Beobachtetes Signal · 21. Mai 2026 · Media Criticism / Commentary · Quelle: persoenlich.com News · Relevanz: 1/5 · Sentiment: Negativ
SRF 2 Kultur: Scharfe Kritik an Programm- und Digitalstrategie
Der Schweizer Kultursender SRF 2 Kultur sieht sich massiver interner Kritik an seiner strategischen Ausrichtung ausgesetzt. Marco Meier, ehemaliger Programmleiter von DRS 2 (2008–2010), führt die Halbierung des Marktanteils in den letzten 15 Jahren auf Managementfehler und ein fehlendes Gesamtkonzept zurück. Im Magazin «Kulturtipp» kritisierte Meier insbesondere Programmkürzungen, die umstrittene UKW-Abschaltung sowie eine unzureichende Digitalstrategie, bei der klassische Radioformate lediglich als Digitalangebote umetikettiert würden. Internationale Medienmarken wie France Culture oder Die Zeit belegten hingegen, dass anspruchsvolle Kulturinhalte weiterhin ein breites Publikum erreichen können. Trotz des Bekenntnisses von SRG-Generaldirektorin Susanne Wille zum Erhalt des Senders fehle es an einem tragfähigen Zukunftsmodell. Zudem bemängelte Meier eine interne Kultur der Verunsicherung, die offenen Widerspruch verhindere.
Lokale medienpolitische Debatte über Programm- und Digitalstrategien im öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Schweiz mit geringer Relevanz für das globale AdTech- und MarTech-Ökosystem.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Der Marktanteil von SRF 2 Kultur hat sich in den vergangenen 15 Jahren laut Insiderangaben halbiert.
- Ex-Programmleiter Marco Meier wirft dem Management strategische Fehlentscheidungen und Konzeptlosigkeit vor.
- Kritisiert werden massive Programmkürzungen, die UKW-Abschaltung sowie eine oberflächliche Digitalstrategie.
- SRG-Generaldirektorin Susanne Wille garantiert zwar den Sendererhalt, Kritiker vermissen jedoch ein zukunftsfähiges Konzept.
- Medien wie France Culture, Die Zeit und WoZ dienen als Beleg für die Marktchancen anspruchsvoller Kulturformate.
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SRG plant Neuausrichtung der Kulturradios nach Reichweitenverlusten durch UKW-Abschaltung
Das Schweizer öffentlich-rechtliche Medienhaus SRG erwägt umfassende Programmanpassungen für seine Kulturradiosender, um nach jahrelangen Hörerückgängen das veränderte Nutzungsverhalten besser zu adressieren. Berichten zufolge könnte SRF 2 Kultur in einen einheitlichen nationalen Kultursender mit regionalen Programmfenstern überführt werden; die SRG dementierte diese Pläne nicht und betonte die Notwendigkeit einer nutzungsorientierten Ausrichtung. Die Analyse verdeutlicht, dass Rete Due von RSI dank eines ausgewogenen Vollprogramms aus Wort- und Musikanteilen durchgehend höhere Marktanteile erzielte als SRF 2 Kultur und Espace 2. Der SRG-Jahresbericht 2025 belegt deutliche Unterschiede bei den Wortanteilen der einzelnen Sender und dokumentiert zudem einen signifikanten Hörerschwund infolge der vollständigen UKW-Abschaltung Ende 2024.
SRF: Roger Elsener fordert mutigen Journalismus und Multi-Platform-Fokus
Rund 100 Tage nach seinem Amtsantritt fordert SRF-Direktor Roger Elsener eine konsequente Weiterentwicklung der reichweitenstarken Nachrichtenmarken für die Multi-Platform-Distribution. Inhalte sollen künftig flexibel live, zeitversetzt, in Apps und auf Streaming-Plattformen ausgespielt werden, ergänzt durch plattformgerechte Kurzformate und News-Clips. In einem Interview betonte Elsener, das SRF müsse innerhalb der publizistischen Leitlinien mutig agieren, und verwies bezüglich Programmneutralität auf Kontrollinstanzen wie die Ombudsstelle und die UBI. Zum Fall, der zum Abgang von Patrick Fischer führte, hielt er fest, dass dieser vor seiner Amtszeit lag. Bei neuen Talk-Formaten agiert Elsener zurückhaltend; künftige Konzepte sollen eng mit den Redaktionsteams erarbeitet werden.
SRG-Analyse: Kulturangebote dominieren im Audiobereich, TV sendet meist zu Randzeiten
Die Schweizer SRG hat mit der Studie «Zwischen Jodeln, Jazz und Jugendliteratur» eine systematische Programmanalyse vorgelegt. Untersucht wurden 4.890 redaktionelle Beiträge einer künstlichen Woche im Jahr 2025 über TV, Audio/Podcasts, Online und Social Media hinweg. Das Ergebnis: 28,1 % aller Beiträge weisen einen kulturellen Schwerpunkt auf, wobei 40,8 % dieser Inhalte medieninduziert sind, also eigens für die Berichterstattung geschaffen wurden. Den höchsten Kulturanteil verzeichnet Audio mit 51,5 % der Sendezeit. Im Fernsehen entfallen zwar 15,9 % des Programms auf Kultur, mehr als die Hälfte (51,7 %) davon wird jedoch im Nachtprogramm ausgestrahlt. Zudem offenbart der Bericht ein Gender-Ungleichgewicht – lediglich rund ein Drittel der sichtbaren Akteure sind Frauen – sowie eine starke Konzentration auf das SRF-Sendegebiet. Der Branchenverband Suisseculture begrüßte die Erhebung, forderte jedoch methodische Verfeinerungen.
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