Beobachtetes Signal · 29. Apr. 2020 · Partnership · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Corona-App: Bundesregierung kooperiert mit SAP und Telekom
Die Bundesregierung ist vom Pepp-PT-Ansatz abgerückt und arbeitet nun mit SAP und der Deutschen Telekom zusammen, um eine offizielle Corona-App zur Kontaktnachverfolgung zu entwickeln und zu veröffentlichen. Das Projekt wird zudem von der Fraunhofer-Gesellschaft und dem Helmholtz-Institut CISPA beraten, während das Robert Koch-Institut (RKI) als Herausgeber fungiert. Im Gegensatz zur ursprünglich geplanten zentralen Datenspeicherung setzt das System auf einen dezentralen Ansatz, bei dem Kontaktdaten lokal auf den Smartphones der Nutzer gespeichert werden. Angesichts des Zeitdrucks und Verzögerungen beim Zeitplan drängte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) auf eine rasche Einführung, um den wirtschaftlichen Neustart zu unterstützen. Die bereits etablierte Datenspende-App zählte zuvor rund 500.000 Nutzer in Deutschland. Diese strategische Neuausrichtung unterstreicht die Bedeutung eines datenschutzkonformen Designs bei groß angelegten Digitalinitiativen.
Die öffentlich-private Partnerschaft für eine nationale Gesundheits-App markiert einen Paradigmenwechsel hin zur Dezentralisierung und zeigt wegweisende Ansätze für eine datenschutzkonforme App-Entwicklung auf.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Bundesregierung beauftragte SAP und Telekom mit der Entwicklung der Corona-App.
- Fraunhofer-Gesellschaft und Helmholtz-Institut CISPA agieren als beratende Institutionen.
- Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht die App zum Markteintritt.
- Kontaktdaten werden dezentral und lokal auf den Smartphones der Nutzer gespeichert.
- Die bestehende Datenspende-App verzeichnete zuvor rund 500.000 deutsche Nutzer.
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Telekom-SAP-Konsortium gewinnt 250-Millionen-Euro-Auftrag für staatliche KI-Infrastruktur
Ein Konsortium unter der Führung von T-Systems (Deutsche Telekom) und SAP hat vom Bundesdigitalministerium den Zuschlag für den Aufbau einer zentralen KI-Plattform für die öffentliche Verwaltung erhalten. Die sogenannte „KI-Cloud“ soll die Dokumentenverarbeitung optimieren, Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen sowie automatisierte Textzusammenfassungen für Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden bereitstellen. Das Gesamtvolumen des Auftrags beläuft sich auf rund 250 Millionen Euro. Zur Vermeidung von Vendor Lock-in und Lieferantenabhängigkeiten entfallen 70 % des Volumens auf das Telekom-Konsortium, während 30 % an ein Konsortium um die SVA System Vertrieb Alexander GmbH vergeben wurden. Ein konkurrierendes Konsortium um Google und Adesso zog zuvor eingereichte rechtliche Schritte gegen die Vergabe zurück. Das Projekt gilt als strategischer Meilenstein zur Stärkung der digitalen Souveränität Deutschlands und Europas im Bereich Enterprise AI und Cloud-Infrastruktur.
Apps with love erhält Zuschlag für offizielle Bundesrats-App
Die Schweizerische Bundeskanzlei hat der Berner Agentur Apps with love den Zuschlag für die Entwicklung der Bundesrats-App erteilt. Der Vergabeentscheid vom 23. Juni 2026 ist nach ungenutzter 20-tägiger Beschwerdefrist rechtskräftig. Das auf zehn Jahre bis 2037 angelegte Mandat umfasst Konzeption, Entwicklung, Betrieb, Wartung, Support und Weiterentwicklung mit einem maximalen Budgetrahmen von 3,4 Millionen CHF. Nach einer Konzeptphase (Anfang 2024 bis Juni 2025) und drei eingegangenen Angeboten soll die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte 2026 starten und rund zehn Monate dauern, sodass die App Mitte 2027 einsatzbereit sein wird. Die Anwendung bündelt Informationen des Bundesrats und der Bundesverwaltung personalisiert und nutzt das bestehende Redaktionssystem sowie vorhandenes Personal. Ein Prototyp und eine repräsentative Umfrage mit über zwei Dritteln Befürwortern flossen in die Entscheidung ein.
CX-Lücke besteht nach 20 Jahren trotz Milliardeninvestitionen fort
Trotz jahrzehntelanger Investitionen in Customer-Experience-Programme (CX) bleibt eine anhaltende Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung von Unternehmen und der tatsächlichen Kundenerfahrung bestehen. Eine Bain-Studie von 2005 zeigte, dass 80% der Führungskräfte glaubten, überlegene Kundenerfahrungen zu bieten, aber nur 8% der Kunden zustimmten. Nachfolgende Untersuchungen von Capgemini (2017) und SAP (2026) zeigen ähnliche Lücken. Der Artikel argumentiert, dass diese 'Delivery Gap' kein Technologieproblem, sondern ein Problem der Verantwortlichkeit und Kultur ist. Zu den Ursachen gehören die Messung leicht berichtbarer statt tatsächlicher Erfahrungen, dekorative Feedbackschleifen und die Vernachlässigung der Mitarbeitererfahrung. Während die KI-gesteuerten CX-Investitionen steigen, warnt der Autor davor, dass Automatisierung ohne kulturelle und verantwortungsbezogene Korrekturen die bestehende Diskrepanz lediglich skalieren wird.
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