Beobachtetes Signal · 24. Aug. 2026 · Industry Interview · Quelle: VideoWeek · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Positiv
Kunden sollten Agenturen nach Ideen statt nach Preis auswählen
Max Kelvin, Director of Media bei der unabhängigen Agentur Guerillascope, betont, dass Agenturen, Marken und Broadcaster mutig auf die Veränderungen in der Medien- und Werbelandschaft reagieren müssen. Er warnt davor, dass rein procurement-getriebene Pitches und die Abhängigkeit von incentiviertem oder proprietary Inventory die Qualität verwässern und un nachhaltige Geschäftsmodelle schaffen. Moderne Agenturen müssen laut Kelvin fundiertes Urteilsvermögen, Strategie und marktweite, unabhängige Perspektiven bieten, statt lediglich Zugang zu Inventar. Zudem bleibt die Stärke von Video und Connected TV vor allem im Brand-Building, selbst wenn kurzfristige Abverkäufe erzielt werden können. Guerillascope hat seine TellyAds-Datenbank zu einer KI-Plattform ausgebaut und 2024 nach eigenen Angaben den ersten Clearcast-freigegebenen, KI-generierten Spot im linear TV platziert. Kelvin fordert Kunden auf, die Qualität von Ideen über den niedrigsten Preis zu stellen und empfiehlt, wo machbar, unvoreingenommene ökonometrische Messungen.
Die Buy-Side-Perspektive beleuchtet Risiken kommerzieller Agenturmodelle, die Rolle von Connected TV und die frühe Adoption von KI-Creatives; dies ist relevant für Agenturstrategien und Broadcaster, stellt jedoch keine plattformweite Richtlinie oder technische Veröffentlichung dar.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Max Kelvin ist Director of Media bei der unabhängigen Agentur Guerillascope.
- Guerillascope hat seine proprietäre TellyAds.com-Datenbank als KI-Plattform zur Bewertung der kreativen Effektivität neu aufgebaut.
- Im Jahr 2024 produzierte Guerillascope nach eigenen Angaben den ersten Clearcast-freigegebenen, sendefähigen KI-generierten Spot im linear TV.
- Guerillascope gab an, dass im vergangenen Jahr drei Kunden KI-generierte Werbemittel von Guerillascope live im linear TV eingesetzt haben.
- Der Artikel verweist auf den Media Nations-Bericht von Ofcom, wonach Broadcaster-Inhalte nach wie vor den größten Anteil am Videokonsum in britischen Haushalten ausmachen.
Verknüpfte Unternehmen
3 verknüpfte Unternehmen“We worked on the relaunch of Estée Lauder’s iconic Double Wear foundation....”
“We’re seeing consolidation across UK media, ITV and Sky being the most prominent example....”
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Ontologie & Marktkonzepte
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Agentur-Medien-Beziehungen werden zur verlorenen Kunst — JAA Media
Max Noss, Head of AV bei der unabhängigen Agentur JAA Media, argumentiert, dass hybride CTV-Teams – die digitale und klassische AV-Kompetenzen vereinen – die Zusammenarbeit mit Mediaeigentümern vereinfachen und Briefing-Fragmentierungen verhindern. Agenturen haben sich demnach von reinen Mediaplayern zu strategischen Beratern gewandelt, wobei die kreative Qualität weiterhin ein zentraler Schwachpunkt für die Kampagneneffektivität ist. Noss hebt Premium CTV, BVOD und lineare TV-Kanäle als starke Instrumente für den Markenaufbau hervor, während verbesserte Targeting- und Messmethoden kurzfristige Abverkäufe ermöglichen. Er schätzt Metriken wie inkrementelle Reichweite, effektive Frequenz, Attention und Brand-Lift-Studien und stellt fest, dass sich die CPMs für Premium-Streaming-Inventar den Erwartungen der Werbetreibenden angenähert haben. Er verweist auf Kampagnen für Midnite und Channel 4 Ventures sowie auf Branchen-Tools wie Project Origin und TechEdge im Rahmen integrierter Planungsprozesse.
Media-Pitches: Die riskante Jagd nach dem günstigsten Preis
Ein ADZINE-Interview mit Thilo Swoboda und Christian Bachem kritisiert moderne Media-Pitch-Prozesse, die den niedrigsten Preis über die Werbewirksamkeit stellen. Die Experten argumentieren, dass eine preissgetriebene Auswahl den Kampagnenerfolg untergräbt, für diverse Formate wie Video, Social und Connected TV ungeeignet ist und programmatische Auktionsdynamiken unzureichend abbildet. Als Gegenentwurf wird Pitchfork vorgestellt – ein wirkungsbasiertes Pitch-Modell, das Agenturen auf Basis garantierter Effekte statt niedrigster Kosten honoriert. Pitchfork verlangt von Agenturen die Dokumentation von Media-Strategien in einem Media-Mix-Modeling-Framework, vertragliche KPI-Ziele sowie den Einsatz eines validierten KI-Systems für einen Creative Impact Score. Regelmäßige Reviews und Nachbesserungspflichten bei verfehlten Zielen sind integriert. Eine zitierte OWM-Umfrage zeigt, dass 92 Prozent der Werbetreibenden die Messbarkeit von Werbewirkung als zentrale Herausforderung ansehen.
Agenturen müssen Partnerschaften über klassische Honorarmodelle stellen
Eine hochkarätig besetzte ADWEEK-Paneldiskussion mit Branchengrößen wie Nadja Bellan-White, Coltrane Curtis und Kern Schireson fordert die grundlegende Neuausrichtung traditioneller, honorarbasierter Agenturmodelle. Angesichts schrumpfender Kundenbudgets und durch Künstliche Intelligenz transformierter Arbeitsabläufe plädiert das Gremium für erfolgsorientierte Partnerschaften mit gemeinsamer Verantwortung. Zu den diskutierten Praxisstrategien gehören die Integration von Test-and-Learn-Budgets, die Ausrichtung an KPIs auf Vorstandsebene, der Einsatz agiler Tiger-Teams sowie ein „Three Ideas Framework“ zum Risikomanagement und Vertrauensaufbau. Die Experten betonen, dass tiefgreifende Spezialisierung, empathische Kundenbeziehungen und menschliche Nähe unerlässlich sind, um resiliente, leistungsstarke Partnerschaften in einem sich rasant wandelnden Marketingumfeld zu etablieren.
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