Beobachtetes Signal · 10. Apr. 2026 · Industry Analysis / Interview · Quelle: https://www.iab.com/blog/feed/ · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Positiv
Creators als Datenbasis für KI: Neue Infrastruktur statt Konkurrenz
Ein IAB-Beitrag positioniert Content Creator als zentrale Infrastruktur für künstliche Intelligenz, da sie jene Inhalte und Engagement-Signale liefern, die Large Language Models (LLMs) für das Training und die Antwortgenerierung benötigen. Die Übernahme des Creator-Netzwerks TBPN durch OpenAI unterstreicht dieses Bestreben, narrative Reichweite und Einfluss zu sichern. Laut einer Studie von IAB und Deighton bilden Creator das am schnellsten wachsende Beschäftigungssegment der digitalen Wirtschaft. Die weltweiten Creator Ad Spends sollen in diesem Jahr 44 Milliarden US-Dollar erreichen. Jasmine Enberg (Co-CEO, Scalable Pod) betont die Konsequenzen für Marken: Marketingstrategien müssen auf strukturierten, Creator-basierten Content setzen – etwa durchsuchbare Videos und autoritative Stimmen –, um die Auffindbarkeit in generativen KI-Suchen (GEO) zu sichern. Creator Marketing wandelt sich damit von reinen Kooperationen zu einem voll operationalisierten, skalierbaren Media Channel mit Fokus auf Paid Amplification.
Unterstreicht die wachsende Bedeutung von Creatorn als Trainings- und Discovery-Quelle für LLMs. Die Verschiebung von 44 Milliarden US-Dollar an Ad Spend erfordert neue Strategien zur Marken-Sichtbarkeit und Messbarkeit in KI-gestützten Suchumfeldern.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- OpenAI übernimmt das Creator-geführte Mediennetzwerk TBPN zur Stärkung seiner narrativen Reichweite.
- Laut IAB- und Deighton-Studie stellen Creator das größte und am schnellsten wachsende Jobsegment der digitalen Wirtschaft (über 10 % aller internetbasierten Vollzeitstellen).
- Die weltweiten Werbeausgaben für Creator-Inhalte (Creator Ad Spend) werden in diesem Jahr voraussichtlich 44 Milliarden US-Dollar erreichen.
- Der IAB Creator Ad Spend Report belegt, dass mittlerweile mehr Budget in die Paid Amplification von Creator-Content fließt als in direkte Partnerschaften.
- Das von Jasmine Enberg und Kaya Yurieff gegründete Medienunternehmen Scalable veranstaltet am 6. Mai den Scalable Summit in Los Angeles.
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Creators treiben die Sichtbarkeit von Marken in der KI-Suche voran
Marken und Agenturen binden Creators zunehmend ein, um die Präsenz von Marken in KI-Chatbots und LLM-basierten Suchergebnissen zu verbessern – eine Praxis, die als AI Visibility bezeichnet wird. Agenturen wie Trevant und Crispin auditieren Creator-Content und verfolgen Zitationen in LLM-Outputs zur Kampagnenoptimierung, während Creators eigene AEO-Websites (Answer Engine Optimization) aufbauen und Bildunterschriften maschinenlesbar gestalten. Die Messung, die von Creators gesteuerte Inhalte direkt mit Abverkäufen verknüpft, ist zwar noch unreif, doch Vermarkter betrachten die Korrelation mit KI-Zitationen als strategischen Grund für Investitionen in Creator-getriebene AEO-Ansätze. Ein prominentes Beispiel ist Zoom, das Creator-getriebenes Storytelling mit der Journalistin Nayeema Raza testet, um Autorität und Glaubwürdigkeit in KI-Suchergebnissen zu stärken. Dies verändert die Budgetallokation zwischen traditionellem Influencer-Marketing und Suchmaschinenoptimierung grundlegend.
Creator Economy: Vom Experimentierfeld zum performancegetriebenen Kernkanal
Die Creator Economy vollzieht laut IAB einen strategischen Wandel von reinen Vanity-Metriken hin zu einem messbaren Performance-Kanal. Marktprognosen untermauern diesen Trend: US-Werbetreibende werden 2025 voraussichtlich 10 Milliarden US-Dollar für Sponsored Content ausgeben, während Goldman Sachs das weltweite Marktvolumen bis 2027 auf 500 Milliarden US-Dollar schätzt. Der IAB Creator Economy Creative Showcase belegt anhand von Fallstudien und KPIs, wie Creator-Assets als kreative Basis für Social Media, Streaming TV, Display und Owned Media fungieren. Auch globale Konzerne schichten massiv Budgets um: Unilever plant unter CEO Fernando Fernandez, den Social-Media-Anteil am Mediabudget von 30 % auf 50 % anzuheben und die Investitionen in Influencer Marketing zu verzwanzigfachen. Parallel dazu treiben Agentur-Holdings wie die Publicis Groupe durch Akquisitionen spezialisierter Firmen wie Influential und BR Media Group die Institutionalisierung und Skalierung von Creator-Kompetenzen voran.
Debatte über die Programmatic-Automatisierung der Creator Economy
Die Creator Economy entwickelt sich zunehmend in Richtung Programmatic-ähnlicher Automatisierung, da Plattformen und KI-Tools darauf abzielen, die Creator-Entdeckung, Kampagnenstrukturierung, Preisgestaltung, Vertragsabwicklung und Messung zu optimieren. LTK hat diese Woche ein KI-gestütztes Angebot vorgestellt, das Vermarkter bei der Kampagnenstrukturierung und Creator-Identifizierung unterstützen soll; dabei stützt sich das Unternehmen auf 15 Jahre Commerce-Daten und über 100 Milliarden Commerce-Signale. Befürworter argumentieren, dass Automatisierung die Effizienz und Messbarkeit im großen Maßstab verbessert. Kritiker warnen hingegen vor der Gefahr einer Kommodifizierung von Creatoren, qualitativ minderwertigen Inhalten und dem Wiedereinbruch typischer Probleme des programmatischen Werbemarktes wie Betrug und versteckten Kosten. Zu den zitierten Branchenstimmen gehören Agentur- und Plattform-Führungskräfte, die sowohl die potenziellen Effizienzgewinne als auch die Grenzen der Standardisierung maßgeschneiderter Creator-Partnerschaften beleuchten.
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