-Systeme sich selbst verbessern und die Kontrolle der Menschheit gefährden könnten. Hinton argumentiert, dass exponentielle Fortschritte zu einer drastischen Verschlechterung innerhalb von ein bis zwei Jahren führen könnten. Seine Forderung nach strengeren Regulierungen steht im Gegensatz zum aktuellen US-Ansatz, der auf Selbstverpflichtung der Branche statt verbindlicher Regeln setzt, obwohl ein Brief von 1.400 Forschern und Forderungen großer KI-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI nach mehr Aufsicht vorliegen.
OpenAI führt unsichtbares ChatGPT-Wasserzeichen in der EU ein
OpenAI hat damit begonnen, seine unsichtbare Text-Wasserzeichen-Technologie textGrain für ChatGPT und Codex in der Europäischen Union einzuführen, als Reaktion auf die Transparenzanforderungen des EU AI Acts. Das Wasserzeichen ist für Leser unsichtbar, erzeugt aber über die Wortwahl ein statistisches Muster, das ein Detektor später identifizieren kann. Während der Rollout in der EU standardmäßig erfolgt, können Entwickler weltweit die Kennzeichnung für ausgewählte Modelle über die OpenAI API aktivieren, standardmäßig ist die Funktion dort jedoch deaktiviert. OpenAI hat ein Forschungspapier zu textGrain veröffentlicht, das mit der University of Pennsylvania und Yale entwickelt wurde. Der Detektor ist noch nicht öffentlich verfügbar, und OpenAI räumt Einschränkungen ein: Die Erkennungsrate sinkt deutlich bei bearbeiteten oder kurzen Texten. Das Unternehmen möchte vor einer breiteren Einführung Feedback von Forschern sammeln. Anthropic hat bereits eine ähnliche Kennzeichnung für seine Claude-Modelle implementiert, ebenfalls unter dem Druck von Regulierungen. Der Schritt bringt OpenAI in Einklang mit den Transparenzpflichten des EU AI Acts und folgt den Verpflichtungen von Google und Meta.
Trump: KI-Firmen sollen sich selbst beaufsichtigen
Bei einem Treffen im Weißen Haus mit KI-Führungskräften lehnte Präsident Trump eine externe Aufsicht ab und plädierte für Selbstregulierung. Es wurde eine freiwillige Selbstverpflichtung mit robusten internen Kontrollen, externen Beobachtern und unabhängigen Ausschüssen unterzeichnet. Ziel ist die Bewältigung von Biowaffen- und Cybersicherheitsrisiken. Unterzeichnet wurde das Papier von Führungskräften von Anthropic, OpenAI, Meta, Google, Nvidia und anderen. Trump betonte die Wettbewerbsfähigkeit der USA gegenüber China und verzichtete auf internationale Zusammenarbeit. Zudem stellte OpenAI ‚Dots'-KI-Agenten vor, während Metas 'Muse'-App die App-Store-Charts anführte.
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