Beobachtetes Signal · 6. Nov. 2025 · Policy Update · Quelle: AdExchanger · Relevanz: 5/5 · Sentiment: Neutral
DOJ und Google streiten im Kartellverfahren über AdTech-Abhilfemaßnahmen
Das US-Justizministerium (DOJ) und Google haben im laufenden Kartellverfahren bezüglich Googles AdTech-Stack aktualisierte Schriftsätze zu den geplanten Abhilfemaßnahmen eingereicht und ihre Positionen vor den Plädoyers geschärft. Google argumentiert, dass eine Veräußerung der sell-side AdX zeitaufwendig und unnötig sei, und schlägt stattdessen vor, Prebid für Display-Anzeigen im Open Web in AdX zu integrieren, während für Video-, Connected TV- und In-App-Formate sowie bestimmte programmatische Verpackungen Ausnahmen gelten sollen. Das DOJ fordert dagegen strukturelle Maßnahmen zur Wiederherstellung des Wettbewerbs, darunter die mögliche Abtrennung von AdX und DFP sowie einen Treuhandfonds zur Entschädigung von Publishern. Zudem wurden die Offenlegung der Ad-Server-Logik und Vorkehrungen für Publisher vorgeschlagen. Die Richter Brinkema und Mehta äußerten Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität und der Auswirkungen auf Publisher, was die laufenden Verhandlungen über Durchsetzungsmaßnahmen maßgeblich prägt.
Richtungsweisendes Verfahren und Plattform-Updates zu potenziellen Abhilfemaßnahmen in einem hochkarätigen Kartellverfahren; eine mögliche Entflechtung könnte das gesamte AdTech-Ökosystem grundlegend umgestalten.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- DOJ und Google reichen aktualisierte Schriftsätze zu Abhilfemaßnahmen im Google AdX/DFP-Kartellverfahren ein
- Google schlägt die Prebid-Integration für Open-Web-Display-Ads vor und fordert Ausnahmen für Video, Connected TV und In-App
- Das DOJ fordert strukturelle Abhilfen inklusive möglicher Veräußerung von AdX und DFP sowie einen Treuhandfonds für Publisher
- Das DOJ schlägt die Open-Source-Offenlegung der AdX-Auktionslogik sowie Zugangswege für Publisher-Auktionsdaten vor
- Richterin Brinkema äußert Bedenken zu Kosten und Praktikabilität der Maßnahmen vor den bevorstehenden Plädoyers
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Google und DOJ reichen vorgeschlagene Maßnahmen im Ad-Tech-Fall ein
Google und das Justizministerium haben konkurrierende Vorschläge für die endgültigen Maßnahmen im Ad-Tech-Kartellverfahren eingereicht. Das 41-seitige Dokument enthält Maßnahmen wie die Verpflichtung von Google, AdX mit Prebid zu verbinden, Bid-Anfragen von Nicht-Google-Ad-Servern zu akzeptieren und DFP- und AdX-Verträge zu trennen. Beide Seiten stimmen in den Kernmaßnahmen überein, streiten jedoch über Details wie Umsetzungsfristen, Datenzugriffsbedingungen und die Auswahl und Befugnisse eines Compliance-Monitors. Das DOJ fordert schnellere globale Umsetzung und stärkere Datenrechte, während Google mehr Zeit und schwächere Überwachungssprache verlangt. Richterin Brinkema muss die Streitigkeiten nun beilegen, bevor sie eine endgültige Anordnung erlässt.
Google-Kartellverfahren: Die Remedies-Phase wirft entscheidende Fragen auf
Die Remedies-Phase im Ad-Tech-Kartellverfahren gegen Google ist nach elf Verhandlungstagen zu Ende gegangen und gibt Einblicke in den Ansatz von Richterin Leonie Brinkema. Der Vorschlag des DOJ für eine bis zu 14-jährige Desinvestition stieß auf Skepsis hinsichtlich laufender Kosten und technischer Auflagen. Brinkema hinterfragte, ob Käufer dieselben Produkte kostenlos anbieten könnten, und prüfte alternative Anreize wie Gutscheine oder die Verlagerung von Buy-Side-Produkten. Aussagen von Publishern und Ad-Tech-Managern beleuchteten Belastungen für kleine Publisher sowie Fragen zur Open-Source-Öffnung der Final Auction Logic. Beobachter halten verhaltensbezogene Auflagen für wahrscheinlicher als eine Totalspaltung. Nächste Schritte sind Vergleichsverhandlungen vor den Plädoyers im November, wobei eine Entscheidung für das späte erste Quartal 2026 erwartet wird.
Richterin wägt Googles Ad-Tech-Zukunft nach Plädoyers im Kartellverfahren ab
Die Schlussplädoyers im US-Kartellverfahren gegen Google im Bereich Ad Tech sind abgeschlossen, und Richterin Leonie Brinkema entscheidet über das Schicksal von Googles Sell-Side Ad-Tech-Geschäft AdX. Das DOJ drängt auf eine strukturelle Maßnahme in Form einer Entflechtung von AdX und argumentiert, dass rein verhaltensbezogene Auflagen Google Spielraum lassen würden, das Urteil zu unterminieren. Google hingegen hält Vertrauen für den Kern der Angelegenheit und hält eine vollständige Trennung für unnötig. Googles Anwältin Karen Dunn verwies auf das Google Search-Kartellverfahren und plädierte für mildere Auflagen. Die Richterin äußerte Bedenken hinsichtlich der Umsetzungsgeschwindigkeit von Abhilfemaßnahmen angesichts der rasanten Innovation im Ad-Tech-Sektor. Ein potenzieller Käufer wie Microsoft wurde ins Gespräch gebracht, allerdings ohne konkreten Interessenten, und eine Entflechtung könnte weitere kartellrechtliche Prüfungen nach sich ziehen. Ein Urteil wird im kommenden Jahr erwartet, wobei Berufungen als wahrscheinlich gelten.
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